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Die Wall Street erholt sich leicht von den massiven Verlusten am vergangenen Freitag, dem schwächsten Börsentag seit Monaten. Enttäuschende Quartalszahlen haben die Sorgen der Anleger über die enormen KI-Ausgaben verstärkt.
Apple blieb in den vergangenen Wochen weitgehend von den Kursverlusten verschont. Der Grund: Der Konzern hält sich bei KI-Investitionen zurück. Heute Abend muss sich der iPhone-Hersteller mit der Vorlage neuer Quartalszahlen erneut beweisen.
In den vergangenen Jahren war diese Zurückhaltung für den iPhone-Hersteller eher ein Nachteil. Bis zum Sommer dieses Jahres entwickelte sich die Aktie schwächer als die Nasdaq. Anleger honorierten vor allem Unternehmen, die beim Ausbau der KI-Infrastruktur vorangingen.
Während Technologieaktien im vergangenen Monat deutlich nachgaben, legte die Apple-Aktie (AAPL) um 3,49 Prozent auf ein neues Rekordhoch zu. Am Freitag überholte Apple schließlich Nvidia als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt.
Die Aktie des Chipkonzerns verlor 4,2 Prozent, der Nasdaq-100 sank um 3,47 Prozent. Für den Technologieindex war es nicht der erste schwache Handelstag: Im Oktober summierte sich das Minus auf fast sieben Prozent.
Am breiten US-Aktienmarkt hielten sich die Verluste dagegen in Grenzen. Der S&P 500 schloss am Freitag 1,82 Prozent tiefer, verlor im gesamten Monat aber nur 0,92 Prozent. Die Gewichte haben sich verschoben: Nun entwickeln sich vor allem Branchen außerhalb des Technologiesektors gut.
Anleger hinterfragen die milliardenschweren KI-Investitionen schon länger zunehmend kritisch. Die Technologiekonzerne investieren jedes Quartal zweistellige Milliardenbeträge in Dollar in Rechenzentren, Chips und die Stromversorgung, um KI-Dienste anbieten zu können.
Erste Erträge zeigen sich bereits in den Geschäftszahlen. Amazons Cloudsparte wuchs im vergangenen Quartal um 39 Prozent, die von Microsoft sogar um 48 Prozent. Der Großteil der in Aussicht gestellten Gewinne steht allerdings noch aus, während die Ausgaben bereits anfallen.
Das zeigt sich am freien Cashflow, also den Mitteln, die nach Kosten und Investitionen verbleiben. Jahrelang erwirtschafteten diese Unternehmen hohe Mittelüberschüsse, mit denen sie eigene Aktien zurückkauften oder Dividenden zahlten.
Bei einigen bleibt inzwischen unter dem Strich nichts mehr übrig. In dieser Berichtswoche reagieren Anleger darauf mit deutlichen Verkäufen. Alphabet brach am Donnerstag um fast 13 Prozent ein – der größte Tagesverlust in der Unternehmensgeschichte. Im vergangenen Quartal verzeichnete der Konzern einen negativen freien Cashflow von rund 9,1 Milliarden Dollar.
Meta hatte bereits im vergangenen Monat fast sieben Prozent verloren, nachdem die KI-Ausgaben auch dort den freien Cashflow ins Minus gedrückt hatten. Am Freitag meldete Amazon einen negativen freien Cashflow von rund 33,5 Milliarden Dollar. Die Aktie geriet nachbörslich zunächst deutlich unter Druck, das Minus begrenzte sich jedoch auf 1,4 Prozent.
Microsoft zeigt, dass es auch anders geht. Der Konzern erwirtschaftete weiterhin einen freien Cashflow von 18,6 Milliarden Dollar. Die Aktie legte nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen zunächst zu.
Heute deuten die Börsensignale wieder auf Gewinne hin. Die Futures auf den Nasdaq-100 notieren 0,92 Prozent höher, die Terminkontrakte auf den S&P 500 legen um 0,52 Prozent zu. Sie geben Hinweise auf die erwartete Entwicklung zur Handelseröffnung.

Anleger nutzen die Kursrückgänge vom Freitag zum Einstieg. Zugleich geben neue Friedensgespräche zwischen Iran und den USA den Märkten etwas Hoffnung. Der Ölpreis sank dagegen um gut zwei Prozent.
Heute legt Apple seine Geschäftszahlen vor. Es sind die ersten Quartalszahlen unter Konzernchef John Ternus, der am 1. September die Nachfolge von Tim Cook antrat.
Analysten erwarten einen Umsatz von rund 113 Milliarden Dollar, fast elf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit läge das Wachstum am oberen Ende der von Apple selbst prognostizierten Spanne von neun bis elf Prozent.
Entscheidend ist, wie profitabel dieses Wachstum ausfällt. Die Bruttomarge, also der Umsatzanteil nach Abzug der Produktionskosten, dürfte von gut 50 auf etwa 47,6 Prozent sinken.
Hauptgrund sind teurere Speicherchips, die wegen der hohen Nachfrage aus KI-Rechenzentren knapp sind. Damit trägt Apple indirekt einen Teil der Kosten des KI-Wettbewerbs.
Der Rückgang ist allerdings teilweise durch einen Sondereffekt verzerrt. Im Vorquartal hatte eine Erstattung von Einfuhrzöllen die Marge einmalig um rund zwei Prozentpunkte erhöht.
Daneben achten Anleger auf das iPhone 18 Pro. Es kam am 18. September in den Handel, weshalb die aktuellen Zahlen erst die ersten neun Verkaufstage erfassen. Mindestens ebenso wichtig ist deshalb Apples Ausblick auf das Weihnachtsquartal.
Die Erwartungen sind hoch. Die Aktie wird mit etwa dem 37-Fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns bewertet. Am Optionsmarkt wird für morgen eine Kursbewegung von rund 3,5 Prozent eingepreist – nach oben oder unten.
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