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Das Unternehmen hinter XRP, Ripple , begann als Zahlungsdienstleister für Banken, ist inzwischen aber deutlich breiter aufgestellt. Es verwahrt Kryptowährungen für große Institutionen, bietet Dienstleistungen für professionelle Anleger an und hat einen eigenen Stablecoin.
Heute erweitert das Unternehmen sein Angebot für die Liquiditätsverwaltung großer Unternehmen: Künstliche Intelligenz soll Zahlungen eigenständig abwickeln, ungenutzte Liquidität auch nachts Erträge erwirtschaften. Im Mittelpunkt steht dabei allerdings nicht XRP, sondern der hauseigene Stablecoin.
Ripple kündigte die Neuerungen heute in einer Pressemitteilung an. Es handelt sich um eine Erweiterung von Ripple Treasury, einer Software für die Finanzabteilung, die Liquidität und Zahlungen eines Unternehmens verwaltet.
Eine neue Steuerungsebene verknüpft nun die einzelnen Aufgaben dieser Abteilung. Die unter dem Namen GSmart gebündelten KI-Funktionen der Plattform können so eine Liquiditätsprognose direkt in einen Zahlungsauftrag umsetzen.
Die Unternehmen legen selbst fest, wie viel Handlungsspielraum die KI erhält. Für jede Aufgabe entscheiden sie, ob das System lediglich einen Vorschlag unterbreitet oder innerhalb vorgegebener Regeln eigenständig handelt.
Erträge außerhalb der Bankzeiten soll das Angebot 24/7 Returns ermöglichen. Dafür zugelassene Firmenkunden können damit Erträge auf Guthaben erzielen, die nachts und am Wochenende ungenutzt bleiben, etwa auf Ripple USD (RLUSD) in einer Ripple-Wallet.
RLUSD ist Ripples eigener, an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin. Renaat Ver Eecke, Senior Vice President von Ripple Treasury, verweist auf KI und Zahlungsnetzwerke, die rund um die Uhr arbeiten. Die Art, wie Unternehmen Geld transferieren, verändere sich. Das Liquiditätsmanagement müsse mit dieser Entwicklung Schritt halten, so Ver Eecke.
Das klingt attraktiv, doch zentrale Details lässt Ripple offen. Wie hoch die möglichen Erträge ausfallen und aus welchen Quellen sie stammen, geht aus der Ankündigung nicht hervor.
Zum Start von Ripple Treasury im Januar hatte das Unternehmen noch auf den Repo-Markt verwiesen, auf dem sich Marktteilnehmer über Nacht gegen Sicherheiten Geld leihen. Auch der tokenisierte Geldmarktfonds BUIDL von BlackRock wurde damals genannt.
Auch bei den prominenten Kundennamen ist eine Einschränkung nötig. Ripple nennt American Airlines, Subway und Christian Louboutin als Kunden der Plattform. Ob sie die neuen Funktionen nutzen, teilt das Unternehmen jedoch nicht mit.
Ripple Treasury ist der jüngste Geschäftsbereich eines Unternehmens, das in den vergangenen Jahren zahlreiche Übernahmen getätigt hat. Das ursprüngliche Zahlungsnetzwerk nutzte XRP als Brückenwährung zwischen zwei Währungen, ist inzwischen aber nur noch ein Standbein.
Das Geschäft mit der Kryptoverwahrung geht auf die Übernahmen von Metaco und Standard Custody zurück. Die Dienstleistungen für professionelle Anleger stammen von Hidden Road, das inzwischen Ripple Prime heißt. Das Unternehmen wurde für 1,25 Milliarden Dollar übernommen und bietet Kredite sowie Handelsdienstleistungen an.
Die Stablecoin-Plattform Rail wechselte für rund 200 Millionen Dollar den Besitzer. GTreasury, die technische Grundlage von Ripple Treasury, kostete etwa eine Milliarde Dollar. Einschließlich Metaco summieren sich die bekannten Übernahmepreise auf rund 2,7 Milliarden Dollar.
Auch RLUSD wächst kräftig. Die Marktkapitalisierung stieg in diesem Jahr um 86 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Dollar. Das entspricht allerdings noch nicht einmal einem Prozent des gesamten Stablecoin-Marktes, den USDT von Tether und USDC von Circle dominieren.
Für XRP sind die unmittelbaren Auswirkungen gering. Ripple erwähnt den Coin in der Ankündigung nicht, und Unternehmen müssen ihn für 24/7 Returns nicht kaufen. Allerdings ist etwa die Hälfte aller RLUSD auf dem XRP Ledger ausgegeben, der Blockchain hinter XRP.
Eine stärkere Nutzung durch Unternehmen sorgt damit für zusätzliche Aktivität im Netzwerk. Diese schwankt jedoch erheblich: Laut XRPScan stieg das Zahlungsvolumen am Sonntag um 2.633 Prozent. Das war allerdings vor allem eine Erholung nach einem Tag mit nahezu keiner Aktivität.
Mit 37,7 Millionen XRP blieb das Volumen deutlich unter dem 30-Tage-Durchschnitt von rund 496 Millionen XRP. Auch beim XRP-Kurs ist kaum eine Reaktion erkennbar. Er liegt bei rund 1,28 Dollar und damit deutlich unter dem Höchststand von etwa 1,58 Dollar im September.
Ripple stellt die Neuerungen anlässlich seiner jährlichen Konferenz Swell in New York vor. Sie beginnt heute und findet in diesem Jahr bis einschließlich Donnerstag gemeinsam mit der Entwicklerkonferenz XRPL Apex statt.
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