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Südkorea will die Sicherheitsanforderungen für Banken, Kryptobörsen und andere Finanzinstitute deutlich verschärfen. Eine Untersuchung der Finanzaufsicht hat bei Dutzenden Unternehmen gravierende Sicherheitsmängel aufgedeckt.
Bei mehreren Cybervorfällen wurden personenbezogene Daten von rund 100.000 Kunden offengelegt. Die Regierung plant deshalb strengere Kontrollen und will Unternehmen stärker für ihre IT-Sicherheit in die Verantwortung nehmen.
Die südkoreanische Finanzaufsicht Financial Services Commission (FSC) hat die IT-Sicherheit von 555 Finanzunternehmen überprüft. Bei 130 Instituten entdeckte sie Schwachstellen. In 16 Unternehmen kam es tatsächlich zu Sicherheitsvorfällen.
Dabei wurden nach Angaben der Aufsicht personenbezogene Daten von rund 100.000 Kunden offengelegt, darunter Namen, Kontaktdaten und Identifikationsnummern.
Auch die Kryptobranche ist betroffen. Zu den Unternehmen zählt Streami, der Betreiber der Kryptobörse Gopax. Genannt wird zudem die Handelsplattform Prabang. Sie hatte zuvor mitgeteilt, dass Hacker am 2. Oktober Zugriff auf Kundendaten erlangt hatten.
Solche Datenlecks können erhebliche Folgen haben. Kriminelle können gestohlene personenbezogene Daten für Identitätsbetrug oder gezielte Betrugsversuche nutzen. Ob dies bei den aktuellen Vorfällen geschehen ist, ist bislang nicht bekannt.
Die aufgedeckten Mängel veranlassen die FSC, die Sicherheitsanforderungen zu verschärfen. Den Plänen zufolge müssen größere Finanzinstitute ihre Systeme künftig mindestens zweimal jährlich auf Schwachstellen prüfen lassen.
Zudem will die Aufsicht die Unternehmensleitungen persönlich stärker für die IT-Sicherheit ihrer Organisationen verantwortlich machen. Cybersicherheit soll damit nicht allein Aufgabe der IT-Abteilungen bleiben, sondern fest in der Unternehmensführung verankert werden.
Finanzinstitute sollen außerdem schneller Informationen über neue Cyberbedrohungen austauschen. Entdeckt ein Unternehmen eine gravierende Schwachstelle, könnten andere Institute dadurch frühzeitiger Schutzmaßnahmen ergreifen. Bei akuten Bedrohungen will die FSC zudem zusätzliche Prüfungen durchführen können, ohne auf den nächsten regulären Kontrolltermin warten zu müssen.
Für Kryptobörsen wie Gopax könnten die Pläne häufigere Prüfungen und höhere Investitionen in den Schutz von Kundendaten bedeuten.
Neben strengeren Kontrollen prüft Südkorea auch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Nach Angaben der FSC kann die Technologie helfen, verdächtige Aktivitäten schneller zu erkennen, etwa ungewöhnliche Anmeldeversuche oder mögliche Cyberangriffe.
Davon könnten vor allem kleinere Finanzinstitute profitieren, denen häufig Personal und Mittel fehlen, um ihre Systeme kontinuierlich zu überwachen.
Gleichzeitig untersucht die Aufsicht, ob KI bei den jüngsten Cybervorfällen eine Rolle gespielt haben könnte. Zudem prüft sie, ob verschiedene Angriffe zusammenhängen und möglicherweise von denselben Hackern verübt wurden.
Die Untersuchung dauert an. Daher ist vorerst unklar, ob die betroffenen Unternehmen unabhängig voneinander angegriffen wurden oder ob einige Vorfälle Teil einer größeren Operation waren.
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