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Der bekannte Krypto-Unternehmer Richard Heart ist türkischen Medien zufolge in Istanbul festgenommen worden. Der Gründer von Hex und PulseChain wurde gemeinsam mit seiner Frau bei einem Einsatz der türkischen Polizei und des Geheimdienstes festgenommen. Nach Heart wurde international über Interpol gefahndet. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler unter anderem große Mengen Bargeld, Schusswaffen und elektronische Geräte.
Richard James Schueler, besser bekannt als Richard Heart, ist nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Ihlas (IHA) am Mittwochmorgen in Istanbul festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte bei einem gemeinsamen Einsatz der türkischen Polizei und des nationalen Geheimdienstes MIT.
Nach dem Krypto-Unternehmer wurde auf Ersuchen Finnlands international gefahndet. Dort steht er unter anderem im Verdacht der Steuerhinterziehung und Körperverletzung. Bereits zuvor hatten Vorwürfe umfangreichen Betrugs im Zusammenhang mit seinen Krypto-Projekten für Aufsehen gesorgt.
Die türkischen Behörden kamen Heart bei Ermittlungen zu international gesuchten Verdächtigen auf die Spur. Dabei stellten sie fest, dass er sich in Beşiktaş aufhielt, einem wohlhabenden Stadtteil von Istanbul.
Anschließend überwachte die Polizei seinen Aufenthaltsort. Beamte observierten die Wohnung und setzten technische Mittel ein, um seine Bewegungen nachzuvollziehen.
Am Mittwochmorgen griff die Polizei schließlich zu. Heart wurde gemeinsam mit seiner Frau festgenommen, die in den Berichten mit den Initialen A.K. bezeichnet wird. Beide kamen in Gewahrsam.
Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Beamten zahlreiche Wertgegenstände. Laut IHA beschlagnahmten sie unter anderem zwölf Mobiltelefone, mehrere Laptops, Grafikkarten und zwei Drohnen.
Außerdem wurden Pistolen, Gewehre, goldene Armbänder und große Mengen Bargeld in verschiedenen Währungen gefunden. Die Behörden stellten die Gegenstände für weitere Untersuchungen sicher.
Heart gerät nicht zum ersten Mal ins Visier der Justiz. Im Juli 2023 verklagte ihn die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) wegen seiner Beteiligung an den Krypto-Projekten Hex, PulseChain und PulseX.
Nach Darstellung der SEC hatten Heart und seine Unternehmen mehr als eine Milliarde US-Dollar von Anlegern eingesammelt, ohne die US-Vorschriften für Wertpapierangebote einzuhalten.
Die Aufsichtsbehörde warf Heart zudem vor, mindestens zwölf Millionen US-Dollar der eingesammelten Gelder für private Luxusausgaben verwendet zu haben.
Dazu sollen teure Sportwagen, exklusive Uhren und ein außergewöhnlicher schwarzer Diamant namens The Enigma gehören. Der Diamant wiegt 555 Karat und zählt zu den größten geschliffenen schwarzen Diamanten der Welt.
Die Vorwürfe sorgten damals in der Kryptobranche für großes Aufsehen. Es handelt sich allerdings um Anschuldigungen der US-Aufsichtsbehörde, nicht um nachgewiesene Straftaten.
Neben seinen juristischen Problemen in den USA wurde gegen Heart auch in Finnland strafrechtlich ermittelt.
2024 wurde auf Ersuchen der finnischen Behörden eine sogenannte Red Notice über Interpol veröffentlicht. Mit diesem internationalen Fahndungsersuchen werden Polizeibehörden weltweit gebeten, den Aufenthaltsort einer gesuchten Person zu ermitteln.
Eine Red Notice ist kein internationaler Haftbefehl. Staaten können auf Grundlage ihrer eigenen Gesetze entscheiden, eine Person vorläufig festzunehmen, etwa bis ein mögliches Auslieferungsersuchen vorliegt.
Türkischen Medien zufolge spielte dieses Fahndungsersuchen eine wichtige Rolle dabei, Heart aufzuspüren und festzunehmen.
Ob Finnland offiziell die Auslieferung von Heart beantragt hat, ist bislang unklar. Auch haben die türkischen Behörden noch nicht mitgeteilt, was mit den beschlagnahmten Vermögenswerten geschehen soll.
Ebenso wenig ist bestätigt, ob das gefundene Geld und die elektronischen Geräte unmittelbar mit den Verdachtsmomenten gegen den Krypto-Unternehmer zusammenhängen.
Mit der Festnahme rücken Hearts juristische Probleme erneut in den Fokus. Ob er tatsächlich ausgeliefert wird und welche Folgen die Festnahme für ihn hat, muss sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen zeigen.
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