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Die USA und China streiten seit Jahren über den Zugang zu Spitzentechnologie. Nun droht sich der Konflikt zu verschärfen. Taiwan will die Ausfuhr leistungsstarker Chips für künstliche Intelligenz (KI) nach China einschränken. Damit orientiert sich das Land stärker an der Politik von US-Präsident Donald Trump.
Taiwan bereitet neue Maßnahmen vor, um zu verhindern, dass hochentwickelte KI-Chips nach China gelangen. Das bestätigte Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin in einem Interview mit Bloomberg.
Das Land will KI-Server und hochentwickelte Halbleiter in eine Liste von Produkten aufnehmen, für die strenge Exportbeschränkungen gelten. Sobald die neuen Regeln in Kraft treten, ist die unerlaubte Ausfuhr dieser Technologie nach China nach dem taiwanischen Außenhandelsgesetz strafbar.
Das wäre eine wesentliche Änderung. Bislang ist der Export von KI-Chips nach China ohne Genehmigung in Taiwan nicht unmittelbar strafbar. Die Behörden können zwar gegen verdächtige Händler vorgehen, müssen sich dabei aber auf andere bestehende Gesetze stützen.
Die neuen Regeln sollen das ändern. Wann genau sie in Kraft treten, ist noch offen.
Nach Angaben von Kung gehen die Maßnahmen auf Vereinbarungen zurück, die Taiwan Anfang des Jahres mit den USA getroffen hat.
In einem Interview am 12. Oktober erklärte der Minister, Taiwan werde seine Vorschriften in mehreren Punkten an die US-Exportregeln angleichen. Beide Länder seien im Rahmen ihres neuen Handelsabkommens entsprechende Verpflichtungen eingegangen.
Die Maßnahmen sind Teil der umfassenderen Strategie der US-Regierung, Chinas technologischen Fortschritt zu bremsen.
Washington schränkt den Verkauf hochentwickelter KI-Chips von Unternehmen wie Nvidia und Advanced Micro Devices (AMD) an chinesische Firmen schon länger ein.
Diese Chips sind für die Entwicklung und das Training leistungsfähiger KI-Systeme unverzichtbar. Die USA wollen verhindern, dass China Zugang zu Technologie erhält, die sich auch für militärische und strategische Zwecke einsetzen lässt.
Die bisherigen Beschränkungen weisen jedoch Lücken auf.
Trotz der US-Exportregeln konnten sich chinesische Unternehmen über internationale Schmuggelnetzwerke hochentwickelte Chips beschaffen.
Nach Angaben von US-Regierungsvertretern gelangte in den vergangenen Jahren Nvidia-Hardware im Wert von mehreren Milliarden Dollar nach China.
Taiwan spielt in diesem Konflikt eine wichtige Rolle. Das Land ist ein zentraler Standort der weltweiten Fertigung hochentwickelter Halbleiter. Mit strengeren taiwanischen Gesetzen wollen die USA und Taiwan die Umgehung der Handelsbeschränkungen erschweren.
Für die Regierung des taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te würden die neuen Regeln zudem zu den bislang strengsten Maßnahmen zum Schutz der technologischen und nationalen Sicherheit des Landes zählen.
Lai hatte bereits angekündigt, Taiwan werde auf die Bedenken der USA bei der Kontrolle von Technologieexporten eingehen.
Die strengeren Exportregeln sind Teil einer breiteren Annäherung. Zugleich arbeitet Taiwan an einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA.
Wirtschaftsminister Kung erklärte diese Woche gegenüber Bloomberg, Taiwan wolle mehrere Milliarden Dollar für den Aufbau von Industrieparks in den USA einwerben.
Dadurch soll in den USA eine umfassende Produktions- und Lieferkette für Nvidia und andere Hersteller von KI-Hardware entstehen.
Ziel ist es, mehr Stufen der Produktion und der Lieferketten für Spitzentechnologie in den USA anzusiedeln.
Für Taiwan ist die Zusammenarbeit mit Washington auch strategisch wichtig. Das Land steht unter anhaltendem Druck aus China, das Taiwan als Teil seines Staatsgebiets betrachtet.
Die USA sind für Taiwan ein wichtiger Wirtschafts- und Sicherheitspartner. Zugleich versucht die Regierung in Taipeh, die amerikanischen Forderungen mit den Folgen strengerer Maßnahmen für die eigene Technologiebranche in Einklang zu bringen.
Wie weit Taiwan mit den neuen Exportbeschränkungen gehen wird, ist noch offen. Einen konkreten Termin für deren Einführung hat Minister Kung bislang nicht genannt.
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