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Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran treiben den Ölpreis weiter nach oben. Während sich der Preis für ein Barrel Brent der Marke von 115 Dollar nähert, bemüht sich Katar um einen diplomatischen Durchbruch.

Am Freitag reisten Vermittler erneut nach Teheran, um Fortschritte auf dem Weg zu einem Friedensabkommen zu erzielen. Die Positionen Washingtons und Teherans liegen allerdings weiterhin weit auseinander.

Katar will Friedensabkommen zwischen USA und Iran retten

Katarische Vermittler sind am Freitag in die iranische Hauptstadt Teheran zurückgekehrt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen an den Verhandlungen beteiligten Regierungsvertreter. Die Gespräche werden mit den USA abgestimmt.

Katar bemüht sich seit Längerem um ein Ende des Krieges im Nahen Osten. Am vergangenen Sonntag legte das Land Iran einen neuen Friedensvorschlag vor. Ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter wies ihn jedoch als inakzeptabel zurück.

Der größte Streitpunkt bleibt das iranische Atomprogramm. Washington will darüber von Beginn an verhandeln. Teheran lehnt das ab und fordert, dass die USA zunächst die Blockade iranischer Häfen beenden und die Sanktionen gegen die Ölexporte aufheben.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Mittwoch, sein Land stehe in engem Kontakt mit den Vermittlern. Dabei werde geprüft, wie sich ein früherer iranischer Vorschlag umsetzen lasse, der einen siebentägigen Prozess zur Beendigung des Krieges vorsieht.

Auch US-Vizepräsident JD Vance ist in die diplomatischen Kontakte eingebunden. US-Medien berichteten, seine Annäherung an Iran stehe im Zusammenhang mit möglichen neuen Friedensgesprächen. Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag dagegen, bei dem Kontakt sei es um medizinische Hilfsgüter gegangen.

Ölpreis nähert sich nach kräftigem Anstieg 120 Dollar

An den Finanzmärkten wird unterdessen weiter mit einer möglichen Eskalation gerechnet. Der Ölpreis ist erneut gestiegen und liegt auf dem höchsten Stand seit etwa einem halben Jahr.

Ein Barrel der Nordseesorte Brent, der wichtigsten internationalen Referenzsorte, kostet derzeit rund 113,47 Dollar. Am Freitag stieg der Preis um etwa 2,38 Prozent.

Die Grafik zeigt den Anstieg des Brent-Ölpreises auf 113,59 Dollar je Barrel am 30. Oktober 2026 infolge der Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
Brent-Öl verteuert sich auf mehr als 113 Dollar je Barrel. (Quelle: TradingView)

Auf Monatssicht beträgt das Plus fast elf Prozent. Damit steuert Brent auf den vierten Monatsgewinn in Folge zu. Gegenüber dem Vorjahr hat sich Öl sogar um rund 75 Prozent verteuert.

Auch US-Öl ist deutlich teurer geworden. Ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostet etwa 103 bis 104 Dollar.

Hauptgrund ist die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Iran-Konflikt. Anleger fürchten eine Eskalation, die die weltweite Ölversorgung erneut unter Druck setzen könnte.

Ein besonderes Risiko stellt die Straße von Hormus dar. Durch die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman wird normalerweise ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls transportiert. Angriffe auf Tanker und mögliche Störungen des Schiffsverkehrs können daher weitreichende Folgen haben.

Zusätzlich sorgen Angriffe der Huthi auf Ziele in Saudi-Arabien für Unruhe. Dabei gerieten auch Energieanlagen und Raffinerien ins Visier.

Neue Angriffe könnten Ölpreis weiter in die Höhe treiben

Die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA verstärken die Unsicherheit. Berichten zufolge wurde Trump über mögliche neue Militäroperationen gegen Iran informiert. Der US-Präsident hatte zuvor erklärt, dass die Angriffe nach den Wahlen wieder aufgenommen werden könnten.

Obwohl die Ölexporte aus der Golfregion teilweise wieder angelaufen sind, rechnet der Markt weiterhin mit möglichen neuen Störungen. Vergleichsweise niedrige Ölbestände und Engpässe bei Raffinerieprodukten wie Diesel stützen die Preise zusätzlich.

Analysten unter anderem von Goldman Sachs haben vor weiteren Preisanstiegen gewarnt, sollte der Schiffsverkehr erneut massiv beeinträchtigt werden. In diesem Szenario könnte Brent auf 120 Dollar je Barrel oder darüber steigen.

Ein diplomatischer Durchbruch könnte dagegen einen deutlichen Preisrückgang auslösen. Sollten die Spannungen nachlassen und sich die Ölexporte normalisieren, wäre den vorliegenden Marktszenarien zufolge ein Rückgang in Richtung 80 Dollar möglich.

Die Verhandlungen in Teheran sind damit nicht nur für den Krieg im Nahen Osten von Bedeutung. Auch der globale Energiemarkt wartet auf Klarheit. Höhere Ölpreise können Kraftstoffe verteuern und den Inflationsdruck verstärken – mit Folgen auch für die Zinspolitik der Zentralbanken.

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