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Die Wall Street dürfte am Mittwoch zunächst vorsichtig in den Handel starten. Nach der schwachen Sitzung vom Dienstag bewegen sich die US-Futures nur leicht. Die Dow-Futures geben geringfügig nach, während die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 um 0,10 beziehungsweise 0,23 Prozent zulegen.
Der Markt sucht erneut nach Orientierung. Das ist kaum überraschend. Der Ölpreis steigt weiter, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte am Dienstag kurzzeitig über 4,8 Prozent, und im weiteren Wochenverlauf stehen wichtige Inflationsdaten an.

Es spricht daher vieles dafür, dass Anleger diese Zahlen abwarten, bevor sie sich klar positionieren.
Der wichtigste Belastungsfaktor kommt erneut vom Energiemarkt. WTI-Öl stieg auf 94,66 Dollar je Barrel. Brent verteuerte sich auf 99,44 Dollar und nähert sich damit der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
Der Grund ist abermals geopolitischer Natur. Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran nehmen weiter zu. Nach Angaben von Centcom zerstörte das US-Militär am Dienstag fünf iranische Öltanker, nachdem Iran erneut ein amerikanisches Kriegsschiff angegriffen haben soll.
Das schürt die Sorge vor weiteren Störungen der Energieflüsse aus dem Nahen Osten. Für die Märkte ist das heikel, weil Öl unmittelbar auf die Inflationserwartungen durchschlägt.
Am Dienstag war bereits zu sehen, was das bedeutet. Der Dow Jones verlor 1,2 Prozent und verzeichnete damit den schwächsten Handelstag seit knapp drei Wochen. Der S&P 500 gab um 0,6 Prozent nach, der Nasdaq Composite verlor 0,3 Prozent.
Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kurzzeitig über 4,8 Prozent. Dieses Niveau bleibt entscheidend. Je näher sich die Zehnjahresrendite der Marke von 5 Prozent nähert, desto stärker geraten Aktienbewertungen unter Druck. Vor allem Wachstumswerte und KI-Titel werden dann anfälliger, weil künftige Gewinne stärker abgezinst werden.
Höhere Ölpreise kann der Markt womöglich eine Zeit lang ausblenden. Steigende Ölpreise und höhere Zinsen zugleich sind jedoch ein deutlich schwierigeres Umfeld.
In Asien zeigte sich ein gemischtes, aber keineswegs schwaches Bild. Der japanische Nikkei tendierte seitwärts, während der Topix leicht zulegte. Südkorea schnitt erneut besser ab: Der Kospi gewann gut 1 Prozent, der Kosdaq fast 1,5 Prozent.
Das passt zum Bild der vergangenen Tage. Die Zuversicht rund um KI und Halbleiter stützt weiterhin Teile Asiens, während die Wall Street empfindlicher auf Öl, Renditen und Inflation reagiert.
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