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Ein ehemaliger Krypto-Berater von Donald Trump steht wegen seiner Verbindungen zu Tether in der Kritik. Das Unternehmen gibt den weltweit größten Stablecoin heraus. Während Bo Hines im Weißen Haus an einem wichtigen US-Kryptogesetz mitwirkte, flossen Millionen Dollar von Tether an ein Unternehmen, an dem er beteiligt war. Kurz nach der Verabschiedung des Gesetzes erhielt Hines einen Spitzenposten bei Tether.

Das geht aus einer Recherche des Wall Street Journal hervor, das interne Dokumente, Nachrichten und Kryptotransaktionen ausgewertet hat. Die Enthüllungen werfen Fragen nach möglichen Interessenkonflikten innerhalb der Trump-Regierung auf.

Millionenzahlungen während der Verhandlungen über Kryptogesetz

Hines wurde Anfang 2025 zum Krypto-Berater von Trump ernannt. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Ausarbeitung des GENIUS Act, der klare Regeln für Stablecoins in den USA festlegt. Dabei handelt es sich um Kryptowährungen, deren Wert etwa an den US-Dollar gekoppelt ist.

Gleichzeitig machte sein Unternehmen Nxum Geschäfte mit Tether, dem Herausgeber von Tether (USDT). Hines gründete Nxum 2022 mit seinem Vater Todd Hines und seinem Geschäftspartner Gary Dennis. Jeder hielt ein Drittel der Anteile. Als Hines seine Tätigkeit im Weißen Haus aufnahm, zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück, behielt aber seine Anteile.

Im April 2025 trafen sein Vater und Dennis den Tether-Chef Paolo Ardoino in New York. Kurz darauf schlossen sie eine Vereinbarung über Marketing und Interessenvertretung. Tether sollte mindestens zwei Jahre lang monatlich 415.000 Dollar zahlen.

Die erste Zahlung über 2,49 Millionen Dollar erfolgte am 11. Mai 2025. Das Geld wurde über einen Vermittler größtenteils an Nxum weitergeleitet. Später folgten direkte Zahlungen. Nach Angaben des Wall Street Journal nahm Nxum aus der Vereinbarung insgesamt 6,3 Millionen Dollar ein.

Trump-Berater setzte sich für günstigere Regeln für Tether ein

Die finanziellen Verbindungen sind angesichts der Rolle von Hines beim GENIUS Act bemerkenswert. Trump unterzeichnete das Gesetz am 18. Juli 2025. Es legt fest, unter welchen Bedingungen Stablecoin-Unternehmen in den USA tätig sein dürfen.

Ein zentraler Streitpunkt war, wie viel Zeit Kryptobörsen erhalten sollten, um Stablecoins aus dem Handel zu nehmen, die den neuen Regeln nicht entsprechen. Demokraten und einige US-Kryptounternehmen forderten eine Frist von 18 Monaten. Hines setzte sich nach Angaben von Beteiligten dagegen für 36 Monate ein.

Diese längere Übergangsfrist kam vor allem Tether zugute. Das Unternehmen würde dadurch mehr Zeit erhalten, um die US-Vorschriften zu erfüllen, ohne sofort weitreichende Änderungen vornehmen zu müssen.

Aus Signal-Nachrichten geht zudem hervor, dass Hines während der Verhandlungen mit seinen Geschäftspartnern in Kontakt blieb. Als republikanische Kongressabgeordnete drohten, das Gesetz zu blockieren, teilte er Argumente, mit denen sich Druck auf sie ausüben ließ. Seine Geschäftspartner standen unterdessen mit der Tether-Führung in Verbindung.

Hines wechselte vom Weißen Haus in die Tether-Führung

Wenige Wochen nach Trumps Unterzeichnung des GENIUS Act kündigte Hines seinen Abschied aus dem Weißen Haus an. Im September 2025 wurde er zum Chef der neuen US-Sparte von Tether ernannt.

Ein Sprecher von Nxum bestreitet, dass Hines während seiner Regierungstätigkeit von den Zahlungen wusste. Er habe sich nicht in die Geschäfte eingemischt und damals kein Geld von Tether erhalten. Auch sein Wechsel zu Tether sei nicht im Voraus vereinbart worden.

Tether beantwortete die Fragen des Wall Street Journal nicht. Das Weiße Haus betonte, dass sich seine Mitarbeiter an die geltenden Ethikregeln halten müssten.

Nach Angaben von Cynthia Brown, Expertin für Ethik in der öffentlichen Verwaltung bei der Kontrollorganisation CREW, dürfen US-Regierungsmitarbeiter in der Regel nicht an Angelegenheiten mitwirken, an denen sie selbst ein finanzielles Interesse haben.

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