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Keine Aktie im S&P 500 hat sich in diesem Jahr besser entwickelt als SanDisk. Die Kursentwicklung des vergangenen Monats dürfte Anlegern dennoch wenig Freude bereiten. Heute Abend legt der Chiphersteller Quartalszahlen vor – dann zeigt sich, ob die SanDisk-Aktie wieder Tritt fasst.
SanDisk produziert NAND-Speicher: Chips, die Daten auch ohne Stromversorgung halten. Sie stecken in SSDs, Smartphones und vor allem in den Servern von Rechenzentren. Das Unternehmen aus Milpitas in Kalifornien wurde im Februar 2025 von der früheren Muttergesellschaft Western Digital abgespalten und an die Börse gebracht.
Der KI-Boom hat diesen Markt grundlegend verändert. Sprachmodelle verarbeiten enorme Datenmengen, die irgendwo gespeichert werden müssen. Das Angebot wächst langsamer als die Nachfrage, entsprechend stark steigen die Preise.
Analysten rechnen deshalb für das Quartal bis Ende Juni mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar, mehr als viermal so viel wie ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn dürfte bei rund 5,5 Milliarden US-Dollar liegen, nach einem kleinen Verlust im Vorjahr.

Ruhig ist es bei der Aktie nie. Der Kurs bewegte sich in diesem Jahr bereits 31 Mal an einem einzigen Handelstag um mehr als 10 Prozent nach oben oder unten. Ende Juni lag die Aktie für 2026 noch 858 Prozent im Plus, bevor im Juli ein Rückschlag von 47 Prozent folgte: Mehr als 150 Milliarden US-Dollar Börsenwert wurden vernichtet, es war der schwächste Monat seit dem Börsengang.
In dieser Woche erholt sich die Aktie wieder: Am Montag ging es um 6 Prozent nach oben, am Dienstag um 11 Prozent. Am Optionsmarkt wird für heute Abend mit einer Kursbewegung von 14 Prozent gerechnet – in die eine oder andere Richtung.

Wall Street bleibt nahezu geschlossen optimistisch. Von dreißig Analysten raten 25 zum Kauf, niemand empfiehlt den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel von 2.433 US-Dollar liegt rund 70 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Der Rest des KI-Komplexes hat in den vergangenen Wochen bereits Zahlen vorgelegt. Das Muster ist aufschlussreich:
Die Botschaft bleibt dieselbe: Gute Zahlen reichen nicht, wenn die Erwartungen noch höher liegen. Dave Mazza, Chef von Roundhill Financial, bringt es auf den Punkt:
„Die Fundamentaldaten im Speichermarkt sind so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das ist aber bereits eingepreist – deshalb reicht nur eine deutliche positive Überraschung mit einem noch stärkeren Ausblick, um die hohe Messlatte zu nehmen.“
Auch Western Digital legt heute Abend Zahlen vor. Sollte der Ausblick von SanDisk für 2027 enttäuschen, droht ein weiterer kräftiger Rücksetzer. Übertrifft das Unternehmen die Erwartungen erneut, rückt das Rekordhoch von Ende Juni wieder in Reichweite.
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