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Rabobank verdient Milliarden und will in den kommenden Jahren einen erheblichen Teil davon in künstliche Intelligenz und veraltete IT-Systeme investieren. Die größte Bank der Niederlande sieht, wie junge Kunden zu rein digitalen Wettbewerbern abwandern.
Dass die Bank sich das leisten kann, zeigte sie am Dienstag mit ihren Halbjahreszahlen. In derselben Übersicht findet sich allerdings ein Posten, der noch stärker gestiegen ist als das KI-Budget.
Rabobank investiert in den kommenden drei Jahren bis zu 2 Milliarden Euro in künstliche Intelligenz, Daten, IT-Systeme und digitale Dienstleistungen. Ein Teil des Geldes fließt in die neue App, die im vergangenen Monat auf den Smartphones der Kunden erschien.
Das vertraute orangefarbene Icon ist dort inzwischen blau. Mit spielerischen Finanzfunktionen und einer persönlichen Begrüßung will die Bank Kunden unter 30 halten. Mitte kommenden Jahres soll ein großes Update folgen.
Der Zeitdruck hat einen Grund. Neobanken ohne Filialnetz, etwa Revolut und bunq, gewinnen bei jungen Kunden rasch Marktanteile. Das räumte Vorstandschef Stefaan Decraene am Dienstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen ein.
Rabobank ist mit neun Millionen Kunden weiterhin die größte Bank der Niederlande, vor ING mit acht Millionen.
Künstliche Intelligenz steckt bei der Bank nicht nur in der App. Software unterstützt Mitarbeiter beim Erstellen von Kreditvorlagen, also jenem Dokument, in dem die Tragfähigkeit eines Darlehens beurteilt wird.
Zudem durchsucht die Technik Transaktionen nach Auffälligkeiten und analysiert ganze Risikobestände. Auch das Zusammenfassen von Dokumenten und die interne Wissenssuche laufen inzwischen über KI.
Rabobank erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 2,694 Milliarden Euro, nahezu so viel wie ein Jahr zuvor.
Auch der Kapitalpuffer blieb solide. Die CET1-Quote zeigt, wie viel hartes Kernkapital eine Bank vorhält, um Verluste abzufedern. Sie liegt bei 20,2 Prozent, während die Bank selbst 14 Prozent für ausreichend hält.
Das Budget entspricht rund 667 Millionen Euro pro Jahr. Das ist weniger als ein Viertel dessen, was die Bank in einem halben Jahr verdient hat.
Decraene bezeichnete die Bank angesichts dieser Lage als zukunftsfest und sehr solide aufgestellt. Von jedem eingenommenen Euro entfallen derzeit 50,2 Cent auf Kosten, nach 51,8 Cent ein Jahr zuvor.
Unter dem Gewinn steht jedoch eine weniger erfreuliche Kennzahl. Rabobank legte 562 Millionen Euro für Kredite zurück, die voraussichtlich nicht vollständig zurückgezahlt werden, nach 136 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Eine solche Risikovorsorge ist noch kein tatsächlicher Verlust, mindert den Gewinn aber unmittelbar. Der Betrag hat sich damit mehr als vervierfacht.
Der Anstieg geht vor allem auf einige große Engagements bei internationalen Firmenkunden zurück. In Brasilien steht die Kreditqualität wegen hoher Zinsen, niedriger Rohstoffpreise und ungünstiger Wetterbedingungen unter Druck.
In den gesamten Risikovorsorgetopf von 3 Milliarden Euro stellte die Bank zudem weitere 85 Millionen Euro für Klimarisiken wie Dürre und Waldbrände ein.
Gerade dort muss sich die Investition bewähren. Je früher die Bank erkennt, dass ein Kunde in Schwierigkeiten gerät, desto weniger muss sie am Ende abschreiben. Gelingt das nicht, bleibt vor allem ein teures IT-Projekt.
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