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Diamanten gelten seit Jahrhunderten als Symbol für Reichtum, Luxus und Exklusivität. Doch sind sie deshalb auch eine gute Geldanlage? Wer in den vergangenen fünfzehn Jahren in Diamanten investiert hat, erzielte eine ganz andere Rendite als Anleger, die auf Gold und Silber setzten. Der Grund dafür ist ein tiefgreifender Wandel am Diamantenmarkt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Wer 2011 einen Betrag von 100 Dollar in Gold investiert hat, würde heute über 216 Dollar verfügen. Bei Silber wären es 122 Dollar.
Dieselbe Anlage in Diamanten wäre heute nur noch 30 Dollar wert. Der Diamond Standard Index von Bloomberg, der die Preise für Diamanten in Anlagequalität abbildet, liegt sogar auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zwanzig Jahren.
Warum verliert ein Produkt, das lange als exklusiv galt, so stark an Wert? Die Antwort liegt vor allem in der Herstellung im Labor. Unternehmen können inzwischen Diamanten produzieren, die chemisch mit natürlichen Diamanten identisch sind. Zudem sinken die Herstellungskosten immer weiter.
Ein zertifizierter Labordiamant mit einem Gewicht von einem Karat kostet im Großhandel inzwischen nur noch 76 bis 87 Dollar. Auch Verbraucher haben die günstigere Alternative für sich entdeckt. Von allen US-amerikanischen Paaren, die 2025 heirateten, entschieden sich 61 Prozent für einen Labordiamanten im Verlobungsring.
Für traditionelle Diamantenproduzenten ist das ein großes Problem. Die Knappheit natürlicher Diamanten sorgte jahrelang für hohe Preise. Inzwischen steht Verbrauchern jedoch eine deutlich günstigere Alternative zur Verfügung.
Der entscheidende Unterschied zu Gold und Silber: Diese Edelmetalle lassen sich nicht ohne Weiteres industriell herstellen. Produzenten können daher nicht auf dieselbe Weise eine günstige Alternative auf den Markt bringen.
Das macht Gold und Silber nicht automatisch zu sicheren Anlagen. Auch ihre Preise können stark schwanken. Über einen längeren Zeitraum haben sie sich jedoch deutlich besser entwickelt als Diamanten.
Der Wandel am Diamantenmarkt trifft inzwischen auch die größten Unternehmen der Branche. Das bekommt etwa der Diamantenkonzern De Beers zu spüren. 2011 wurde das Unternehmen noch mit knapp 13 Milliarden Dollar bewertet. Bei einem möglichen Verkauf könnte es inzwischen nur noch rund eine Milliarde Dollar einbringen.
Natürliche Diamanten sind deshalb jedoch nicht wertlos geworden. Im September legten die Preise für einige Diamanten sogar leicht zu.
Für Privatanleger bleibt allerdings ein wesentliches Problem: Wer einen Diamanten kauft und später wieder verkauft, erhält häufig nur etwa die Hälfte des Kaufpreises zurück.
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