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China und die Europäische Union haben sich im Streit über chinesische Hybridautos geeinigt. Ein neuer Handelskrieg ist damit vorerst abgewendet. Die Vereinbarung ist der jüngste Schritt in einem seit zwei Jahren andauernden Konflikt. Peking macht dabei allerdings bemerkenswert wenige Zugeständnisse.

Obergrenze von 350.000 Hybridautos

EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und der chinesische Handelsminister Wang Wentao haben am Freitag in Peking eine Vereinbarung mit 16 Punkten geschlossen. Der wichtigste Punkt: Die EU darf die Einfuhr chinesischer Hybridautos begrenzen.

Laut einem Dokument, das Bloomberg vorliegt, gilt ab dem 1. Dezember eine Obergrenze von 350.000 Fahrzeugen pro Jahr. Ab dem zweiten Jahr darf sie jährlich um 6 Prozent steigen. Die Vereinbarung gilt für vier Jahre.

Brüssel setzt dafür auf eine Schutzmaßnahme, die nach den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) bei einem plötzlichen Anstieg der Einfuhren zulässig ist. Üblicherweise werden dabei auf Importe oberhalb der Quote zusätzliche Zölle erhoben.

Šefčovič erklärte, die Vereinbarung eröffne die Möglichkeit, die chinesischen Exporte um mehr als die Hälfte zu reduzieren. China bestätigte die Obergrenze nicht, betonte aber heute, seinen Unternehmen blieben ausreichend Spielraum für Exporte und die Aussicht auf stetiges Wachstum.

Wie der Handelskonflikt begann

Der Konflikt besteht seit Oktober 2024. Damals verhängte die EU zusätzliche Zölle von bis zu 35,3 Prozent auf chinesische Elektroautos. Diese kamen zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent hinzu.

Nach Ansicht Brüssels konnten chinesische Hersteller ihre Fahrzeuge dank staatlicher Subventionen zu übermäßig niedrigen Preisen anbieten. Peking reagierte mit Zöllen auf europäischen Weinbrand, Schweinefleisch und Milchprodukte. Bei Milchprodukten stiegen die Zölle im Dezember 2025 auf bis zu 42,7 Prozent.

Zudem führte China 2025 Exportbeschränkungen für Seltene Erden ein. Diese Rohstoffe werden unter anderem für Magnete in Autos benötigt. Europäische Autozulieferer gerieten dadurch unter Druck.

Im Januar schien sich der Konflikt zu entschärfen. Seitdem können chinesische Autohersteller die Zölle auf Elektroautos durch die Einhaltung eines Mindestpreises ersetzen. Im Februar genehmigte Brüssel das erste entsprechende Angebot.

Hybridautos blieben jedoch von sämtlichen Sonderregelungen ausgenommen. Für sie fiel lediglich der reguläre Einfuhrzoll von 10 Prozent an. Chinesische Hersteller lieferten deshalb immer mehr Hybridfahrzeuge nach Europa: Die Einfuhren stiegen von 107.000 im Jahr 2024 auf 302.000 im Jahr 2025 und haben sich damit nahezu verdreifacht.

Im August stammte bereits rund ein Viertel aller in Europa verkauften Hybridautos von einer chinesischen Marke. Im September drohte Brüssel mit eigenen Maßnahmen, sollte China die Exporte nicht drosseln. Deutschland und Frankreich sprachen sich für einen härteren Kurs aus.

Peking macht kaum Zugeständnisse

Die Obergrenze klingt nach einem weitreichenden Eingriff, liegt aber rund 16 Prozent über den Einfuhren des vergangenen Jahres. Worauf Šefčovič seine Aussage über eine mögliche Halbierung stützt, bleibt unklar.

Hinzu kommt, dass Hybridautos nur etwa 1 Prozent der chinesischen Exporte in die EU ausmachen. Das europäische Handelsdefizit gegenüber China beläuft sich inzwischen auf mehr als 1 Milliarde Euro pro Tag.

Joe Peissel, Chefökonom von Trivium China, sieht deshalb einen strategischen Erfolg für Peking. China habe Überprüfungen, Dialog und eine Verständigung zugesagt, bei den strukturellen Ursachen des enormen EU-Handelsdefizits jedoch kaum Zugeständnisse gemacht.

China verfügt zudem über ein weiteres Druckmittel. Nach Einschätzung von Christopher Beddor, stellvertretender Forschungsdirektor bei Gavekal Dragonomics, könnte Peking bei umfassenden Zöllen mit einem Exportstopp für Seltene Erden drohen.

Derzeit sei Peking allerdings eher zu einer Einigung bereit, so Beddor. Am Donnerstag entscheiden die europäischen Staats- und Regierungschefs, ob die EU doch einen härteren Kurs einschlägt. Im Januar und März sind weitere Gespräche geplant.

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