Newsbit
Im Store ansehen
Ansehen

Die Schweizer Großbank UBS erwägt eine weitreichende Entscheidung. Das größte Geldhaus des Landes prüft, seinen Hauptsitz ins Ausland zu verlegen. Nach Angaben des Wall Street Journal zieht die Bank sogar Gespräche über eine mögliche Übernahme oder Fusion mit einem US-Institut in Betracht. Hintergrund ist ein eskalierender Streit mit der Schweizer Regierung, die von UBS zusätzliche Kapitalreserven in Milliardenhöhe verlangt.

Schweiz droht der Verlust ihrer größten Bank

UBS ist seit mehr als 160 Jahren mit der Schweiz verbunden und zählt zu den wichtigsten Finanzinstituten des Landes. Dennoch bereitet die Bank hinter den Kulissen Szenarien für einen möglichen Wegzug vor.

Nach Angaben des Wall Street Journal prüfen Führungskräfte und Berater verschiedene Optionen. UBS könnte ein US-Finanzinstitut übernehmen und anschließend den Hauptsitz in die Vereinigten Staaten verlegen. Auch eine Fusion mit einem europäischen Wettbewerber oder ein Verkauf an eine US-Bank kommen infrage.

Die Überlegungen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Derzeit laufen keine konkreten Verhandlungen, formelle Schritte wurden bislang nicht eingeleitet.

Anlass für einen möglichen Umzug ist der Streit über strengere Kapitalanforderungen. Die Schweizer Regierung will UBS zu deutlich höheren Kapitalpuffern verpflichten, um künftigen Bankenkrisen vorzubeugen.

Nach Berechnungen von UBS müsste die Bank aufgrund der geplanten gesetzlichen Vorgaben rund 16 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital vorhalten.

Die Höhe der Summe hängt mit dem umfangreichen internationalen Geschäft der Bank zusammen. Die Regierung will, dass UBS ihre ausländischen Einheiten mit mehr Eigenkapital unterlegt, um mögliche Verluste besser auffangen zu können.

Finanzministerin Karin Keller-Sutter rechnet nicht damit, dass UBS die Schweiz tatsächlich verlässt. Ein Umzug würde die Bank ihrer Einschätzung nach letztlich mehr kosten als die Einhaltung der strengeren Vorschriften.

Dennoch scheint UBS einen Wegzug ernsthaft zu prüfen. Zwei Großaktionäre, Cevian Capital und Artisan Partners, drängen dem Zeitungsbericht zufolge sogar darauf, die Schweiz zu verlassen.

Sorge vor neuer Bankenkrise nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse

Der Konflikt hat seinen Ursprung in der Bankenkrise von 2023. Damals musste UBS die angeschlagene Konkurrentin Credit Suisse übernehmen, um eine größere Finanzkrise abzuwenden.

Die Schweizer Regierung will verhindern, dass das Land erneut in eine solche Lage gerät.

Diese Sorgen sind nicht unbegründet. UBS verfügt inzwischen über Vermögenswerte von rund 1,7 Billionen Dollar. Das entspricht etwa 150 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der Schweiz.

Zum Vergleich: Die Vermögenswerte der größten US-Bank entsprechen rund 15 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung.

Ein Zusammenbruch von UBS könnte deshalb gravierende Folgen für die Schweiz haben. Die Bank ist mittlerweile so groß, dass eine Rettung die finanziellen Möglichkeiten des Landes stark beanspruchen könnte.

UBS war zudem bereits auf staatliche Unterstützung angewiesen. Während der Finanzkrise 2008 benötigte die Bank wegen hoher Verluste mit US-Hypothekenanlagen ein Rettungspaket von mehr als 50 Milliarden Dollar.

Nach dieser Krise wurden strengere Vorschriften für Banken eingeführt, deren Scheitern das Finanzsystem gefährden würde. Aus Sicht Schweizer Politiker erwiesen sich diese Regeln als unzureichend, als die Credit Suisse 2023 vor dem Zusammenbruch stand.

Die neuen Vorschläge sollen diese Schwachstellen beheben. Das Schweizer Parlament muss den Maßnahmen in den kommenden Monaten noch zustimmen. Werden die Pläne umgesetzt, hat UBS sieben Jahre Zeit, die höheren Kapitalanforderungen zu erfüllen.

US-Banken zeigen Interesse an UBS

Unterdessen wächst offenbar das Interesse aus den Vereinigten Staaten. Insidern zufolge haben potenzielle US-Partner UBS wegen einer möglichen Zusammenarbeit oder Übernahme kontaktiert.

Analysten nennen unter anderem Morgan Stanley und mehrere US-Regionalbanken als mögliche Kandidaten. Dass UBS mit diesen Instituten verhandelt, ist allerdings nicht bestätigt.

Für US-Banken könnte UBS ein attraktives Übernahmeziel sein. Das Schweizer Institut verwaltet die Vermögen einiger der reichsten Menschen der Welt und betreut Hunderttausende US-Millionäre.

Zudem ist UBS der größte Vermögensverwalter in Asien und verfügt über eine starke Stellung im Nahen Osten.

Der Börsenwert von UBS liegt bei rund 155 Milliarden Dollar. Damit ist die Bank deutlich kleiner als die US-Konkurrenten Morgan Stanley und Goldman Sachs, die mit rund 280 Milliarden beziehungsweise 260 Milliarden Dollar bewertet werden.

Die UBS-Aktie hat in diesem Jahr zwar zugelegt, bleibt aber hinter der Kursentwicklung internationaler Wettbewerber zurück. Anleger verweisen dabei auf die Unsicherheit über die Schweizer Kapitalanforderungen.

Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher zeigt sich Insidern zufolge zunehmend offen für eine internationale Transaktion. Auch Konzernchef Sergio Ermotti, der zuvor betont hatte, UBS gehöre in die Schweiz, scheint seine Haltung gelockert zu haben.

Ein Wegzug wäre eine historische Zäsur. In ihrer heutigen Form entstand UBS 1998 durch die Fusion zweier großer Schweizer Banken. Ihre Geschichte reicht jedoch bis ins Jahr 1862 zurück.

Auch bei einer Verlegung des Hauptsitzes könnte UBS ihr Schweizer Geschäft behalten. Die Bank hat Kredite von rund 417 Milliarden Dollar an Schweizer Privathaushalte und Unternehmen vergeben. Zudem erwirtschaftet sie rund ein Drittel ihrer Erträge im Heimatmarkt.

Eine weitere Möglichkeit wäre, das Schweizer Bankgeschäft abzuspalten und an bestehende Aktionäre oder neue Investoren zu übertragen.

Ob es tatsächlich so weit kommt, ist offen. Einige Beteiligte vermuten, dass UBS einen möglichen Wegzug vor allem als Druckmittel gegenüber der Schweizer Politik nutzt.

Stefan Legge, Professor an der Universität St. Gallen, sieht darin einen riskanten Machtkampf, bei dem beide Seiten darauf warten, dass die jeweils andere nachgibt.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob das Schweizer Parlament bereit ist, die geplanten Kapitalanforderungen abzumildern. UBS hat bislang keine endgültige Entscheidung über ihre Zukunft getroffen.

Partnerinhalt

Schon deine 15 XRP als Willkommensbonus beansprucht?

Bitvavo in Zusammenarbeit mit Newsbit bietet dir aktuell 15 XRP als Geschenk. Die Aktion ist nur für kurze Zeit gültig.

Eröffne ein Konto und zahle mindestens 30€ ein, um den Bonus zu erhalten.

👉 Konto eröffnen und 15 XRP gratis erhalten

Über 1,5 Millionen Nutzer vertrauen bereits auf Bitvavo.

Achtung: Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden. Du kannst deine Einlage ganz oder teilweise verlieren.

15 XRP sichern Sie werden weitergeleitet zu
bitvavo-mark-and-logo-grey

Meist gelesen

ripple xrp
Kapitol in Washington, USA
Porsche