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An der Wall Street kehrte am Mittwoch Erleichterung ein. Nach drei Verlusttagen in Folge schlossen die großen US-Indizes wieder im Plus. Der Dow Jones legte um knapp 300 Punkte zu, ein Gewinn von rund 0,6 Prozent. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite stiegen jeweils um 0,5 Prozent.

Am Donnerstagmorgen zeigen sich die Futures jedoch kaum verändert. Die S&P-500-Futures treten auf der Stelle, Dow-Futures legen leicht zu und Nasdaq-100-Futures steigen um etwa 0,17 Prozent. Nach dem schwierigen Start in den September scheint sich der Markt vorerst zu stabilisieren.
Die Erleichterung bedeutet nicht, dass die Sorgen verschwunden sind. Am Mittwoch stieg die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen auf 4,41 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2025. Die Rendite zehnjähriger Treasuries erreichte kurzzeitig 4,818 Prozent, den höchsten Stand seit November 2023.
Heute Morgen liegen die Renditen wieder etwas niedriger, doch die Anspannung am Markt bleibt vorerst bestehen.

Der Anleihemarkt setzt Aktien weiter unter Druck. Höhere Renditen schmälern den Barwert künftiger Gewinne und treffen vor allem Wachstumswerte und Technologiekonzerne. Solange Anleger davon ausgehen, dass KI die Gewinnentwicklung ausreichend stark stützt, kann der Markt höhere Renditen verkraften. Steigen sie jedoch zu schnell, geraten selbst diese überzeugenden Wachstumserzählungen unter Druck.
Bemerkenswert ist, dass John Williams, Präsident der New York Fed, die steigenden Renditen nicht nur als Problem sieht. Aus seiner Sicht werden die höheren Treasury-Renditen vor allem von einer robusten US-Wirtschaft, Rekordgewinnen der Unternehmen und hohen Investitionen in KI, Rechenzentren und Technologie getragen.
Nach Williams’ Einschätzung belasten also nicht in erster Linie die Finanzierungsbedingungen die Wirtschaft. Vielmehr verändert eine starke Wirtschaft die Finanzierungsbedingungen. Im Kern beschreibt er einen KI-Zyklus, der Wachstum, Kapitalbedarf und Renditen gleichzeitig nach oben treibt.
Hinzu kommt der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran als weiterer Risikofaktor. In den vergangenen Tagen gerieten Aktien durch neue Kämpfe und höhere Ölpreise unter Druck. WTI-Öl schloss am Mittwoch knapp über 91 Dollar je Barrel.
Damit bleiben Inflationssorgen präsent. Sollte Öl teuer bleiben, fällt es der Federal Reserve schwerer, einen lockereren Ton anzuschlagen. Das gilt besonders, da Arbeitsmarkt und Inflation für den weiteren Zinspfad wieder stärker in den Fokus rücken.
Heute richten Anleger den Blick auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Der eigentliche Test folgt jedoch am Freitag mit dem Arbeitsmarktbericht für August. Die Zahlen könnten bestimmen, ob der Markt mehr oder weniger Zinserhöhungen einpreist.
Auch Unternehmenszahlen bleiben wichtig. Heute legen unter anderem Ciena und Campbell’s ihre Ergebnisse vor, nach Handelsschluss folgen Zscaler, Docusign und UiPath. Die Wall Street hat sich damit zwar kurz erholt, doch die Lage bleibt fragil. Solange Ölpreise und Renditen hoch bleiben, ist jede Erholungsbewegung anfällig.
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