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Ein Erbe des Milliardenimperiums hinter der Brillenmarke Ray-Ban hat ein Angebot über 3,5 Milliarden Euro ausgeschlagen. Rocco Basilico erhielt die Offerte von seinem Halbbruder Leonardo Maria Del Vecchio, der seinen Einfluss im Familienunternehmen ausbauen will.

Die Absage ist das jüngste Kapitel eines Familienstreits um ein Vermögen von mehreren Dutzend Milliarden Euro.

Ray-Ban-Erbe lehnt Milliardenangebot ab

Nach Angaben von Bloomberg hat Leonardo Maria Del Vecchio seinem Halbbruder Rocco Basilico 3,5 Milliarden Euro für dessen Anteile am Familienunternehmen Delfin geboten. Basilico lehnte die Offerte jedoch ab.

Beide Männer erbten jeweils 12,5 Prozent an Delfin, der Luxemburger Beteiligungsgesellschaft der Familie Del Vecchio. Diese hält knapp ein Drittel an EssilorLuxottica, dem weltweit größten Brillenkonzern, zu dem bekannte Marken wie Ray-Ban und Oakley gehören.

Das Familienvermögen beschränkt sich allerdings nicht auf das Brillengeschäft. Delfin hält auch große Beteiligungen an italienischen Finanzunternehmen, darunter der Versicherer Generali und die Bank Monte dei Paschi di Siena. Die börsennotierten Beteiligungen des Familienunternehmens sind zusammen mehr als 40 Milliarden Euro wert.

Italienischen Medien zufolge hielt Basilico das Angebot seines Halbbruders für zu niedrig. Zuvor soll er seine Anteile mit rund 4,3 Milliarden Euro bewertet haben. Zudem soll es Zweifel daran gegeben haben, ob Leonardo Maria den Kauf tatsächlich finanzieren könnte.

Familienstreit um ein Milliardenimperium

Die Spannungen innerhalb der Familie Del Vecchio begannen nach dem Tod des Gründers Leonardo Del Vecchio im Jahr 2022. Sein Vermögen wurde auf acht Erben aufgeteilt, die jeweils 12,5 Prozent am Familienunternehmen Delfin erhielten.

Sein Sohn Leonardo Maria versucht seitdem, einen größeren Anteil des Familienvermögens unter seine Kontrolle zu bringen. Zuvor wollte er für zehn Milliarden Euro die Anteile zweier weiterer Erben, Luca und Paola, übernehmen. Das Geschäft scheiterte, weil die Führung von Delfin keine finanziellen Garantien geben wollte.

Dies führte auch zum Bruch zwischen Leonardo Maria und Francesco Milleri, der sowohl EssilorLuxottica als auch Delfin leitet. Die beiden hatten jahrelang eng zusammengearbeitet. Inzwischen kritisiert Leonardo Maria Milleri und dessen Unternehmensführung jedoch öffentlich.

Dennoch scheint er den Familienstreit beenden zu wollen. In einem Interview mit einem italienischen Radiosender erklärte der 31-jährige Milliardär diese Woche, er habe seine Anwälte angewiesen, sämtliche Klagen gegen seine Familienangehörigen zurückzuziehen. Er wolle die internen Auseinandersetzungen beilegen.

Unterdessen wechseln innerhalb der Familie weiterhin Anteile den Besitzer. So verkaufte Basilico Anfang dieses Monats einen kleinen Teil seiner Beteiligung für 800.000 Euro an Clemente Del Vecchio, den jüngsten Erben.

Ob sich die Familie tatsächlich einigen kann, bleibt offen. Sowohl Basilico als auch Leonardo Maria wollten sich gegenüber Bloomberg nicht zu dem abgelehnten Milliardenangebot äußern.

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