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Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX wehrt sich gegen Pläne, seine Aktien mithilfe der Blockchain-Technologie auf einer neuen US-Handelsplattform handelbar zu machen. Auch Tesla und Amazon haben Einspruch eingelegt. Insgesamt versuchen inzwischen 56 Unternehmen, ein solches Angebot ihrer Aktien zu verhindern.
Laut einer Mitteilung vom 2. November hat SpaceX offiziell Einspruch gegen die Pläne von OKXICE eingelegt. Hinter der Plattform stehen die Kryptobörse OKX und Intercontinental Exchange (ICE), die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange.
Die Plattform will US-Aktien in digitale Token umwandeln, die sich über Blockchain-Netzwerke handeln lassen.
Am Montag schlossen sich auch Netflix, der Halbleiterausrüster Lam Research und das Fintech-Unternehmen SoFi Technologies dem Widerstand an. Von den 62 Unternehmen, deren Aktien OKXICE ursprünglich anbieten wollte, haben inzwischen 49 widersprochen. Das entspricht fast 80 Prozent des geplanten Angebots.
Anleger könnten damit Aktien außerhalb der regulären Börsenzeiten handeln. SpaceX ist nicht das einzige Unternehmen, das dagegen Einspruch einlegt. Auch Tesla, Amazon, Microsoft und Nvidia stehen auf der Liste der Gegner.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat im September Sonderregeln eingeführt, die einen solchen Handel ermöglichen. Unternehmen haben allerdings 30 Tage Zeit, Einspruch einzulegen, wenn ein unabhängiger Dritter ihre Aktien digitalisieren will. Geht der Einspruch fristgerecht ein, darf OKXICE die betreffenden Aktien nicht in dieser Form anbieten.
Die Regelung ist als „Innovation Exemption“ bekannt, eine befristete Ausnahmegenehmigung der SEC. Sie erlaubt Plattformen, US-Aktien als Token anzubieten, ohne sich zuvor als Börse registrieren zu müssen.
Die Ausnahme gilt nur für Token, die dieselben Rechte wie eine reguläre Aktie gewähren, darunter Dividenden- und Stimmrechte. OKXICE kauft deshalb über einen Intermediär echte Aktien und gibt für jede Aktie einen Token aus.
Digitale Versionen von SpaceX-Aktien werden bereits auf anderen Plattformen gehandelt. Nach dem Börsengang von SpaceX im Juni haben unter anderem Backpack und Kraken tokenisierte Versionen der Aktie für Anleger außerhalb der USA aufgelegt.
Diese Plattformen fallen nicht unter die US-Ausnahmeregelung. Unternehmen haben dort daher auch kein Vetorecht. Kraken bietet seinen SpaceX-Token über xStocks an. Herausgeber ist Backed Assets mit Sitz auf Jersey; dem Token liegt ein europäischer Wertpapierprospekt zugrunde.
US-Amerikaner dürfen diesen Token nicht kaufen. Er bildet zudem lediglich die Kursentwicklung ab und gewährt weder Dividenden- noch Stimmrechte. Damit würde er die Voraussetzungen der US-Regelung gar nicht erfüllen.
Backpack verfolgt ein anderes Modell. Der Token wird von Backpack Securities ausgegeben, einem US-Wertpapierbroker, der für jeden Token eine echte SpaceX-Aktie verwahrt. Inhaber können ihren Token gegen diese Aktie eintauschen.
Die Produkte stießen sofort auf großes Interesse. Den vorliegenden Handelsdaten zufolge erreichte der Handelsumsatz mit dem SPCX-Token von Backpack im Juni rund 1,08 Milliarden Dollar. Beim SPCXx-Token von Kraken waren es rund 852 Millionen Dollar.
Der Einspruch von SpaceX richtet sich gezielt gegen den geplanten Handel über OKXICE. Er bedeutet daher nicht, dass sämtliche bereits angebotenen tokenisierten SpaceX-Aktien vom Markt genommen werden müssen. Der wachsende Widerstand erschwert jedoch die Pläne der Plattform.
OKXICE darf weiterhin Aktien anbieten, die von den Unternehmen selbst tokenisiert werden. Konkrete Beispiele nennt die Plattform bislang allerdings nicht.
Andrew Cuomo, Co-Vorsitzender von OKXICE, rechnet damit, dass Unternehmen zunächst zurückhaltend bleiben, solange sich der neue Markt noch bewähren muss. Er erwartet eine stärkere Beteiligung, sobald die Vorteile deutlicher erkennbar sind.
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