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Der Hardware-Wallet-Hersteller Trezor hat ein Sicherheitsupdate veröffentlicht, mit dem Nutzer ihre Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen besser schützen können. Das Unternehmen erhöht die maximale Länge eines zusätzlichen Passworts von 50 auf 128 Zeichen. Die Neuerung folgt auf mehrere schwerwiegende Sicherheitsvorfälle bei Hardware-Wallets.

Trezor verbessert zusätzlichen Schutz für Krypto-Wallets

Trezor teilte am Sonntag mit, dass Nutzer künftig längere Passphrasen in Trezor Suite festlegen können. Über diese Software verwalten sie ihre Kryptowährungen.

Eine solche Passphrase ist ein zusätzliches Passwort, das neben der üblichen Wiederherstellungsphrase einer Wallet verwendet wird.

Die Wiederherstellungsphrase besteht meist aus zwölf oder vierundzwanzig Wörtern und ermöglicht den Zugriff auf die Kryptowährungen in einer Wallet. Gelangen Kriminelle an diese Wörter, können sie die zugehörige Wallet wiederherstellen und das Guthaben stehlen.

Mit einer Passphrase wird eine zusätzlich geschützte Wallet erstellt. Selbst wenn ein Angreifer die Wiederherstellungsphrase kennt, benötigt er für den Zugriff auch das richtige zusätzliche Passwort.

Bisher konnten Nutzer höchstens 50 Zeichen eingeben. Mit der neuesten Software und aktualisierter Firmware steigt die Grenze auf 128 Zeichen. Lediglich beim älteren Trezor Model One bleibt es bei maximal 50 Zeichen.

Eine längere Passphrase ermöglicht stärkere Passwörter. Trezor betont allerdings, dass Nutzer sie sicher aufbewahren müssen. Wer seine Passphrase vergisst, kann den Zugriff auf die zusätzlich geschützte Wallet dauerhaft verlieren.

Das Update folgt auf ein gravierendes Sicherheitsproblem beim Konkurrenten Coldcard. Im Juli wurde bekannt, dass einige Geräte Wiederherstellungsphrasen erzeugt hatten, die nicht ausreichend zufällig waren.

Dadurch konnten Angreifer diese Wiederherstellungsphrasen rekonstruieren und Kryptowährungen stehlen. Nutzer, die zusätzlich eine starke Passphrase eingerichtet hatten, waren in einigen Fällen jedoch geschützt.

Trezor warnt vor möglicherweise manipulierten Wallets

Das Sicherheitsupdate erscheint kurz nach einer weiteren Warnung von Trezor.

Das Unternehmen berichtete kürzlich, dass ein Kunde aus Indonesien beim ehemaligen Vertriebspartner CryptoBilis möglicherweise einen manipulierten Trezor Safe 5 gekauft habe.

Dem Bericht zufolge wurde ein zusätzliches elektronisches Bauteil in das Gerät eingebaut. Damit könnten auf dem Bildschirm angezeigte Daten, darunter die Wiederherstellungsphrase, über ein Mobilfunknetz übertragen werden.

Trezor hat das betreffende Gerät bislang nicht selbst untersucht. Eine Manipulation ist daher noch nicht abschließend nachgewiesen. Auch wurden keine Verluste von Kundenguthaben gemeldet.

Dennoch nimmt der Hersteller den Bericht ernst. Trezor empfiehlt allen, die seit März 2026 ein Gerät bei CryptoBilis gekauft haben, ihre Kryptowährungen auf eine neue Wallet mit einer vollständig neuen Wiederherstellungsphrase zu übertragen.

Das Unternehmen warnt davor, die alte Wiederherstellungsphrase erneut zu verwenden. Sie könnte bereits in die Hände von Kriminellen gelangt sein.

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