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Der Ölpreis ist am Montag erneut kräftig gestiegen, nachdem Saudi-Arabien die Ölverladungen im wichtigen Hafen Yanbu gestoppt hat. Die Maßnahme folgt auf Angriffe auf die East West Pipeline, eine zentrale Ölpipeline, die den Osten des Landes mit dem Roten Meer verbindet.
Damit fällt ausgerechnet in einer Phase, in der andere wichtige Handelsrouten in der Region unter Druck stehen, eine bedeutende Ausweichroute weg. Der Preis für Brent-Öl stieg nach der Nachricht auf mehr als 108 Dollar je Barrel und hatte zuvor zeitweise knapp 110 Dollar erreicht.
Nach Angaben von Reuters hat Saudi-Arabien die Ölverladungen in Yanbu nach Angriffen auf die East West Pipeline ausgesetzt. Die rund 1.200 Kilometer lange Pipeline transportiert Öl aus der ölreichen Eastern Province an die Westküste des Landes.
Die Pipeline kann maximal rund 7 Millionen Barrel Öl pro Tag befördern. Vor den jüngsten Angriffen sollen über diese Route etwa 4 Millionen Barrel pro Tag in Richtung Rotes Meer geflossen sein. Das entspricht rund vier Prozent der weltweiten Ölversorgung.
Die Route ist vor allem deshalb wichtig, weil Saudi-Arabien damit die Straße von Hormus umgehen kann. Die Spannungen rund um diese zentrale Seeroute hatten in den vergangenen Monaten bereits für erhebliche Sorgen am Ölmarkt gesorgt. Durch die Probleme an der East West Pipeline gerät nun auch diese alternative Route unter Druck.
Yanbu selbst zählt zu den wichtigsten Ölhäfen Saudi-Arabiens. Unter normalen Bedingungen kann der Hafen laut The Kobeissi Letter bis zu 5 Millionen Barrel Öl pro Tag exportieren.
Nach den Angriffen wurden die Aktivitäten an der Pipeline vorsorglich vollständig eingestellt. Damit kann vorerst kein neues Öl über die Pipeline nach Yanbu transportiert werden.
Der Ölmarkt reagierte nahezu unmittelbar. Brent-Öl legte um mehr als drei Prozent zu und notierte am Montag über 108 Dollar je Barrel. Im Handelsverlauf stieg der Preis laut dem vorliegenden Kurschart sogar auf rund 109,80 Dollar.
Gegen 18.00 Uhr deutscher Zeit lag Brent bei etwa 108,17 Dollar je Barrel. Damit bleibt der Ölpreis in der Nähe der Marke von 110 Dollar.
Die deutliche Reaktion ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Händler eine länger anhaltende Störung befürchten. Den vorliegenden Informationen zufolge wird mit einer möglichen Reparaturdauer von drei bis fünf Wochen gerechnet.
Yanbu verfügt unterdessen über Lagerkapazitäten von rund 35 Millionen Barrel. Laut der Quelle würde dieser Bestand beim derzeitigen Tempo nur ausreichen, um die Exporte etwa fünf bis sieben Tage aufrechtzuerhalten. Danach wird die Verfügbarkeit neuer Lieferungen über die Pipeline zunehmend wichtiger.
Eine länger anhaltende Störung könnte Folgen haben, die über den Ölmarkt hinausreichen. Vor allem asiatische Raffinerien könnten gezwungen sein, sich anderswo Ersatzöl zu beschaffen. Das könnte nicht nur den Ölpreis, sondern auch die Transportkosten weiter erhöhen.
Damit rückt auch die Inflation wieder stärker in den Fokus. Teureres Öl schlägt letztlich unter anderem auf Kraftstoff, Transport und die Produktionskosten von Unternehmen durch. Sollte Brent über längere Zeit oberhalb von 100 Dollar bleiben, könnte das den Kampf der Zentralbanken gegen die Inflation erschweren.
Für die Finanzmärkte ist daher vor allem entscheidend, wie schnell Saudi-Arabien die East West Pipeline wieder in Betrieb nehmen kann. Weitere Angriffe auf Ölinfrastruktur oder die Schifffahrt in der Region könnten den Druck auf die weltweite Energieversorgung weiter erhöhen.
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