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Der XRP Ledger (XRPL) wird erstmals genutzt, um Daten realer brasilianischer Investmentfonds zu erfassen. CSD BR, ein wichtiger Akteur am brasilianischen Finanzmarkt, arbeitet dafür mit BTG Pactual zusammen, der größten Investmentbank Lateinamerikas.
CSD BR betreibt Systeme, in denen Finanzwerte im Gegenwert von rund 4 Billionen US-Dollar registriert sind. Dieser Gesamtbetrag wird nicht auf den XRP Ledger übertragen. Zunächst geht es lediglich um Daten ausgewählter Fonds von BTG Pactual.
Ein einfaches Beispiel zeigt, warum das relevant ist.
Kauft jemand Anteile an einem Fonds von BTG Pactual, wird dieser Erwerb offiziell bei CSD BR registriert. Banken führen daneben ihre eigene Buchhaltung und müssen regelmäßig prüfen, ob ihre Daten mit denen von CSD BR übereinstimmen.
Das kostet Zeit und kann zu Verzögerungen führen, wenn die Bestände nicht übereinstimmen.
Durch die neue Zusammenarbeit entsteht eine zusätzliche Kopie dieser Fondsdaten auf dem XRP Ledger. Die offizielle Buchhaltung von CSD BR bleibt bestehen und ist rechtlich maßgeblich. Die Vermögenswerte selbst werden also nicht auf die Blockchain verlagert.
Die betreffenden Fondsanteile werden jedoch zusätzlich als digitale Token auf XRPL abgebildet. Zugelassene Banken und Finanzunternehmen können dadurch jederzeit prüfen, ob die Daten auf der Blockchain mit der offiziellen Buchhaltung übereinstimmen.
Der Ansatz ist schlicht: Statt verschiedene Register nachträglich miteinander abzugleichen, entsteht ein zusätzliches digitales Register, das laufend überprüft werden kann.
Auffällig ist, dass CSD BR auf eine öffentliche Blockchain setzt. Grundsätzlich kann jeder einsehen, was auf dem XRP Ledger geschieht. Das bedeutet aber nicht, dass jeder die Fonds-Token kaufen oder übertragen kann.
CSD BR entscheidet weiterhin, wer teilnehmen darf. Zugang erhalten nur zugelassene Parteien, die die üblichen Vorgaben zu Identität und Geldwäscheprävention erfüllen.
Dafür werden die Fondsanteile über einen speziellen Tokenstandard des XRP Ledger ausgegeben. Er ermöglicht es etwa, Transaktionen zu blockieren oder Token einzufrieren, wenn eine Aufsichtsbehörde oder ein Gericht dies verlangt.
Nach Angaben von Ripple und CSD BR geht es von Beginn an um reale Fondsdaten. Damit unterscheidet sich das Projekt von vielen früheren Blockchain-Tests von Banken, bei denen meist mit Testdaten oder abgeschotteten Netzwerken gearbeitet wurde.
Vorerst dient der XRP Ledger damit vor allem als zusätzliches Register. Langfristig wollen die Unternehmen jedoch prüfen, ob Finanzprodukte direkt auf XRPL ausgegeben und gehandelt werden können.
Das wäre ein größerer Einschnitt. Eine klassische Wertpapiertransaktion kann einen Tag oder länger benötigen, bis sie endgültig abgewickelt ist. Über Blockchain-Technologie wäre dies theoretisch innerhalb weniger Sekunden möglich.
CSD BR will zunächst Erfahrungen mit dem aktuellen System sammeln. Anschließend könnten auch andere Finanzprodukte getestet werden, darunter brasilianische Immobilienforderungen und Anlageprodukte mit Bezug zum Agrarsektor.
Die Größe von CSD BR verleiht dem Projekt zusätzliches Gewicht. Das Unternehmen wurde 2018 gegründet, steht unter Aufsicht der brasilianischen Zentralbank und der Wertpapieraufsicht und betreibt Systeme, in denen Finanzwerte von mehr als 22 Billionen brasilianischen Real registriert sind.
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