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Tesla legt heute Abend um 22.30 Uhr deutscher Zeit nach Handelsschluss an der Wall Street die Zahlen für das zweite Quartal vor. Zwar hat der Autobauer erneut ein Rekordquartal bei den Auslieferungen hinter sich, doch diesmal geht es um deutlich mehr als Umsatz und Gewinn. Anleger wollen vor allem wissen, ob Elon Musk seine ambitionierten KI-Pläne umsetzen kann, was sie kosten werden und welche neuen Details er dazu nennt.
Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz zwischen 26 und 28 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 0,50 bis 0,55 Dollar. Das wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Das starke Umsatzwachstum ist vor allem auf Rekordauslieferungen von mehr als 480.000 Fahrzeugen im zweiten Quartal zurückzuführen. Auch das Geschäft mit Energiespeichern entwickelte sich kräftig, mit mehr als 13 GWh an Batteriespeicher-Kapazität.
Die größte Sorge des Marktes liegt jedoch an anderer Stelle. Entscheidend ist, ob Tesla trotz Preissenkungen genügend Profitabilität halten konnte. Die Bruttomarge im Autogeschäft wird auf rund 19,5 Prozent geschätzt. Fällt sie schwächer aus, könnte der Kurs unter Druck geraten.
Zudem achten Anleger genau auf den freien Cashflow. Wegen der massiven Investitionen in KI, Rechenzentren, den Optimus-Roboter und Robotaxis erwarten Analysten sogar einen negativen freien Cashflow von mehr als 3 Milliarden Dollar.
Immer mehr Analysten bewerten Tesla inzwischen weniger als Autobauer und zunehmend als KI-Unternehmen.
Deshalb dürfte die Analystenkonferenz mit Elon Musk wichtiger werden als die Zahlen selbst. Anleger hoffen auf neue Informationen zu:
Positive Nachrichten zu diesen Punkten könnten nach Einschätzung von Analysten stärker ins Gewicht fallen als eine leichte Verfehlung bei Gewinn oder Umsatz.
Im Hintergrund spielt ein weiteres Thema eine Rolle. Seit dem Börsengang von SpaceX wird intensiv über eine mögliche Zusammenarbeit oder sogar eine Fusion zwischen Tesla und SpaceX spekuliert.
Unter Aktionären sorgt das Thema für großes Interesse, und mehrere Analysten erwarten, dass es in der Analystenkonferenz angesprochen wird. Eine klare Reaktion von Musk könnte leicht zur wichtigsten Schlagzeile des Abends werden.
Der Optionsmarkt stellt sich nach den Zahlen auf eine außergewöhnlich starke Reaktion ein. Händler preisen derzeit eine Bewegung von etwa 7 bis 8 Prozent ein – die größte erwartete Kursausschlag rund um einen Quartalsbericht seit etwa einem Jahr.
Auffällig ist allerdings, dass Tesla in den vergangenen vier Quartalen nach den Zahlen im Durchschnitt deutlich weniger stark reagierte. Die tatsächliche Kursbewegung lag damals bei rund 3,5 Prozent.
Damit stellen sich Anleger auf einen spannenden Abend ein. Nicht nur die Quartalszahlen, sondern vor allem Elon Musks Ausblick auf KI, Robotaxis und die enormen Investitionen der kommenden Jahre dürften darüber entscheiden, ob die Tesla-Aktie nachbörslich nach oben oder unten ausschlägt.
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