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Die US-amerikanische National Football League (NFL) schaltet sich in den Rechtsstreit um die Prognoseplattform Kalshi ein. Die größte American-Football-Liga der Welt unterstützt den Vorstoß des Bundesstaates New Jersey, den Fall vor den Obersten Gerichtshof der USA zu bringen. Nach Einschätzung der NFL bergen Sportwetten über Prognosemärkte Risiken. Besonders die Gefahr von Spielmanipulationen bereitet der Liga Sorgen.

Der Vorstoß fällt in eine Phase starken Wachstums bei Kalshi. Über die Plattform werden inzwischen Prognosekontrakte auf Sportereignisse im Wert von mehreren Milliarden Dollar gehandelt. Zugleich sind sich Aufsichtsbehörden und US-Bundesstaaten uneinig, wer dafür zuständig ist.

NFL warnt vor Spielmanipulationen

Die NFL unterstützt den Antrag New Jerseys an den Obersten Gerichtshof der USA, die rechtliche Stellung von Kalshi zu klären. Die Liga befürchtet, dass Prognosemärkte den Verlauf von Sportwettbewerben beeinflussen könnten.

Auf Kalshi können Nutzer Kontrakte kaufen, die eine Auszahlung vorsehen, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Bei Sportveranstaltungen ähnelt das stark einer klassischen Wette. Der Unterschied: Kalshi bietet diese Produkte als Finanzkontrakte an, nicht als herkömmliche Sportwetten.

Diese Unterscheidung steht im Mittelpunkt des Konflikts. Nach Ansicht der NFL können solche Märkte die Integrität sportlicher Wettbewerbe gefährden. Wer an bestimmten Ereignissen während eines Spiels verdienen kann, hat möglicherweise einen finanziellen Anreiz, Spieler, Schiedsrichter oder andere Beteiligte zu beeinflussen.

Die Bedenken wachsen, weil Sportprognosen einen immer größeren Teil des Handels auf Kalshi ausmachen. Am ersten Sonntag der American-Football-Saison wurden auf der Plattform Kontrakte im Wert von rund 3,3 Milliarden Dollar gehandelt. Davon entfielen etwa 1,8 Milliarden Dollar auf NFL-Spiele.

Die Zahlen zeigen, wie groß das Interesse an Sportprognosen inzwischen ist. Zugleich verschärfen sie die Debatte darüber, ob die bestehenden Regeln ausreichend Schutz vor Manipulationen bieten.

Streit um Kalshi-Aufsicht vor dem Obersten Gerichtshof

Im Rechtsstreit geht es um die Zuständigkeiten der US-Bundesstaaten und der Bundesaufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC).

Kalshi argumentiert, seine Kontrakte unterlägen der Aufsicht der CFTC auf Bundesebene. Einzelne Bundesstaaten dürften die Plattform deshalb nicht wie klassische Sportwettenanbieter regulieren.

New Jersey widerspricht dieser Auffassung. Der Bundesstaat will gegen Sportkontrakte vorgehen können, die nach seinem Recht als Glücksspiel gelten. Dahinter steht eine grundsätzliche Frage: Dürfen Prognoseplattformen bundesweit geltende Finanzmarktregeln nutzen, um die Sportwettenbeschränkungen einzelner Bundesstaaten zu umgehen?

New Jersey steht damit nicht allein. Insgesamt unterstützen 39 US-Bundesstaaten und Washington, D.C., den Antrag, die Frage dem Obersten Gerichtshof vorzulegen.

Die breite Unterstützung zeigt, dass der Ausgang des Verfahrens weit über Kalshi hinaus Folgen haben könnte. Ein Urteil könnte festlegen, welchen Spielraum die Bundesstaaten haben, um Sportprognosen auf Finanzhandelsplattformen einzuschränken.

Kalshi verteidigt seine Rechtsposition

Kalshi hält daran fest, im Rahmen der geltenden bundesrechtlichen Vorschriften zu handeln. Sprecherin Dani Lever verteidigte die Rechtsposition des Unternehmens und betonte, dass die angebotenen Kontrakte der Aufsicht der CFTC unterlägen.

Damit stehen sich zwei Rechtsauffassungen gegenüber. Kalshi betrachtet seine Produkte als Finanzkontrakte, für die bundesweite Regeln gelten. Bundesstaaten wie New Jersey sehen bei sportbezogenen Kontrakten dagegen deutliche Parallelen zu Wetten, für die eigene Lizenzpflichten und Beschränkungen bestehen.

Die NFL stellt sich in diesem Konflikt ausdrücklich auf die Seite der Bundesstaaten. Für die Liga steht vor allem die Integrität des sportlichen Wettbewerbs im Vordergrund.

Der nächste Schritt liegt beim Obersten Gerichtshof der USA. Nach dem im Verfahren genannten Zeitplan ist der 9. November ein wichtiger Fristtermin für die beteiligten Parteien. Anschließend muss das Gericht noch entscheiden, ob es den Fall tatsächlich zur Entscheidung annimmt.

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