Oracle erleidet herben Rückschlag nach enttäuschenden Quartalszahlen. Die Aktie fiel am Mittwoch im Nachbörsenhandel um elf Prozent, nachdem der Umsatz niedriger ausfiel als erwartet. Trotz Wachstum in der Cloud-Sparte bleiben Zweifel an der Bewertung von Tech-Unternehmen, die stark auf künstliche Intelligenz setzen.

Langsam wachsender Umsatz belastet den Kurs
Investoren blicken seit Monaten kritisch auf große Technologieunternehmen, die stark in KI investieren. Oracle schloss im September einen großen Vertrag mit OpenAI ab, das über einen Zeitraum von fünf Jahren Rechenleistung im Wert von dreihundert Milliarden Dollar beziehen möchte. Diese Nachricht gab dem Kurs damals einen kräftigen Impuls.
Dennoch ist die Aktie seit dem Höchststand vor drei Monaten um mehr als 40 Prozent gefallen. Obwohl der Kurs seit Anfang des Jahres immer noch höher steht, sehen Investoren Risiken. Die Vereinbarungen mit OpenAI fallen in eine Zeit der zunehmenden Diskussion über eine mögliche Überbewertung und die Frage, ob der KI-Boom nachhaltig ist.
Vorstandsvorsitzender Larry Ellison schrieb in einer Erklärung, dass in den kommenden Jahren viele Veränderungen in der KI-Technologie erwartet werden und Oracle flexibel bleiben muss. Er betonte, dass Oracle weiterhin Chips von Nvidia beziehe, aber auch offen für Alternativen sei, da Kunden unterschiedliche Systeme nutzen.
Diskussion über Rolle und Schuldenlast von Oracle
Am Markt wird umfassender die Rolle von Oracle innerhalb des aktuellen KI-Wachstums betrachtet. Das Unternehmen ist an mehreren großen Partnerschaften beteiligt, was zu Fragen führt, wie sich Unternehmen in der Branche über komplexe Finanzierungsstrukturen gegenseitig stärken. Dabei besteht die Befürchtung, dass einige Parteien indirekt ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen unterstützen.
Auch die finanzielle Lage von Oracle erhält mehr Aufmerksamkeit. Das Unternehmen beschaffte im September 18 Milliarden Dollar durch eine umfangreiche Anleiheemission, um neue Rechenzentren zu bauen. Diese Investition unterstützt das Wachstum der KI-Aktivitäten, trägt jedoch gleichzeitig zu einer höheren Schuldenlast bei.
So gab Oracle kürzlich bekannt, eine Milliarde Dollar in die Erweiterung von Rechenzentren in den Niederlanden zu investieren, ein Projekt, das Teil einer breiteren internationalen Expansion ist.
Nicht jeder teilt die Bedenken gegenüber Oracle
Einige Marktkenner halten die negative Reaktion für übertrieben. Cory Johnson von Epistrophy Capital Research bezeichnet das Quartal als stark, mit einem beschleunigten Umsatzwachstum. Er weist darauf hin, dass Oracle in den vergangenen sechs Monaten Verträge im Wert von 385 Milliarden Dollar abgeschlossen hat, darunter mit Meta und Nvidia.
Dennoch bleibt die Frage, wie nachhaltig das KI-bezogene Wachstum ist. Die jüngsten Zahlen haben diese Bedenken nicht vollständig ausgeräumt, weshalb die Aktie weiter unter Druck steht.
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