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Der bekannte Marktstratege Tom Lee von Fundstrat prognostiziert, dass der S&P 500 in diesem Monat um rund 250 Punkte zulegen könnte – angetrieben von Fondsmanagern, die versuchen, ihren Rückstand gegenüber dem Markt wettzumachen. Nach Lee gibt es noch genügend Treibstoff für eine Jahresendrally.
Mehr als 80 Prozent der Fondsmanager schneiden 2025 schlechter ab als ihre Benchmark, und das führt Lee zufolge zum Jahresende oft zu einer „Performance-Jagd“. Dann kaufen Manager zusätzliche Aktien, um ihre Rendite aufzubessern – was die Kurse historisch gesehen weiter nach oben treibt.
Der November zählt traditionell zu den besten Monaten für Aktien. Seit 1927 schloss der S&P 500 in 59 Prozent der Jahre im Plus, mit einem durchschnittlichen Zuwachs von rund 1 Prozent. Ist der Index vor November bereits um mehr als 15 Prozent gestiegen – wie aktuell –, liegt die Durchschnittsrendite sogar bei 2,7 Prozent.
Auch die jüngste Rally untermauert laut Lee die Chance auf weitere Gewinne. Nach einem Anstieg von über 22 Prozent innerhalb von sechs Monaten zeigt die Historie, dass der S&P 500 in den Folgemonaten häufig noch einmal um 3 bis 10 Prozent zulegt.
Zur Untermauerung verweist Marktanalyst Ryan Detrick auf vergleichbare „Slingshot-Jahre“ wie 1982, 2009 und 2020, in denen der Markt zunächst stark fiel und anschließend ausgeprägte Erholungsphasen verzeichnete.
Ein wesentlicher Teil des Gewinnwachstums geht Lee zufolge auf Künstliche Intelligenz zurück. Unternehmen in nahezu allen Branchen profitieren dank Automatisierung und Produktivitätsgewinnen von höheren Margen. Trotz Sorgen über Zölle und Geldpolitik sieht er darin ein solides Fundament für weiteres Wachstum.
Hinzu kommt, dass die Inflation in den USA schneller nachlässt als erwartet. Vor allem die Kerninflation und die Mietkomponente zeigen einen Rückgang, was den Druck auf die Federal Reserve verringert, den Kurs einer aggressiven Straffung beizubehalten.
Nicht alle teilen Lees Optimismus. Der S&P 500 wird derzeit mit dem etwa 40-Fachen des freien Cashflows bewertet – nur rund ein Viertel unter dem Niveau der Dotcom-Blase. Vorsichtige Anleger verweisen darauf, dass solche Bewertungen wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen.
Lee hält höhere Multiples dennoch für gerechtfertigt, solange das KI-getriebene Gewinnwachstum anhält. „Traditionelle Bewertungsmaßstäbe bilden nicht ab, was KI für die Profitabilität bedeutet“, sagt er.
Eine mögliche Jahresendrally an der Wall Street könnte sich auch positiv auf Bitcoin auswirken. Der Kryptomarkt bewegt sich häufig im Gleichklang mit dem S&P 500, vor allem in Phasen zunehmender Liquidität und wachsenden Optimismus.
Steigende Aktienkurse, nachlassende Inflation und eine weniger restriktiv agierende Federal Reserve erhöhen die Risikoneigung – und das ist üblicherweise positiv für Bitcoin.
Auch wenn Bitcoin in den vergangenen Wochen stark schwankte, könnte ein starker Aktien-November das Vertrauen in Risikomärkte neu beleben.
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