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Der Ölpreis ist am Montag nach neuen Entwicklungen im Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran stark gefallen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich gegenüber ihrem jüngsten Höchststand um mehr als sechs Prozent. Berichte über diplomatische Gespräche sorgen für vorsichtigen Optimismus.

Zugleich kursieren Berichte, wonach Präsident Donald Trump eine israelische Anfrage für weitere Angriffe auf Iran abgelehnt haben soll. Die Spannungen im Nahen Osten bleiben jedoch hoch.

Ölpreis fällt um mehr als sechs Prozent

Der Ölpreis hat am Montagmorgen deutlich nachgegeben. Die international als Referenz geltende Sorte Brent war zuvor auf einen Höchststand von 117,45 Dollar je Barrel gestiegen, fiel anschließend aber auf rund 110 Dollar.

Nach Daten von TradingView notierte Brent gegen 11.43 Uhr bei 110,03 Dollar. Gegenüber dem jüngsten Höchststand entspricht das einem Rückgang von rund 6,3 Prozent.

Auch die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht unter Druck. Ihr Preis liegt bei rund 101 Dollar je Barrel, nachdem er zuvor noch über 103 Dollar gelegen hatte.

Der starke Rückgang folgt auf eine Phase steigender Ölpreise. In der vergangenen Woche hatte Brent um mehr als sechs Prozent zugelegt, WTI um 2,3 Prozent. Händler befürchteten, dass weitere US-Angriffe auf Iran die weltweite Ölversorgung zusätzlich beeinträchtigen könnten.

Diese Sorgen scheinen nun etwas nachzulassen. In den sozialen Medien kursieren Berichte, wonach Trump eine Anfrage des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu für gemeinsame Angriffe auf Iran abgelehnt haben soll.

Die Kryptoplattform Coin Bureau berichtete, der Brentpreis sei nach diesen Meldungen um fast sieben Prozent gefallen. Eine unabhängige Bestätigung für Trumps angebliche Entscheidung liegt bislang nicht vor.

Reuters bestätigte allerdings, dass Vermittler aus Katar am Sonntag nach Teheran gereist sind, um die Spannungen abzubauen. Die Reise erfolgte in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten.

Trump erklärte zudem am Sonntag gegenüber Fox News, sowohl weitere Militärschläge als auch eine diplomatische Einigung mit Iran seien möglich.

Angriffe auf Saudi-Arabien verschärfen die Spannungen

Trotz des deutlichen Ölpreisrückgangs bleibt die Lage im Nahen Osten äußerst angespannt. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben am vergangenen Wochenende erneut Saudi-Arabien angegriffen.

Nach Angaben der Rebellen waren unter anderem Pumpstationen einer wichtigen Ölpipeline und der Flughafen von Riad Ziele der Angriffe. Saudi-Arabien meldete am Sonntag, erneut Raketen und Drohnen abgefangen zu haben.

Die Angriffe vergrößern die Unsicherheit über die weltweite Ölversorgung. Seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran am 28. Februar ist der Öltransport auf wichtigen Seewegen erheblich beeinträchtigt.

Besonders wichtig ist dabei die Straße von Hormus. Ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels wird über diese Meerenge zwischen Iran und Oman abgewickelt.

Nach Daten des Washington Institute for Near East Policy wurden im Oktober bislang mehr Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Region verzeichnet als in jedem anderen Monat seit Beginn der Erfassung im Jahr 2017.

Analysten von Barclays warnen, dass die anhaltenden Angriffe auf Öltanker und Saudi-Arabien zu einem erheblichen Risikoaufschlag beim Ölpreis führen. Händler rechnen mit möglichen Engpässen und sind deshalb bereit, höhere Preise zu zahlen.

Ölpreis könnte längerfristig hoch bleiben

Unterdessen bemühen sich mehrere Länder, die Spannungen durch diplomatische Gespräche abzubauen. Am Montag kommen hochrangige Vertreter aus Iran, Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan in Teheran zusammen.

Das Treffen soll zu mehr Stabilität in der Region beitragen. Es zählt zu den ersten wichtigen diplomatischen Kontakten zwischen den beteiligten Ländern seit der jüngsten Eskalation des Konflikts.

Analysten rechnen dennoch nicht mit einer raschen Entspannung am Ölmarkt.

John Evans, Analyst bei PVM Oil Associates, erwartet, dass weitere Preisrückgänge Käufer anziehen werden, solange die Angriffe auf Saudi-Arabien andauern. Wegen der anhaltenden Unsicherheit lasse sich nur schwer abschätzen, wie weit der Ölpreis noch fallen könne.

Auch Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), warnte am Montag, dass der Energiemarkt voraussichtlich nicht rasch zu den Verhältnissen vor dem Krieg zurückkehren werde.

Nach Einschätzung Birols werden die Folgen des Konflikts auch 2027 noch spürbar sein. Dafür sprechen auch die Preise am Terminmarkt: Brentöl zur Lieferung im April 2027 kostet weiterhin fast 100 Dollar je Barrel.

Die hohen Preise für künftige Öllieferungen zeigen, dass Händler mit länger anhaltenden Störungen der Ölversorgung rechnen. Selbst nach dem deutlichen Rückgang am Montag liegt der Brentpreis noch erheblich über dem Niveau von Anfang Oktober, als ein Barrel rund 100 Dollar kostete.

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