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Das US-Kryptounternehmen Circle plant eine umfangreiche Expansion. Der Herausgeber des Stablecoins USDC will rund 40 neue Märkte erschließen, vor allem in Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Nach Angaben von Konzernchef Jeremy Allaire wächst die Nachfrage nach digitalen Dollar rasant. Das gilt nicht nur für Kryptoanleger, sondern auch für Banken, Unternehmen und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI).
Circle sieht vor allem in Ländern Chancen, in denen internationale Zahlungen nach wie vor teuer und kompliziert sind. Mit USDC will das Unternehmen Überweisungen schneller und günstiger machen.
USDC zählt zu den größten Stablecoins der Welt. Der digitale Coin ist an den US-Dollar gekoppelt und soll dadurch einen Wert von etwa einem Dollar halten. Nutzer können USDC über die Blockchain versenden, ohne dass jede Zahlung über eine herkömmliche Bank abgewickelt werden muss.
Für sein internationales Wachstum investiert Circle kräftig. Das Unternehmen übernahm den Zahlungsdienstleister Tazapay für 400 Millionen Dollar und erhielt eine strategische Investition von 100 Millionen Dollar von der Kryptobörse Binance.
Der Stablecoin USDC wächst unterdessen deutlich. Im zweiten Quartal 2026 belief sich der Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Coins auf rund 73,3 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit hält Circle etwa ein Viertel des weltweiten Stablecoin-Marktes. Konkurrent Tether bleibt allerdings mit Abstand der größte Anbieter. Auf dessen Stablecoin USDT entfallen knapp 60 Prozent des Marktes.
Circle will mehr sein als ein Herausgeber digitaler Dollar. Das Unternehmen entwickelt auch Zahlungstechnologie für Banken und andere Finanzinstitute.
Ein wichtiger Bestandteil ist Arc, ein speziell für Finanzanwendungen entwickeltes Blockchain-Netzwerk. Große Unternehmen wie BlackRock, Visa und Standard Chartered sind laut Circle an dem Projekt beteiligt.
Auch die US-Regulierung könnte das Wachstum von USDC unterstützen. Der GENIUS Act soll klare Regeln für an den Dollar gekoppelte Stablecoins schaffen. Die wichtigsten Bestimmungen sollen voraussichtlich ab Januar 2027 gelten.
Nach Einschätzung von Allaire könnte diese Rechtssicherheit das Vertrauen von Banken und Großunternehmen stärken. Circle teilte zudem im Juli 2026 mit, einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Bankenaufsicht auf Bundesebene gemacht zu haben.
Allerdings wächst auch die Konkurrenz aus der traditionellen Finanzbranche. Banken in den USA und Europa arbeiten an eigenen Stablecoins und digitalen Zahlungslösungen. Circle muss sich deshalb nicht nur gegen Tether behaupten, sondern auch gegen Finanzinstitute, die bereits Millionen Kunden betreuen.
Allaire wertet den Markteintritt neuer Anbieter vor allem als Zeichen dafür, dass digitale Zahlungen an Bedeutung gewinnen.
Neben internationalen Zahlungen sieht Circle in der künstlichen Intelligenz einen neuen Wachstumsmarkt. Nach Einschätzung von Allaire könnten Stablecoins bei Zahlungen zwischen KI-Systemen eine wichtige Rolle übernehmen.
Dabei geht es um sogenannte KI-Agenten, also Computerprogramme, die eigenständig Aufgaben erledigen. Ein KI-Agent kann beispielsweise automatisch für Finanzdaten oder den Zugang zu einem Onlinedienst bezahlen.
Mitunter handelt es sich dabei um Beträge von weniger als einem Cent. Herkömmliche Zahlungsmethoden sind für solche Kleinsttransaktionen oft zu teuer, da die Abwicklungskosten den Zahlungsbetrag übersteigen können.
Stablecoins wie USDC könnten hierfür eine Alternative bieten. Circle sieht insbesondere dann großes Potenzial, wenn Millionen KI-Systeme laufend kleine Zahlungen abwickeln.
Zugleich warnt Allaire vor neuen Sicherheitsrisiken. Cyberkriminelle können KI nutzen, um Finanzsysteme in großem Umfang automatisiert anzugreifen.
Für Circle geht es im Wettbewerb daher nicht nur um die Verbreitung von USDC, sondern auch um die Zuverlässigkeit und Sicherheit der zugrunde liegenden Zahlungstechnologie.
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Sicher bezahlen mit
Visa führt Zahlungen mit dem Stablecoin USDC ein. Unternehmen können dadurch schneller Mittel für internationale Zahlungen bereitstellen, ohne auf Banken angewiesen zu sein.
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