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Der S&P 500 sendet ein auffälliges Warnsignal, das in der Vergangenheit starken Börsenrückgängen vorausging. Einer neuen technischen Analyse zufolge verliert der US-Leitindex trotz der Kursanstiege der vergangenen Monate an Dynamik.
Sollte sich das Muster wiederholen, droht der Wall Street eine deutliche Korrektur. Auch bei großen Investmentbanken wachsen die Sorgen um den US-Aktienmarkt.
Der S&P 500 zeigt nach Einschätzung des Börsenanalysten TradingShot ein Muster, auf das in der Vergangenheit zweimal ein deutlicher Kursrückgang folgte. Der Analyst veröffentlichte seine Auswertung am 30. Oktober auf TradingView.
Im Mittelpunkt steht eine sogenannte negative Divergenz: Der Index steigt weiter, während die Aufwärtsbewegung an Dynamik verliert.
Das zeigt sich am Relative-Stärke-Index (RSI), der die Stärke einer Kursbewegung misst. Seit Ende Mai erreicht der S&P 500 immer neue Höchststände, während die Hochpunkte des RSI sinken. Das kann auf eine nachlassende Dynamik des Kursanstiegs hindeuten.
Laut TradingShot war ein ähnliches Muster auch vor zwei früheren Börsenkorrekturen zu beobachten.
Nach dem Corona-Crash im März 2020 legte der S&P 500 zunächst um mehr als 119 Prozent zu. Anschließend verlor er rund 27 Prozent. Später wiederholte sich ein ähnlicher Verlauf: Der Index stieg um mehr als 76 Prozent, bevor 2025 eine Korrektur um rund 21 Prozent folgte.
In der aktuellen Aufwärtsphase hat der S&P 500 seit seinem letzten Tief rund 62 Prozent zugelegt. Da nun erneut dasselbe Warnsignal auftritt, hält TradingShot eine weitere Korrektur für möglich.
Nach Einschätzung von TradingShot könnte der S&P 500 in den kommenden Monaten deutlich an Boden verlieren. Im ungünstigsten Szenario rechnet der Analyst mit einem Rückgang auf rund 6.350 Punkte.
Gegenüber dem Schlussstand vom Freitag, dem 30. Oktober, als der Index bei rund 7.580 Punkten notierte, entspräche das einem Verlust von mehr als 16 Prozent.
Ein derart starker Rückgang ist allerdings keineswegs sicher. TradingShot hält auch eine moderatere Korrektur auf etwa 6.900 Punkte für möglich, rund neun Prozent unter dem Schlussstand vom Freitag. In diesem Bereich verläuft der gleitende Durchschnitt der vergangenen 100 Wochen, der als Unterstützung dienen könnte.
Welches Szenario eintritt, hängt dem Analysten zufolge vor allem von den wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen ab.
Bei früheren starken Börsenrückgängen kamen zu den technischen Warnsignalen weitere Belastungen hinzu. Im Jahr 2022 gerieten Aktien durch die hohe Inflation und kräftige Zinserhöhungen unter Druck. 2025 sorgten die zunehmenden Handelsspannungen zwischen den USA und China für Unruhe.
Bleibt eine vergleichbare Belastung diesmal aus, hält TradingShot einen moderateren Rückgang auf 6.900 Punkte für wahrscheinlicher als einen Einbruch auf 6.350 Punkte.
Nicht nur technische Indikatoren deuten auf mögliche Probleme beim S&P 500 hin. Auch die Kursentwicklung der im Index enthaltenen Unternehmen mahnt zur Vorsicht.
So notieren die Aktien von rund 62 Prozent der Unternehmen im S&P 500 unter ihrem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Handelstage. Viele Aktien entwickeln sich damit schwächer, als der Anstieg des Gesamtindex vermuten lässt.
Vor allem die großen Technologiekonzerne stützen den Index. Auf die sogenannten Magnificent Seven, zu denen Apple, Microsoft und Nvidia gehören, entfällt ein großer Teil des erwarteten Gewinnwachstums.
Für diese sieben Unternehmen rechnen Analysten mit einem Gewinnwachstum von mehr als 30 Prozent. Bei den übrigen Unternehmen im S&P 500 liegt die Erwartung bei rund fünf Prozent.
Damit ist der US-Aktienmarkt stark von einer kleinen Gruppe von Unternehmen abhängig. Verlieren Anleger das Vertrauen in die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz (KI), könnten gerade diese Aktien erheblich unter Druck geraten.
Für Unsicherheit sorgen zudem die steigenden Renditen von US-Staatsanleihen und die Zwischenwahlen am Dienstag, dem 3. November.
Auch die Investmentbank Morgan Stanley hält eine Börsenkorrektur für möglich. Nach ihrer Einschätzung könnte der S&P 500 kurzfristig um rund acht Prozent auf etwa 7.100 Punkte fallen.
Dieses Szenario fällt weniger negativ aus als der von TradingShot skizzierte Rückgang auf 6.350 Punkte. Morgan Stanley erwartet zudem, dass sich der Index anschließend wieder erholen könnte, möglicherweise bis auf 8.000 Punkte.
In den kommenden Tagen dürften vor allem die US-Wahlen, neue Konjunkturdaten und Entwicklungen bei den großen Technologiekonzernen die Wall Street bewegen.
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