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Die Spannungen im Nahen Osten nehmen erneut zu. Präsident Donald Trump erklärt, er habe es nicht eilig, den Krieg mit Iran zu beenden. Zugleich droht er sogar mit Angriffen auf Oman, sollte das Land den Vereinigten Staaten in die Quere kommen.

Die Äußerungen fallen in eine heikle Phase. Oman verhandelt mit Iran über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, während auch im Libanon die Kämpfe wieder aufflammen. Die Unsicherheit rund um die wichtige Wasserstraße hat den Ölpreis seit Anfang vergangener Woche bereits um mehr als sieben Prozent steigen lassen.

Trump droht Oman, falls das Land den USA in die Quere kommt

Trump sagte Fox News telefonisch, die amerikanische Seeblockade iranischer Häfen erhöhe den Druck auf Teheran zunehmend. Einen Zeitplan für ein Ende des inzwischen fast sechs Monate andauernden Kriegs nannte er jedoch nicht.

Auch gegen Oman teilte er scharf aus. Sollte das Land den Vereinigten Staaten in die Quere kommen, droht Trump mit Bombardierungen. Eine ähnliche Aussage hatte er bereits im Mai gemacht.

Oman spielt derzeit eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen mit Iran über die Straße von Hormus. Die Vereinigten Staaten sind dem Bericht zufolge nicht direkt an diesen Gesprächen beteiligt.

Iran erklärte, inzwischen sei ein Plan für die Schifffahrt ausgearbeitet worden, als Teil umfassenderer Vereinbarungen mit Oman über den Verkehr durch die Meerenge. Nach Darstellung Teherans bedeutet das jedoch nicht, dass Hormus rasch vollständig wieder geöffnet wird.

Die Zeit drängt unterdessen. Washington und Teheran unterzeichneten im Juni ein Memorandum, das 60 Tage Spielraum für eine dauerhaftere Friedensregelung schaffen sollte. Diese Frist läuft am Montag aus.

Die Waffenruhe wurde unterdessen mehrfach verletzt. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch Iran haben inzwischen erklärt, die Vereinbarung greife faktisch nicht mehr. Trump sagte Fox News allerdings, hinter den Kulissen gebe es weiterhin Kontakt zu Iran.

Ölpreis steigt wegen Unsicherheit um die Straße von Hormus

Für die Finanzmärkte steht vor allem die Straße von Hormus im Mittelpunkt. Vor dem Krieg wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports über diese schmale Wasserstraße abgewickelt.

Da eine schnelle Wiederöffnung immer unwahrscheinlicher erscheint, steigt der Ölpreis weiter. Brentöl hat sich seit Anfang vergangener Woche um mehr als sieben Prozent verteuert. Am Montag legte der Preis in der Spitze um 1 Prozent auf 89,20 Dollar je Barrel zu.

Auch andernorts im Nahen Osten nehmen die Spannungen zu. Israel meldete am Wochenende die Tötung des hochrangigen Hisbollah-Kommandeurs Abu Hassan Alaa im Südlibanon. Bei israelischen Angriffen am Samstag kamen elf Menschen ums Leben.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, die Angriffe seien eine Vergeltung für einen Hisbollah-Angriff gewesen, bei dem drei israelische Soldaten schwer verletzt wurden.

Die neuen Kämpfe könnten eine von den Vereinigten Staaten vermittelte Waffenruhe im Libanon belasten. Das Abkommen sieht unter anderem die Entwaffnung der Hisbollah, einen späteren israelischen Rückzug aus besetztem Gebiet und mehr Verantwortung für die libanesische Armee vor.

Auch in anderen Teilen der Region bleibt die Lage angespannt. Israel hat die Hamas in Gaza angegriffen, die Huthi aus dem Jemen haben Schiffe im Roten Meer attackiert, und mehrere Schiffe in der Straße von Hormus wurden von Geschossen getroffen.

Krieg mit Iran bleibt ohne klaren Ausweg

Die zunehmenden Spannungen erschweren ein neues Abkommen zwischen Washington und Teheran. Im früheren Memorandum war gerade vorgesehen, die Feindseligkeiten an allen Fronten, auch im Libanon, auszusetzen und die freie Durchfahrt durch Hormus zu ermöglichen.

Gleichzeitig bereitet die US-Regierung neue wirtschaftliche Maßnahmen gegen Iran vor. Finanzminister Scott Bessent sagte vergangene Woche, Washington wolle Schritte ankündigen, wie sie seiner Ansicht nach bislang noch nicht gegen das Land eingesetzt worden seien.

Die amerikanische Blockade hat die iranischen Ölexporte stark eingeschränkt und einen Teil der industriellen Kapazitäten des Landes beschädigt. Dennoch hat Iran trotz jahrelanger Sanktionen weder sein Atomprogramm aufgegeben noch seine Position zur Straße von Hormus geändert.

Nach Angaben des Wall Street Journal nutzt Teheran die vergleichsweise ruhigen Phasen zudem, um sich auf einen möglichen größeren Konflikt vorzubereiten. Iran soll erfahrene Hardliner auf wichtige Sicherheitsposten gesetzt und die Produktion von Raketen und Drohnen erhöht haben.

Unterdessen versucht Trumps Schwiegersohn und Friedensgesandter Jared Kushner in dieser Woche, Fortschritte in der Gaza-Frage zu erzielen. Gemeinsam mit unter anderem dem früheren britischen Premierminister Tony Blair führt er Gespräche in der Region. Am Sonntag sprach Kushner in Ägypten auch mit Hamas-Anführer Khalil al-Hayya.

Die verschiedenen diplomatischen Bemühungen laufen damit weiter, doch eine schnelle Lösung für den Krieg mit Iran rückt weiter in die Ferne. Solange auch die Zukunft der Straße von Hormus ungewiss bleibt, bleibt zudem der Druck auf den globalen Energiemarkt hoch.

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