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In der kommenden Woche steht vor allem die Federal Reserve im Fokus. Am Mittwochabend wird das Protokoll der Zinssitzung vom September veröffentlicht, bei der die US-Notenbank die Zinsen angehoben hatte. Anleger erhoffen sich Hinweise auf den nächsten geldpolitischen Schritt.
Nach dem US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag ist diese Frage noch brisanter geworden. Im September entstanden lediglich 29.000 neue Stellen, zugleich wurden die Zahlen für die Vormonate nach unten korrigiert. Damit steht ein schwächerer Arbeitsmarkt einer weiterhin hohen Inflation gegenüber, die die Fed im vergangenen Monat zum Handeln veranlasst hatte.
Die neuen Informationen könnten die US-Zinsen und den Dollar bewegen. Auch Aktien und andere risikoreiche Anlagen dürften reagieren, denn höhere Zinsen verteuern Kredite und machen Anleihen attraktiver.
Die Woche beginnt am Montag mit Daten zum US-Dienstleistungssektor. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management zeigt, ob die Unternehmen weiter wachsen und ihre Kosten weiter steigen.
Das ist wichtig, weil der Arbeitsmarktbericht zwei unterschiedliche Signale lieferte. Der Stellenzuwachs schwächte sich deutlich ab, die Arbeitslosenquote stieg von 4,2 auf 4,3 Prozent. Die Wirtschaft verliert damit an Dynamik, ohne dass sich bereits ein deutlicher Einbruch abzeichnet.
Ein schwacher Dienstleistungssektor würde die Wachstumssorgen verstärken. Damit könnten auch die Forderungen lauter werden, die Zinsen im weiteren Jahresverlauf nicht erneut anzuheben. Wachsen die Unternehmen dagegen weiterhin kräftig und melden erneut höhere Preise, spricht aus Sicht der Fed mehr dafür, die Inflation weiter zu bekämpfen.
Für Anleger liegt die Unsicherheit genau in diesem Spannungsfeld. Eine starke Wirtschaft ist normalerweise eine gute Nachricht für die Unternehmensgewinne. Treibt sie jedoch zugleich die Inflation an, könnte die Notenbank die Zinsen länger hoch halten oder erneut erhöhen. Das kann vor allem Wachstumsaktien belasten, bei denen ein größerer Teil der erwarteten Gewinne erst in fernerer Zukunft anfällt.
Der wichtigste Termin der Woche ist Mittwoch um 20.00 Uhr deutscher Zeit. Dann veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer Sitzung vom 15. und 16. September. Bei diesem Treffen hatte die Notenbank den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent angehoben.
Der Beschluss fiel einstimmig. Das Protokoll könnte jedoch zeigen, welche Überlegungen die Währungshüter zu dieser Entscheidung führten. Anleger wollen vor allem erfahren, wie groß die Inflationssorgen waren und wie hoch die Bereitschaft ist, die Zinsen im weiteren Jahresverlauf nochmals anzuheben.
Die Wirtschaftsprognosen vom September hatten diese Frage bereits in den Vordergrund gerückt. Die meisten Währungshüter hielten einen Zinssatz von rund 4,1 Prozent zum Jahresende für angemessen. Das deutet auf Spielraum für eine weitere Zinserhöhung hin. Allerdings stammen diese Prognosen aus der Zeit vor dem schwachen Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag.
Das Protokoll liefert deshalb keine eindeutige Antwort darauf, was die Fed Ende Oktober tun wird. Es zeigt aber, welches Gewicht die Inflationssorgen im vergangenen Monat hatten. Sollte aus dem Bericht hervorgehen, dass viele Währungshüter die Geldpolitik weiter straffen wollten, könnten die Renditen von US-Staatsanleihen steigen. Das stützt häufig den Dollar und kann Aktien, Gold sowie risikoreiche Anlagen wie Bitcoin unter Druck setzen.
Erweist sich die Zinserhöhung hingegen vor allem als Vorsichtsmaßnahme, könnte der Markt eine Zinspause für wahrscheinlicher halten. Sinkende Zinserwartungen machen Anleihen mit langen Laufzeiten in der Regel attraktiver und entlasten den Aktienmarkt.
Nach Mittwoch richtet sich die Aufmerksamkeit auf die US-Verbraucher. Am Freitag wird eine erste Erhebung zum Verbrauchervertrauen im Oktober veröffentlicht. Die Universität Michigan befragt die Haushalte dabei auch zu ihren Inflationserwartungen für die kommenden Jahre.
Gerade diese Erwartungen sind für die Fed wichtig. Rechnen Verbraucher dauerhaft mit höheren Preisen, könnten sie früher Lohnerhöhungen fordern und Käufe vorziehen. Das kann die Inflation verfestigen. Ein Rückgang der Erwartungen würde der Notenbank dagegen mehr Spielraum geben, zunächst die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt abzuwarten.
Das Verbrauchervertrauen liefert damit zum Wochenschluss einen weiteren Anhaltspunkt für die zentrale Frage: Ist die US-Wirtschaft stark genug für eine weitere Zinserhöhung, oder zwingt der schwächere Stellenzuwachs die Fed zum Abwarten? Eine einzelne Kennzahl dürfte darauf kaum eine eindeutige Antwort geben. Am Freitag könnten Anleger jedoch besser einschätzen, wie offen die Entscheidung für die Zinssitzung am 27. und 28. Oktober noch ist.
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