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Der Bitcoin-Kurs steht nach einer kurzen Erholung im Umfeld der US-Zwischenwahlen erneut unter Druck. Der bekannte Bitcoin-Kritiker Peter Schiff sieht in den jüngsten Entwicklungen ein deutliches Warnsignal. Seiner Ansicht nach steht die Bitcoin-Blase unmittelbar vor dem endgültigen Platzen.
Schiff gilt als überzeugter Goldbefürworter und scharfer Kritiker von Bitcoin (BTC). Diese Woche warnte er erneut vor den Risiken und forderte Anleger auf, ihre Coins zu verkaufen.
Die US-Zwischenwahlen haben seiner Ansicht nach den entscheidenden Anstoß zum Platzen der Bitcoin-Blase gegeben.
Schiff zieht dabei einen Vergleich mit den Sorgen vor einer möglichen KI-Blase. Künstliche Intelligenz habe immerhin einen tatsächlichen wirtschaftlichen Wert, Bitcoin hingegen nicht.
Anders als Gold hat Bitcoin keine physischen Anwendungsbereiche. Gold wird beispielsweise für Schmuck, in der Elektronik und in der Industrie verwendet.
Dieser Argumentation zufolge hängt der Wert von Bitcoin vor allem davon ab, ob andere Anleger bereit sind, dafür zu zahlen. Schwindet dieses Interesse, droht nach Ansicht von Kritikern ein massiver Kurseinbruch.
Bitcoin-Befürworter sehen das anders. Sie verweisen darauf, dass es höchstens 21 Millionen Bitcoin geben kann. Diese Knappheit mache den Coin als Alternative zu traditionellen Währungen attraktiv.
Zudem lässt sich Bitcoin weltweit ohne eine Bank als Vermittler übertragen. Das Netzwerk ermöglicht es, Vermögen eigenständig zu verwahren und zu transferieren.
Schiff verknüpft seine Prognose auch mit der politischen Lage in den USA. Er bezeichnet Donald Trump als „Bitcoin-Präsidenten“ und argumentiert, politische Rückschläge für Trump seien auch für Bitcoin eine schlechte Nachricht.
Nach Schiffs Einschätzung stehen die Republikaner Bitcoin grundsätzlich offener gegenüber als die Demokraten. Das Wahlergebnis könnte deshalb negative Folgen für den Kryptomarkt haben.
Die Demokraten gewannen am Dienstag sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit. Damit steht Trump ab Januar einem Kongress gegenüber, in dem seine Partei nicht mehr über die Mehrheit verfügt.
Das könnte es dem Präsidenten erschweren, seine Vorhaben für die Kryptobranche umzusetzen. Zugleich können die Demokraten stärker auf neue Gesetze Einfluss nehmen.
Aktuellen Berichten zufolge arbeiten sie bereits an neuen Regeln für die Kryptobranche. Dabei soll die US-Börsenaufsicht SEC mehr Befugnisse erhalten, während die Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörde CFTC eingeschränkt werden sollen.
Auch strengere Vorgaben zum Verbraucherschutz und zur Vermeidung von Interessenkonflikten bei Politikern könnten Teil der Verhandlungen werden. Die Pläne stehen noch nicht endgültig fest.
Nach den Wahlen stieg der Bitcoin-Kurs zunächst auf mehr als 80.800 Dollar. Die Erholung war jedoch nur von kurzer Dauer.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert Bitcoin bei rund 75.700 Dollar. Damit hat der Coin seine gesamten Kursgewinne seit den Wahlen wieder eingebüßt.
An der Wall Street setzte dagegen nach der heftigen Verkaufswelle vom Donnerstag eine vorsichtige Erholung ein. Die Technologiebörse Nasdaq legte am Freitag um 1,1 Prozent zu, verzeichnete auf Wochensicht aber dennoch ein Minus von 3,4 Prozent.
Vor allem Technologieunternehmen und Chiphersteller machten einen Teil ihrer vorherigen Verluste wett. So legte der Chipkonzern Nvidia gestern um 2,8 Prozent zu, während AMD rund 11 Prozent gewann.
Dennoch bereiten die enormen Investitionen der Technologiekonzerne in künstliche Intelligenz den Anlegern weiter Sorgen. Unklar ist, ob diese Ausgaben letztlich genügend Gewinn abwerfen werden.
Hinzu kommen politische Sorgen. Neu gewählte demokratische Gouverneure könnten den Bau von Rechenzentren verzögern. Das könnte das Wachstum der KI-Branche bremsen.
Auch Bitcoin ist davon betroffen: Bei wachsender Unsicherheit verkaufen Anleger häufig risikoreiche Anlagen, um ihre Verluste zu begrenzen. Deshalb bewegt sich der Bitcoin-Kurs oft in dieselbe Richtung wie Technologieaktien.
Auch Gold gab gestern nach. Der Goldpreis sank um rund 0,5 Prozent auf 4.066 Dollar je Feinunze. Am Vortag hatte Gold noch zugelegt, während Bitcoin und Technologieaktien unter Druck standen.
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