Wer verstehen will, wo die nächste Rezession beginnt, muss nicht weiter als bis zur Küste Kaliforniens schauen, so meint Analyst Joseph Brusuelas. In der ersten Woche des Mai werden 35% weniger Container im Hafen von Los Angeles erwartet. Gleichzeitig verdoppeln sich die Preise der Waren in diesen Containern.
Was dort ankommt, wird knapper und teurer. Das ist kein Zufall. Es ist die direkte Folge einer neuen Reihe von Importzöllen auf chinesische Produkte, die bis zu 145% betragen.
Eine ökonomische Massenkarambolage
Was hier passiert, ist das ökonomische Äquivalent einer Massenkarambolage. Der erste Schlag trifft die Dockarbeiter, LKW-Fahrer und Lagerarbeiter. Ihre Arbeit trocknet aus, ihre Einkommen sinken, und das sickert blitzschnell in den Rest der Wirtschaft durch.
Die US-Regierung behandelt Importzölle als politisches Instrument, aber in der Praxis funktioniert es wie eine Steuer auf den Konsum. Unternehmen zucken mit den Schultern, hören auf zu bestellen und warten ab. Das Ergebnis? Weniger Arbeit, höhere Preise und Verbraucher, die letztendlich weniger ausgeben werden. So beginnt die Stagnation. Und danach, die Rezession.
Die ökonomische Auswirkung dieses ‘Tariff Shock’ ist in allen Gliedern der logistischen Kette sichtbar. Die Anzahl der Zugladungen mit Containern sinkt. Buchungen im Frachtsektor gehen zurück. Und auch die Anzahl der Jobs in der Logistik, die etwa 20% des amerikanischen Arbeitsmarktes ausmachen, ist unter Druck.
Seit 2018 haben drei große Störungen die globalen Handelsströme auf den Kopf gestellt: der Handelskonflikt unter Trump, die Pandemie in 2020, und Chinas Zero-COVID-Politik. Jedes Mal sank das Container-Volumen in Südkalifornien um mehr als 35%. Jedes Mal folgte eine Verzögerung der breiteren Wirtschaft.

Dieser neue Schock kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorräte sich noch nicht von den vorherigen Krisen erholt haben. Und im Gegensatz zu früheren Perioden gibt es jetzt keine Puffer: Konsumenten sind erschöpft, Produzenten unsicher, und Politiker steuern blind.
Während Südkorea und Japan sich China annähern, gräbt sich Amerika ein. Und das passiert genau zu dem Zeitpunkt, an dem der amerikanische Arbeitsmarkt keine niedrigen Löhne mehr akzeptiert, während Einwanderer, die bereit sind, diese Arbeit zu verrichten, abgewiesen werden.
Die Illusion, dass die Produktion zurück in die USA kommt, scheitert an der harten Realität. Ohne einen Plan, Importe zu ersetzen, folgen Engpässe und Preissteigerungen zwangsläufig.
Der wirkliche Preis dieser politischen Entscheidungen ist nicht nur wirtschaftlich. Es ist ein Verlust an Vertrauen, an Effizienz und letztendlich an Wachstum. Die Rezession ist unterwegs. Sie kommt nicht mit Donner und Blitz, sondern im Rhythmus der Container, die nicht mehr ankommen; so ein pessimistischer Joseph Brusuelas.
Was denkst du? Steuern wir doch auf eine Rezession zu? Das wäre auf jeden Fall verheerend für Bitcoin und Aktien auf kurze Sicht.
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