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Der Zahlungsriese Visa hat einen wichtigen Schritt im Kryptobereich vollzogen. Das Unternehmen hat seine Technologie für internationale Zahlungen mit Stablecoins offiziell in Betrieb genommen.
Damit können Unternehmen weltweit schneller Mittel für grenzüberschreitende Zahlungen bereitstellen, unabhängig von den Öffnungszeiten der Banken. Der neue Dienst erweitert Visa Direct und wird zunächst über den Zahlungsdienstleister Inyo Global angeboten.
Visa teilte am 15. Oktober mit, dass seine Stablecoin-Technologie die Testphase abgeschlossen hat und nun kommerziell verfügbar ist. Unternehmen können über Visa Direct künftig den Stablecoin USDC nutzen, um internationale Auszahlungen nahezu in Echtzeit vorzufinanzieren.
USDC ist eine Kryptowährung, deren Wert an den US-Dollar gekoppelt ist. Ein USDC entspricht daher in der Regel etwa einem Dollar.
Für Unternehmen, die regelmäßig Geld ins Ausland überweisen, kann das neue Verfahren einen wesentlichen Unterschied machen. Bei herkömmlichen internationalen Zahlungen sind sie häufig auf Banken und deren Öffnungszeiten angewiesen. Dadurch kann es länger dauern, bis genügend Geld für eine Zahlung bereitsteht.
Mit USDC können Unternehmen diese Mittel rund um die Uhr bereitstellen. Sie sind damit nicht mehr allein auf die üblichen Bearbeitungszeiten der Banken angewiesen.
Als erster Partner bietet Inyo Global die Technologie an. Das Unternehmen stellt unter anderem Fintechs, Banken und Anbietern internationaler Geldtransfers Zahlungstechnologie zur Verfügung.
Über die bestehende Plattform von Inyo können Unternehmen Zahlungen in mehr als 180 Länder abwickeln. Ob der Dienst tatsächlich verfügbar ist, hängt allerdings vom Standort und den Voraussetzungen ab, die ein Unternehmen erfüllen muss.
Die Ankündigung bedeutet nicht, dass Verbraucher künftig direkt mit USDC im Einzelhandel bezahlen können. Der neue Dienst richtet sich vor allem an Unternehmen, die ihre internationalen Auszahlungen vorfinanzieren müssen.
Der Einführung gingen Pilotprojekte voraus, die Visa 2025 gestartet hatte. Dabei untersuchte der Zahlungsdienstleister, wie sich Stablecoins zur Finanzierung internationaler Zahlungen und zur effizienteren Steuerung von Geldflüssen einsetzen lassen.
Aus diesen Tests entsteht nun über Inyo Global erstmals ein kommerzielles Angebot.
Nach Einschätzung von Vira Platonova, die Visa Direct weltweit verantwortet, steht in der nächsten Entwicklungsphase von Stablecoins vor allem deren praktischer Einsatz im Mittelpunkt.
Entscheidend sei nun, dass Stablecoins breiter genutzt werden, erklärt Platonova.
Visa will damit zeigen, dass Stablecoins nicht nur für Kryptoanleger interessant sind, sondern auch im bestehenden Finanzsystem einen praktischen Nutzen haben können.
Für Unternehmen ist dabei vor allem die Verfügbarkeit von Liquidität entscheidend. Wer internationale Zahlungen abwickelt, muss genügend Mittel für diese Transaktionen vorhalten. Mit Stablecoins lassen sich diese Gelder flexibler einsetzen, auch außerhalb der regulären Banköffnungszeiten.
Robson Dantas, Mitgründer und Technologiechef von Inyo Global, betont, dass Unternehmen dafür ihre bestehende Anbindung an die Inyo-Plattform weiter nutzen können. Sie müssen also kein vollständig neues Zahlungssystem einrichten.
Die Ankündigung zeigt, dass etablierte Finanzunternehmen zunehmend auf Kryptotechnologie setzen. Visa baut dafür kein vollständig neues Zahlungsnetzwerk auf, sondern integriert Stablecoins in seine bestehende Infrastruktur.
Der Unterschied ist wesentlich: Unternehmen können die Geschwindigkeit und Flexibilität von Stablecoins nutzen, während die Zahlungen weiterhin über die bestehenden Systeme von Visa Direct und dessen Partnern abgewickelt werden.
Allerdings steht der neue Dienst noch nicht jedem Unternehmen offen. Inyo Global ist der erste Anbieter, der die Technologie kommerziell einsetzt. Welche Unternehmen Zugang erhalten, hängt unter anderem von ihrem Standort und den geltenden Bedingungen ab.
Visa hat bislang auch nicht mitgeteilt, welches Zahlungsvolumen über den neuen Dienst erwartet wird. Ebenso ist offen, wann weitere Partner die Technologie anbieten werden.
Nach eigenen Angaben arbeitet Visa gemeinsam mit Kunden und Partnern an weiteren Einsatzmöglichkeiten für Stablecoins im internationalen Zahlungsverkehr.
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