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Die Ukraine hat einen der größten Drohnenangriffe der vergangenen Zeit auf Moskau und die umliegende Region ausgeführt. Dabei geriet unter anderem ein wichtiges Verteilzentrum von Wildberries, dem russischen Pendant zu Amazon, in Brand. Nach Angaben der Regionalbehörden wurden allein rund um die russische Hauptstadt 187 Drohnen abgeschossen oder außer Gefecht gesetzt.
Auch Russland griff die Ukraine zur gleichen Zeit massiv an, unter anderem mit Raketen und Drohnen auf Kiew, Krementschuk und Krywyj Rih. Die Unruhe griff zudem auf NATO-Gebiet über. Über Rumänien schoss ein spanischer Kampfjet eine Drohne ab, die aus Moldau in den Luftraum eingedrungen war.
Eines der auffälligsten Ziele des ukrainischen Angriffs war das Verteilzentrum von Wildberries in Koledino südlich von Moskau. Nach Angaben des Gouverneurs der Region brach dort nach einem Drohnenangriff ein Feuer aus.
Wildberries zählt zu den größten Onlinehändlern Russlands und wird häufig mit Amazon verglichen. Die Lagerhäuser spielen daher eine wichtige Rolle in der russischen Logistikinfrastruktur.
Genau diese Infrastruktur scheint zunehmend ins Visier zu geraten. Seit Mitte Juli wurden Berichten zufolge mindestens zwanzig Lagerhäuser von Wildberries angegriffen. Das Verteilzentrum in Koledino zählt zu den wichtigsten Standorten des Unternehmens im Raum Moskau.
Auch an anderen Orten in der Region entstanden Schäden. In Domodedowo brach bei einem Pharmalager ein Feuer aus, in Woskressensk wurde ein Industriekomplex getroffen. Nach Angaben der Regionalbehörden wurden drei Menschen verletzt.
Das Ausmaß des Angriffs war außergewöhnlich. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, landesweit sei in der Nacht eine Rekordzahl von 822 ukrainischen Drohnen abgefangen worden. Diese russischen Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Während Drohnen in Richtung Russland flogen, führte Moskau selbst groß angelegte Angriffe auf die Ukraine aus. Unter anderem Kiew, Krementschuk und Krywyj Rih wurden mit Drohnen sowie Marschflugkörpern und ballistischen Raketen beschossen.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden drei Marschflugkörper und 85 Drohnen abgeschossen oder außer Gefecht gesetzt. An mindestens dreizehn Orten wurden Einschläge gemeldet.
In Krywyj Rih wurde der Bergbau- und Stahlkomplex von ArcelorMittal getroffen. Ukrainischen Medien zufolge wurden wichtige Energieanlagen und die Hochofenproduktion beschädigt, woraufhin die Produktion eingestellt wurde.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dort seien zwei Menschen getötet und vierzehn weitere verletzt worden. In Sumy kam ein weiterer Mensch ums Leben. In und um Kiew wurden ihm zufolge sechs Menschen verletzt.
Russland erklärte zudem, im Hafen von Odessa mit Angriffsdrohnen ein Frachtschiff getroffen zu haben, das militärisches Material für die Ukraine transportiert habe. Diese Behauptung ließ sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Unruhe blieb nicht auf Russland und die Ukraine beschränkt. Am Sonntagmorgen flog eine Drohne aus Moldau in den rumänischen Luftraum ein und gelangte damit auf das Gebiet eines NATO-Mitgliedstaats.
Eine spanische F-18, die in der Region im Rahmen einer NATO-Mission im Einsatz war, wurde daraufhin aktiv und schoss die Drohne ab. Der Vorfall ereignete sich etwa 24 Kilometer nördlich der rumänischen Hafenstadt Galați, nahe der Grenze zur Ukraine.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Krieg auf diese Weise über die Ukraine hinausreicht. Auch in Polen, Bulgarien und den baltischen Staaten wurden bereits Zwischenfälle mit Drohnen gemeldet.
„Rumänien verteidigt seinen Luftraum, und unsere Verbündeten stehen an unserer Seite“, schrieb der rumänische Verteidigungsminister Radu Miruță auf X. Sein Land befinde sich „an der Frontlinie der Verteidigung der Europäischen Union“.
Der Vorfall ist besonders heikel, weil Rumänien Mitglied der NATO ist. Eine verirrte oder nicht identifizierte Drohne im Luftraum eines Bündnispartners kann rasch Spannungen auslösen. Da Russland und die Ukraine immer größere Drohnenschwärme einsetzen, steigt auch das Risiko, dass sich solche Zwischenfälle häufiger außerhalb des unmittelbaren Kriegsgebiets ereignen.
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