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Der US-Technologiekonzern Palantir hat erneut starke Quartalszahlen vorgelegt. Der Umsatz wuchs um 96 Prozent. Damit übertraf das Unternehmen sowohl die eigenen Erwartungen als auch die Prognosen der Analysten deutlich.
Dennoch reagierten die Anleger auffallend zurückhaltend. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel nach. Zugleich wächst die Sorge vor einer möglichen KI-Blase.
Palantir erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 96 Prozent gegenüber den 1,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Finanzvorstand David Glazer sprach vom höchsten Umsatzwachstum im Jahresvergleich, das das Unternehmen je ausgewiesen habe. Auch gegenüber dem Vorquartal erreichte das Wachstum mit 20 Prozent einen Rekordwert.
Die Ergebnisse fielen zudem deutlich besser aus als erwartet. Analysten hatten mit einem Umsatz von 2,18 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn von 41 US-Cent je Aktie gerechnet. Palantir erreichte 44 US-Cent je Aktie.
Besonders stark wuchs das Geschäft mit Unternehmenskunden in den USA. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um 148 Prozent auf 984 Millionen Dollar, nach 397 Millionen Dollar im Vorjahr.
Damit setzte Palantir erstmals mehr mit US-Unternehmen um als mit der US-Regierung. Auch der Umsatz mit staatlichen Auftraggebern legte kräftig zu: Er stieg um 96 Prozent auf 953 Millionen Dollar.
Palantir hob zudem seine Prognose an. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 8,53 und 8,534 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von rund 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Trotz der starken Ergebnisse konnte Palantir die Anleger nicht überzeugen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung legte die Aktie im nachbörslichen Handel zunächst um rund 1,5 Prozent zu.

Die Gewinne waren jedoch schnell wieder aufgezehrt. Die Aktie drehte ins Minus und verlor 3,6 Prozent. Die Reaktion zeigt, wie kritisch Anleger Technologieunternehmen derzeit beurteilen.
Die Kursreaktion fällt in eine heikle Phase für den US-Aktienmarkt. Anleger sorgen sich zunehmend über die enormen Summen, die Unternehmen in künstliche Intelligenz (KI) investieren.
Laut einer Studie von S&P Global summieren sich die KI-Investitionen über einen Zeitraum von zwei Jahren auf nahezu zwei Billionen Dollar. Gleichzeitig wachsen die Zweifel, ob diese Ausgaben ausreichende Renditen erwirtschaften werden.
Diese Unsicherheit zeigte sich bereits in der vergangenen Woche bei anderen großen Technologiekonzernen. Die Google-Mutter Alphabet hat seit der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen rund 505 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren. Auch Intel verzeichnete erhebliche Verluste: Die Aktie fiel innerhalb einer Woche um rund 29 Prozent.
Der technologielastige US-Index Nasdaq verlor am Montag mehr als ein Prozent. Über die vergangenen fünf Handelstage summierte sich das Minus auf rund vier Prozent.
Konzernchef Alex Karp bleibt unterdessen äußerst zuversichtlich, was die Zukunft seines Unternehmens angeht. In seinem Quartalsbrief an die Aktionäre bezeichnete er die Ergebnisse als außergewöhnlich und hob das Umsatzwachstum von 96 Prozent hervor.
Karp erwartet, dass künstliche Intelligenz nahezu jede Branche grundlegend verändern wird. Banken, Versicherer, Krankenhäuser und Anwaltskanzleien müssten ihre Arbeitsweise anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Palantir verzeichnet zudem ein wachsendes Interesse an seiner Software. Laut Karp nehmen potenzielle Kunden gezielt Kontakt auf, weil sie ihre Unternehmensdaten besser nutzen und schützen wollen.
Für das vierte Quartal rechnet Palantir mit einem Umsatz zwischen 2,64 und 2,65 Milliarden Dollar. Damit liegt die Prognose erneut deutlich über den Erwartungen der Analysten, die von rund 2,46 Milliarden Dollar ausgegangen waren.
Darüber hinaus erwartet das Unternehmen, dass der Umsatz mit US-Unternehmenskunden im Gesamtjahr 2026 um 143 Prozent wächst. Dieser Geschäftsbereich bleibt für Anleger ein wichtiger Gradmesser: Er soll zeigen, ob Unternehmen bereit sind, hohe Summen für KI-Software zu zahlen.
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