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Iran nutzt den Stablecoin von Tether in großem Umfang, um US-Sanktionen zu umgehen. Das geht aus einem Bericht demokratischer Senatoren hervor, der am Montag veröffentlicht wurde und der The Wall Street Journal vorlag.
Von 846 Krypto-Wallets, die von den Vereinigten Staaten und Israel wegen Verbindungen zum Iran sanktioniert wurden, nutzten 84 Prozent ausschließlich oder nahezu ausschließlich USDT.
Der Bericht bezeichnet den Dollar-Token als zentrales Zahlungsmittel des iranischen Regimes und als Instrument zur Finanzierung von Organisationen wie der Hisbollah.
Die Untersuchung stammt vom Permanent Subcommittee on Investigations, einem ständigen Untersuchungsausschuss des US-Senats, unter Leitung des demokratischen Senators Richard Blumenthal.
Nach Angaben Blumenthals zeigt der Bericht, wie Tether und der USDT-Token zu einem zentralen Bestandteil des iranischen Schattenbankensystems geworden sind. Darüber finanziere das Land regionale Verbündete und führe trotz der Sanktionen seine Drohnen- und Raketenprogramme fort.
Der Ausschuss leitete den Bericht am Montag an das US-Justizministerium und das Finanzministerium weiter. Ein Sprecher von Tether beantwortete Anfragen der Zeitung nicht. Das Unternehmen hatte zuvor allerdings mit Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet, um Wallets des Regimes einzufrieren.
Tether ist der Emittent von USDT und mit einem Anteil von rund 60 Prozent mit Abstand der größte Stablecoin der Welt. Stablecoins sind Krypto-Coins, die den Wert einer herkömmlichen Währung abbilden, in diesem Fall den Dollar. Gerade diese Stabilität macht sie als Zahlungsmittel attraktiv, auch für Akteure, die Sanktionen umgehen wollen.
Der Bericht beschreibt unter anderem, wie ein iranisches Unternehmen den Kauf von USDT im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar für die iranische Zentralbank organisierte. Eine Analyse öffentlicher Blockchain-Daten brachte einen Teil dieser USDT später mit dem Hack der Kryptobörse Bybit in Verbindung, bei dem Nordkorea im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Dollar erbeutete.
Dem Bericht zufolge, der sich auf einen iranischen Medienbericht stützt, kaufte Iran die gestohlenen Krypto-Bestände, um die eigene Währung zu stützen und Ölverkäufe an Verbündete wie China fortzusetzen.
Zudem wirft der Bericht Tether vor, zu langsam gehandelt zu haben. Das Unternehmen kann USDT einfrieren und sogar zwischen Wallets verschieben, tat dies nach Einschätzung der Ermittler bei Adressen, die von den USA und Israel auf Sanktionslisten gesetzt worden waren, jedoch nicht schnell genug.
Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Iran seine Abhängigkeit von USDT verringert. Nach Angaben des Analyseunternehmens TRM Labs sank der Anteil von USDT an Transaktionen von mit Iran verbundenen Wallets von 72 Prozent im Jahr 2024 auf 67 Prozent im Jahr 2025. Im August lag er nur noch bei 14 Prozent des Blockchain-Volumens.
Dennoch blieb Tether nach Einschätzung der Senatsermittler ein wiederkehrendes Element bei zuletzt sanktionierten Wallets, darunter Adressen, die im Juli mit der iranischen Zentralbank in Verbindung gebracht wurden, sowie ein Netzwerk, das iranische Ölverkäufe erleichtert haben soll.
Der Bericht erscheint, während Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter erhöht. Nach den US-Angriffen Anfang dieses Jahres startete das Finanzministerium mehrere Kampagnen zur wirtschaftlichen Isolierung, darunter im August die Operation Economic Outcast.
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