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Die Aktie von Micron Technology (MU) hat in den vergangenen zwölf Monaten eine außergewöhnliche Rally hingelegt. Der Kurs legte um fast 600 Prozent zu, vor allem wegen der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips für künstliche Intelligenz.
Die UBS sieht das Ende des Kursanstiegs dennoch noch nicht erreicht. Analyst Timothy Arcuri rechnet vom aktuellen Niveau aus mit rund 50 Prozent weiterem Aufwärtspotenzial.
Micron profitiert stark von den massiven Investitionen in Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Vor allem KI-Server benötigen große Mengen an leistungsfähigem Speicher. Arcuri zufolge vergrößert diese Entwicklung die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage weiter.
Der UBS-Analyst bestätigte deshalb seine Kaufempfehlung für Micron und hält an einem Kursziel von 1.625 Dollar fest. Zum Zeitpunkt der Analyse notierte die Aktie bei rund 1.077 Dollar. Damit hätte der Kurs noch etwa 50 Prozent Luft nach oben.
Das Kursziel basiert auf dem Achtfachen des für 2029 erwarteten Gewinns. Die UBS geht davon aus, dass die starke Nachfrage nach Speicherchips die Ergebnisse von Micron vorerst weiter stützt.
Auch für das laufende Quartal sind die Erwartungen hoch. Arcuri rechnet für das vierte Geschäftsquartal mit einem Umsatz von 52,4 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 32,50 Dollar je Aktie. Damit liegt seine Schätzung über dem Ausblick, den Micron selbst gegeben hat.
Die Rally ist bemerkenswert, weil sich der Wert der Aktie in den vergangenen zwölf Monaten bereits fast versiebenfacht hat. Klare Anzeichen für eine rasche Abkühlung des Marktes für Speicherchips sieht die UBS derzeit dennoch nicht.
Entscheidend ist, wie lange der KI-getriebene Boom anhalten kann. Speicherchips sind historisch ein zyklischer Markt. Hohe Preise führen zu zusätzlicher Produktion, ein größeres Angebot kann später wieder Preisdruck auslösen.
Arcuri hält ein solches Szenario für möglich, glaubt aber, dass Micron dagegen besser gewappnet ist als in früheren Zyklen. Er erwartet, dass der aktuelle KI-Zyklus seinen Höhepunkt womöglich erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2028 erreicht.
Selbst wenn die Preise für Speicherchips danach um 80 Prozent fallen sollten, könnte Micron seiner Einschätzung nach finanziell robust bleiben. Dazu tragen unter anderem langfristige Preisvereinbarungen mit Kunden sowie die Möglichkeit bei, künftig in großem Umfang eigene Aktien zurückzukaufen.
Gerade Letzteres könnte nach Einschätzung der UBS zu einem wichtigen neuen Kurstreiber werden.
Derzeit kann Micron eigene Aktien nicht unbegrenzt zurückkaufen oder hohe Sonderdividenden ausschütten. Diese Einschränkungen hängen mit Finanzmitteln zusammen, die das Unternehmen 2024 im Rahmen des US-amerikanischen CHIPS Act erhalten hat.
Arcuri zufolge laufen die Beschränkungen für Aktienrückkäufe am 9. Dezember aus. Danach könnte Micron deutlich mehr Kapital an seine Aktionäre zurückgeben.
Der Analyst geht davon aus, dass das Unternehmen zunächst eigene Aktien im Umfang von rund 20 Milliarden Dollar pro Quartal zurückkaufen kann. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 könnte dieser Betrag seinen Berechnungen zufolge sogar auf etwa 50 Milliarden Dollar pro Quartal steigen.
Eine geringere Zahl ausstehender Aktien bedeutet, dass sich der Gewinn auf weniger Papiere verteilt. Dadurch kann der Gewinn je Aktie hoch bleiben, selbst wenn die Preise für Speicherchips später deutlich nachgeben.
Dieses Szenario ist ein wichtiger Bestandteil der optimistischen Einschätzung der UBS. Nach einem Kursanstieg von fast 600 Prozent muss Micron in den kommenden Jahren weiter von der KI-Nachfrage profitieren, um diese Erwartungen zu erfüllen.
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