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Saudi-Arabien hat damit begonnen, eine wichtige Ölpipeline wieder in Betrieb zu nehmen, über die das Land die Straße von Hormus umgehen kann. Die Route war Anfang des Monats nach einem Drohnenangriff stillgelegt worden.
Insidern zufolge will Saudi-Arabien die Ölexporte über die Pipeline noch in dieser Woche wieder aufnehmen. Im Hafen von Yanbu sind bereits erste Anzeichen zusätzlicher Aktivität zu erkennen. Händler beobachten dort Tanker, die möglicherweise saudisches Öl aufnehmen sollen.
Die Nachricht sorgt am Ölmarkt für etwas Entspannung. Der Ölpreis gab am Dienstag weiter nach und fiel unter die Marke von 100 Dollar je Barrel.
Es geht um die wichtige East-West-Pipeline. Über sie kann Saudi-Arabien Öl aus dem Osten des Landes nach Yanbu am Roten Meer transportieren. Tanker können das Öl dort laden, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen.
Diese Route hat zusätzlich an Bedeutung gewonnen, weil die Schifffahrt durch die Straße von Hormus derzeit stark beeinträchtigt ist.
Seit der Stilllegung der East-West-Pipeline musste Saudi-Arabien wieder mehr Öl über den Persischen Golf ausführen. In den vergangenen Tagen wurden am großen Ölterminal Ras Tanura Millionen Barrel verladen.
Eine Wiederaufnahme der Lieferungen über Yanbu verschafft Saudi Aramco damit erneut eine Ausweichroute. Während des Kriegs nutzte der staatliche Ölkonzern den Hafen bereits für einen großen Teil seiner Exporte.
Die East-West-Pipeline wurde Anfang des Monats von Drohnen getroffen, die der Quelle zufolge aus dem Irak gestartet worden waren. Dabei wurde eine Pumpstation entlang der Strecke beschädigt.
Saudi Aramco arbeitet seither an einer Übergangslösung, mit der die beschädigte Pumpstation umgangen werden kann. Dadurch könnte ein Teil der Kapazität kurzfristig wieder zur Verfügung stehen.
Eine vollständige Reparatur dürfte länger dauern. Zuvor hieß es, Saudi-Arabien wolle die Pipeline binnen rund sechs Wochen wieder auf volle Kapazität bringen. Wie schnell das gelingt, hängt von der Instandsetzung der beschädigten Pumpstation ab.
Auch nach der Wiederinbetriebnahme bleiben Risiken. Huthi-Kämpfer aus dem Jemen haben ihre Angriffe auf saudische Infrastruktur fortgesetzt, sodass auch die Route zum Roten Meer verwundbar bleibt.
Der Ausfall der Pipeline hat inzwischen Folgen weit über Saudi-Arabien hinaus. Saudi Aramco teilte mindestens zwei europäischen Raffinerien mit, dass sie im Oktober im Rahmen ihrer langfristigen Verträge kein Öl erhalten.
Der polnische Konzern Orlen sucht deshalb bereits nach Ersatzlieferungen. Die zusätzliche Nachfrage nach alternativen Lieferungen hat die Preise mehrerer europäischer Ölsorten steigen lassen.
Dated Brent, ein wichtiger Richtwert für physische Öllieferungen in Europa, lag zeitweise sogar über 130 Dollar je Barrel.
Eine erfolgreiche Wiederinbetriebnahme der East-West-Pipeline könnte den Druck auf den Markt verringern. Saudi-Arabien könnte dann wieder mehr Öl über Yanbu exportieren, während die Probleme rund um die Straße von Hormus anhalten.
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