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Der niederländische Chipanlagenbauer BE Semiconductor Industries (Besi) hat am Morgen starke Quartalszahlen vorgelegt, doch an der Börse sorgten sie zunächst für Unsicherheit. Die Aktie geriet deutlich unter Druck, hat einen Teil der Verluste inzwischen aber wieder aufgeholt.
Die Quartalszahlen wurden um 7.00 Uhr veröffentlicht. Zwei Stunden später eröffnete die Aktie bei 244,10 Euro und damit rund 1,6 Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch von 248,10 Euro. Kurz darauf fiel der Kurs auf ein Tief von 233,60 Euro, ein Minus von fast 6 Prozent.
Inzwischen ist ein Teil dieses Rückgangs wieder aufgeholt. Die Aktie notiert bei rund 242 Euro und damit gut 2 Prozent unter dem gestrigen Schlusskurs.

Die heftigen Schwankungen passen zum breiteren Börsenumfeld. KI-Aktien stehen seit Wochen unter Druck, weil Anleger bezweifeln, ob die Milliardeninvestitionen ausreichende Erträge bringen werden.
Hinzu kommt der erneut aufgeflammte Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Er treibt die Ölpreise und damit die Inflationserwartungen sowie die Zinsen nach oben. Dadurch steigen die Kapitalkosten, und die Anforderungen an künftige Renditen werden höher.
Am vergangenen Freitag hatte der Kurs noch ein Tief von 217,90 Euro erreicht, mehr als 33 Prozent unter dem Rekordhoch von 328,40 Euro vom 15. Juni. Seitdem hat sich die Aktie um gut 12 Prozent erholt.

Besi baut Maschinen für den letzten Schritt in der Chipproduktion: das Zusammenfügen und Verpacken von Chips. Das Unternehmen aus Duiven gehört zu den führenden Anbietern im Bereich Hybrid Bonding, einer Technik, bei der Chips direkt übereinandergestapelt werden, um schnellere KI-Chips zu ermöglichen.
Die Nachfrage nach dieser Ausrüstung zieht stark an. Im zweiten Quartal gingen Aufträge im Wert von 292,9 Millionen Euro ein, während Analysten mit 250 Millionen Euro gerechnet hatten. Im Jahresvergleich haben sich die Bestellungen mehr als verdoppelt.
Nach Angaben von Besi ist das vor allem auf die Nachfrage aus Rechenzentren, der Photonik (Chips, die mit Licht arbeiten) und KI-Anwendungen zurückzuführen. Zudem gingen neue Hybrid-Bonding-Aufträge von zwei bestehenden Kunden und einem neuen Hyperscaler, also einem großen Cloudanbieter, ein.
Der Umsatz lag bei 250 Millionen Euro, die Bruttomarge bei 65,7 Prozent. Beide Werte entsprachen den eigenen Prognosen. Das Betriebsergebnis von 108,8 Millionen Euro übertraf die Schätzung von 90 Millionen Euro deutlich.
Der Knackpunkt liegt in der Marge. Für das dritte Quartal rechnet Besi mit einer Bruttomarge von 63 bis 65 Prozent, weniger als im vergangenen Quartal. Grund ist ein ungünstigerer Produktmix.
Dem steht ein starker Umsatzausblick gegenüber: Besi erwartet ein Wachstum von 10 bis 15 Prozent auf rund 281 Millionen Euro. Das liegt 7 Prozent über den Markterwartungen, wie der Analyst Francois-Xavier Bouvignies von der Schweizer Bank UBS berechnet hat.
Bouvignies kann die Zurückhaltung kaum nachvollziehen. Das Quartal habe erneut starke Auftragseingänge und weitere Fortschritte bei der Einführung von Hybrid Bonding gezeigt. UBS bestätigt daher die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 370 Euro. Nach Einschätzung der Bank könnten die Gewinnerwartungen für 2026 um rund 5 Prozent steigen.
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