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Die US-Regierung hat innerhalb von zwei Tagen Bitcoin (BTC) im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar an die Kryptoplattform Coinbase Prime übertragen. Die umfangreichen Transaktionen werfen eine zentrale Frage auf: Plant Washington einen Bitcoin-Verkauf? Vor allem die ungeklärte Herkunft Tausender Coins sorgt für neue Unsicherheit.
Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Galaxy Research hat die US-Regierung insgesamt 9.261 BTC an Coinbase Prime übertragen. Ihr Wert beläuft sich auf rund 770 Millionen Dollar.
Coinbase Prime ist eine Plattform, auf der große Unternehmen und Finanzinstitute ihre Kryptobestände verwahren und verwalten können. Auch die US-Regierung nutzt diese Dienste.
Ein erheblicher Teil der übertragenen Bitcoin stammt aus früheren groß angelegten Hackerangriffen. Etwa die Hälfte lässt sich auf den bekannten Hack der Kryptobörse Bitfinex zurückführen. Ein weiterer Teil steht im Zusammenhang mit früheren Angriffen auf Binance.
Galaxy Research stieß allerdings auch auf eine Auffälligkeit.
Von den 9.261 BTC stammten 2.456 aus Wallets, die bislang nicht der US-Regierung zugeordnet wurden. Die Herkunft dieser Coins ist daher noch unklar.
Die Bitcoin wurden an eine spezielle Adresse bei Coinbase Prime gesendet, die für beschlagnahmte Vermögenswerte genutzt wird.
Nach Einschätzung von Galaxy Research könnte dies darauf hindeuten, dass US-Ermittlungsbehörden erneut eine große Menge Bitcoin beschlagnahmt haben. Eine offizielle Bestätigung steht bislang aus.
Die Transaktionen könnten sich auf den Bitcoin-Kurs auswirken. Werden große Mengen BTC an eine Handelsplattform übertragen, rechnen Anleger mit einem möglichen Verkauf.
Diese Sorge ist nicht unbegründet. Sollte die US-Regierung tatsächlich Bitcoin im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar verkaufen, könnte dies zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.
Besonders wenn viele Coins innerhalb kurzer Zeit auf den Markt gelangen, kann der Kurs unter Druck geraten.
Eine Übertragung von Bitcoin ist allerdings nicht mit einem Verkauf gleichzusetzen.
Seit 2024 arbeitet der US Marshals Service mit Coinbase Prime zusammen. Die Behörde ist unter anderem für die Verwaltung von Vermögenswerten zuständig, die US-Behörden beschlagnahmt haben.
Coinbase Prime dient deshalb nicht nur dem Handel mit Kryptowährungen, sondern auch ihrer sicheren Verwahrung.
Die jüngsten Transaktionen müssen daher keineswegs bedeuten, dass die US-Regierung ihre Bitcoin verkaufen will. Es könnte sich auch lediglich um einen Wechsel der Verwahrung handeln.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Die Bitcoin-Politik von Präsident Donald Trump spricht gegen einen ohne Weiteres möglichen Verkauf im großen Stil.
Im März 2025 unterzeichnete Trump einen Präsidialerlass zur Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve.
Ziel ist es, Bitcoin langfristig zu halten, die durch bestimmte Beschlagnahmungen in den Besitz der US-Regierung gelangen.
Dem Erlass zufolge dürfen Bitcoin, die im Rahmen straf- oder zivilrechtlicher Verfahren endgültig in das Eigentum der US-Regierung übergegangen sind, grundsätzlich nicht verkauft werden. Stattdessen sollen diese Coins der nationalen Reserve zugeführt werden.
Allerdings fällt nicht jeder Bitcoin im Besitz der Regierung automatisch unter diese Regeln. Entscheidend sind der rechtliche Status und die Herkunft der Coins.
Ein Verkauf von BTC, die zur strategischen Reserve gehören, würde der von Trump eingeführten Politik widersprechen.
Die Übertragungen an Coinbase Prime werfen somit Fragen nach einem möglichen Verkauf auf, während die US-Regierung zugleich auf die langfristige Verwahrung bestimmter Bitcoin-Bestände setzt.
Die ungeklärte Herkunft der 2.456 BTC erschwert zudem die Beurteilung, welche Regeln für diese Coins gelten.
Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung große Kryptobestände an Coinbase Prime überträgt.
Im Juli wurden bereits Bitcoin und Ethereum (ETH) im Wert von rund 297 Millionen Dollar an die Plattform gesendet.
Auch diese Coins stammten aus früheren Beschlagnahmungen durch US-Behörden.
Die Transaktionen verdeutlichen den Umfang der Kryptobestände, die die US-Regierung infolge von Hackerangriffen und strafrechtlichen Ermittlungen verwaltet.
Im Fokus stehen nun vor allem die 2.456 BTC, deren Herkunft noch ungeklärt ist. Sollten diese Coins tatsächlich erst kürzlich beschlagnahmt worden sein, würde dies auf einen neuen größeren Einsatz der US-Ermittlungsbehörden hindeuten.
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