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Ledger-Nutzer berichten, dass Kryptowährungen im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar aus ihren Wallets verschwunden sind. Mehrere Betroffene geben an, ihre Wiederherstellungsphrase sicher verwahrt und keine verdächtigen Transaktionen signiert zu haben. Ledger untersucht die Vorfälle. Im Fokus stehen zunächst Geräte, die über einen bestimmten Händler in Südostasien verkauft wurden.
Für Unruhe sorgten Berichte mehrerer Ledger-Nutzer in sozialen Netzwerken, deren Wallets plötzlich leergeräumt worden waren. Betroffen sind unter anderem Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und der Stablecoin Tether (USDT).
Ein Nutzer berichtete auf Reddit, fast 100.000 USDT verloren zu haben. Nach eigenen Angaben hatte er die Wiederherstellungsphrase handschriftlich notiert und sicher verwahrt. Sein Ledger Stax sei zudem kaum zum Einsatz gekommen.
Ledger bestätigte am Freitag, Meldungen über verschwundene Coins zu untersuchen. Bislang gibt es offenbar keine Hinweise darauf, dass sämtliche Ledger-Geräte eine Sicherheitslücke aufweisen. Das Unternehmen konzentriert seine Untersuchung auf Geräte, die über CryptoBilis, einen Wiederverkäufer in Südostasien, verkauft wurden.
Nach Angaben des Unternehmens betreffen die untersuchten Meldungen Nutzer in Südostasien, die Gelder verloren und ihre Geräte bei CryptoBilis gekauft haben.
Ledger hat CryptoBilis vorsorglich aufgefordert, den Verkauf und Versand sämtlicher Ledger-Geräte einzustellen.
Blockchain-Analysten beobachten unterdessen, dass große Beträge aus verschiedenen Wallets abfließen. Die Transaktionen erfolgen auf mehreren Netzwerken, darunter Bitcoin, Ethereum und Tron (TRX).
Nach Daten eines Analysten, der unter dem Namen Specter auftritt, sind Kryptowährungen im Wert von mehr als 86 Millionen Dollar verschwunden. Davon entfallen gut 42 Millionen Dollar auf ETH. Hinzu kommen rund 17,5 Millionen Dollar in BTC und 16,5 Millionen Dollar in USDT.
Ledger warnt Kunden, die in den vergangenen 90 Tagen ein Gerät bei CryptoBilis gekauft haben. Wer sein Gerät noch nicht eingerichtet hat, soll vorerst darauf verzichten.
Nutzern, die ihren Ledger bereits eingerichtet haben, rät das Unternehmen, eine Übertragung ihrer Coins auf einen neuen Ledger mit einer neuen Wiederherstellungsphrase in Betracht zu ziehen.
Die Meldungen sorgten rasch für Verunsicherung unter Kryptobesitzern. Experten zufolge gibt es derzeit jedoch keine Hinweise auf ein umfassenderes Sicherheitsproblem bei Ledger selbst.
Changpeng Zhao, Mitgründer und ehemaliger Chef von Binance, vermutet die Ursache in der Vertriebskette. Die Geräte könnten gefälscht oder manipuliert worden sein, bevor sie die Kunden erreichten.
Die bisherigen Informationen deuteten auf einen Angriff auf die Lieferkette bei einem einzelnen Händler hin, schrieb Zhao auf X. Vermutlich habe eine kleine Zahl von Kunden gefälschte oder manipulierte Ledger-Geräte gekauft.
Zugleich betonte er, dass Ledger aus seiner Sicht weiterhin zu den etabliertesten Hardwarewallet-Anbietern der Kryptobranche zählt.
Ledgers Untersuchung dauert an. Offen bleibt, wie die Angreifer Zugriff auf Wallets von Nutzern erlangen konnten, die nach eigenen Angaben ihre Wiederherstellungsphrase sicher verwahrt und keine Transaktionen freigegeben hatten.
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