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XRP erhält heute einen neuen Zugang zur Wall Street. Evernorth, ein Unternehmen, dessen Geschäft ganz auf den Token von Ripple ausgerichtet ist, geht am Nachmittag an die US-Technologiebörse Nasdaq. Anleger können damit auf einem weiteren Weg in XRP investieren. Auch der Token selbst könnte davon profitieren.
Die Aktie von Evernorth Holdings wird ab 15:30 Uhr deutscher Zeit unter dem Börsenkürzel XRPN gehandelt. Das Unternehmen aus San Francisco verfügt über rund 473 Millionen XRP. Der Großteil davon steht bereits seit fast einem Jahr in der Bilanz.
Evernorth wurde im vergangenen Jahr von Asheesh Birla gegründet, der zuvor zwölf Jahre bei Ripple tätig war. Am 20. Oktober kündigte das Unternehmen eine Fusion mit Armada Acquisition Corp. II an, einer sogenannten SPAC.
Dabei handelt es sich um eine börsennotierte Mantelgesellschaft, deren einziger Zweck darin besteht, ein anderes Unternehmen an die Börse zu bringen. Investoren wie Ripple, SBI Group und Kraken stellten mehr als eine Milliarde Dollar bereit, teils in Dollar und teils in XRP.
Mit den Dollar-Einlagen kaufte Evernorth unmittelbar XRP. Arrington Capital brachte laut Decrypt rund 211 Millionen XRP ein. Innerhalb weniger Wochen belief sich der Bestand bereits auf etwa 389 Millionen XRP.
Ripple brachte seine knapp 127 Millionen XRP erst am Freitag zum Abschluss der Fusion ein. Ursprünglich hatte Evernorth den Abschluss für das erste Quartal dieses Jahres vorgesehen.
Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) erteilte jedoch erst Ende August grünes Licht. Die Aktionäre von Armada stimmten am 30. September zu. Eine administrative Angelegenheit verzögerte den Handelsstart anschließend um weitere vier Tage.
Beim aktuellen XRP-Kurs von rund 1,40 Dollar ist dieser Bestand etwa 660 Millionen Dollar wert. Zusammen mit rund 300 Millionen Dollar an liquiden Mitteln verfügt Evernorth damit über ein Vermögen von knapp einer Milliarde Dollar.
Anleger können die XRPN-Aktie über ihren Broker kaufen, genauso wie etwa eine Shell-Aktie. Sie halten damit keine eigenen XRP, sondern einen Anteil an dem Unternehmen, das die Token besitzt. So können sie über die Börse an der Entwicklung des XRP-Kurses teilhaben.
An der Wall Street war das bereits auf direkterem Weg möglich. Seit dem 13. November vergangenen Jahres gibt es in den USA börsengehandelte Fonds, sogenannte Exchange-Traded Funds (ETFs), die XRP halten und die Kursentwicklung des Tokens eins zu eins abbilden.
Wer XRPN kauft, setzt damit auf ein Unternehmen, das den XRP-Bestand je Aktie für seine Aktionäre möglichst stark erhöhen will.
Als börsennotiertes Unternehmen kann Evernorth vor allem leichter Kapital aufnehmen. Es kann neue Aktien ausgeben und mit dem Erlös weitere XRP kaufen. Ähnlich verfährt beispielsweise Strategy mit Bitcoin (BTC).
Zudem will das Unternehmen mit seinen Token Erträge erwirtschaften, statt sie lediglich zu halten, etwa durch die Kreditvergabe an institutionelle Marktteilnehmer. Evernorth investiert außerdem in Anwendungen auf dem XRP Ledger, dem Netzwerk hinter dem Token.
Birla erklärte am Freitag in einer Pressemitteilung, Evernorth wolle Kapital im gesamten XRP-Ökosystem einsetzen. Das Unternehmen werde Infrastruktur und Anwendungen fördern, die den Nutzen von XRP erhöhen, und Strategien verfolgen, mit denen der XRP-Bestand je Aktie langfristig wachsen soll.
Der XRP-Kurs hat eine schwierige Woche hinter sich und ist von rund 1,50 auf 1,40 Dollar gefallen. Damit liegt er gut 60 Prozent unter dem Rekordhoch von mehr als 3,60 Dollar aus dem Juli vergangenen Jahres.
In den im März eingereichten Unterlagen zum Börsengang wurde ein durchschnittlicher Kaufpreis von rund 2,44 Dollar angegeben. Der XRP-Bestand weist damit derzeit einen Buchverlust von mehr als 40 Prozent auf.
Das macht die Finanzierungsstrategie anfällig. Sie funktioniert nur, wenn der Börsenwert des Unternehmens den Wert seines XRP-Bestands übersteigt. Liegt die Bewertung von XRPN darunter, geht die Aufnahme neuen Kapitals zulasten der bestehenden Aktionäre.
Mit den 300 Millionen Dollar an liquiden Mitteln ließen sich rund 210 Millionen XRP kaufen, sofern die gesamte Summe dafür eingesetzt würde. Ein Teil ist jedoch für Infrastruktur und Anwendungen vorgesehen. Wie viel tatsächlich in den Kauf von XRP fließt, ist daher noch offen.
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