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Adyen hat seine Prognose für 2026 nach einem starken ersten Halbjahr angehoben. Der niederländische Zahlungsdienstleister verzeichnet eine wachsende Nachfrage sowohl von neuen als auch von bestehenden Kunden und rechnet deshalb in diesem Jahr mit einem höheren Umsatzwachstum als bislang erwartet.
Der positive Ausblick kommt für Adyen zu einem wichtigen Zeitpunkt. Die Aktie hat in diesem Jahr bereits 34 Prozent verloren, unter anderem wegen Sorgen über den zunehmenden Wettbewerb im europäischen Zahlungsmarkt und die wirtschaftliche Unsicherheit. Die angehobene Wachstumsprognose könnte Anlegern nun neues Vertrauen geben.
Adyen blickt nach den ersten sechs Monaten des Jahres optimistischer auf 2026. Der Zahlungsdienstleister erwartet, dass der Nettoumsatz währungsbereinigt um 21 bis 23 Prozent wächst. Zuvor war Adyen von 20 bis 22 Prozent ausgegangen.
Die höhere Prognose folgt auf ein starkes erstes Halbjahr. Der Nettoumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Damit schnitt Adyen etwas besser ab als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit 1,29 Milliarden Euro gerechnet.
Beim Ergebnis blieb das Unternehmen dagegen leicht hinter den Erwartungen zurück. Das bereinigte EBITDA lag bei 641,5 Millionen Euro, während Analysten 645 Millionen Euro erwartet hatten.
Adyen verdient sein Geld mit der Abwicklung von Zahlungen für Unternehmen, online, in mobilen Anwendungen und im stationären Handel. Das Unternehmen verfügt über Banklizenzen in Europa, Großbritannien und den Vereinigten Staaten und zählt internationale Großkunden wie Uber, Meta und Microsoft zu seinen Kunden.
Adyen verfolgt in diesem Jahr eine auffallend andere Wachstumsstrategie. Der Zahlungsdienstleister war jahrelang nahezu ausschließlich aus eigener Kraft gewachsen, hat inzwischen aber zwei größere Übernahmen angekündigt, um sein Angebot auszubauen.
Im April gab Adyen bekannt, Talon.One für 750 Millionen Euro zu übernehmen. Die Technologie des Unternehmens hilft Firmen etwa dabei, Rabatte und Angebote automatisch auf einzelne Kunden zuzuschneiden.
Zwei Monate später folgte der nächste große Zukauf. Adyen übernimmt die Abrechnungsplattform Orb für 335 Millionen Dollar. Die Software von Orb unterstützt große Unternehmen bei der Verwaltung und Automatisierung ihrer Rechnungsstellung.
Mit beiden Übernahmen will Adyen mehr werden als ein reiner Zahlungsabwickler. Das Unternehmen kann Bestandskunden künftig auch bei Rabattaktionen und der Rechnungsstellung unterstützen. Dadurch entstehen neue Erlösquellen, und Adyen kann mehr mit Unternehmen verdienen, die bereits seine Zahlungsplattform nutzen.
Die höheren Erwartungen sind für Adyen ein willkommener Impuls. An der Börse hat der Zahlungsdienstleister ein schwieriges Jahr hinter sich. Seit Anfang 2026 hat die Aktie rund 34 Prozent an Wert verloren.
Anleger sorgen sich vor allem über den zunehmenden Wettbewerb im europäischen Zahlungsmarkt. Neue Anbieter wachsen schnell, was Befürchtungen schürt, dass der Kampf um große Kunden am Ende zu niedrigeren Preisen und Margen führen könnte.
Adyen will sich daran nicht beteiligen. Das Unternehmen hat bereits betont, keinen Preiskampf führen zu wollen, und verweist darauf, dass das Wachstum der Konkurrenz nicht automatisch zulasten des eigenen Marktanteils gehen müsse.
Auch an der Unternehmensspitze steht eine Veränderung bevor. Finanzchef Ethan Tandowsky verlässt Adyen Ende August. Sein Stellvertreter Hwa Tsao übernimmt die Position vorübergehend, während Adyen nach einer dauerhaften Nachfolge sucht.
Die angehobene Umsatzprognose sendet Anlegern nun ein wichtiges neues Signal. Trotz des Wettbewerbsdrucks erwartet Adyen in diesem Jahr ein stärkeres Wachstum als bisher angenommen.
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