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Immer mehr große US-Unternehmen wenden sich gegen die Pläne der Kryptobörse OKX und des Börsenbetreibers Intercontinental Exchange (ICE), Aktien über die Blockchain handelbar zu machen. Nun haben auch Nvidia, Nike und Costco Widerspruch eingelegt.
Damit ist die Zahl der Unternehmen, die sich gegen die Pläne stellen, auf 50 gestiegen. Der wachsende Widerstand ist ein weiterer Rückschlag für das Vorhaben, das Anlegern den Handel mit digitalen Versionen von US-Aktien rund um die Uhr ermöglichen soll.
OKX entwickelt gemeinsam mit ICE, der Muttergesellschaft der New York Stock Exchange (NYSE), eine Handelsplattform für sogenannte tokenisierte Aktien.
Dabei handelt es sich um digitale Versionen bestehender Aktien, die über eine Blockchain gehandelt werden. Anleger könnten sie rund um die Uhr kaufen und verkaufen. Die Zahlungen würden mit Stablecoins abgewickelt.
Doch immer mehr Unternehmen lehnen es ab, dass ihre Aktien auf diese Weise angeboten werden. Laut einer Mitteilung vom Freitag, dem 30. Oktober, haben inzwischen 50 Unternehmen offiziell Widerspruch gegen die Handelsplattform eingelegt.
Zu den zwölf Unternehmen, die zuletzt Widerspruch eingelegt haben, gehören der Chiphersteller Nvidia, der Sportartikelhersteller Nike, die Einzelhandelskette Costco und Micron Technology.
Auch Reddit, CrowdStrike, Palo Alto Networks und Hewlett Packard Enterprise haben sich dem Widerspruch angeschlossen.
Von den 62 Unternehmen, die OKX und ICE ursprünglich ausgewählt hatten, haben inzwischen 43 Widerspruch eingelegt. Das entspricht rund 69 Prozent.
Zuvor hatten sich bereits große Konzerne wie Microsoft, Alphabet und JPMorgan gegen die Pläne gestellt.
Die neue Handelsplattform setzt auf Tokenisierung. Dabei repräsentiert ein digitaler Token auf einer Blockchain eine Aktie.
Ein wesentlicher Vorteil: Anleger wären nicht mehr an die üblichen Handelszeiten der US-Aktienbörsen gebunden. Zudem könnten Transaktionen möglicherweise schneller abgewickelt werden.
Dennoch haben viele Unternehmen Vorbehalte gegen das System.
Ihre Aktien würden auf einer Plattform angeboten, an der sie selbst nicht unmittelbar beteiligt sind. Das wirft Fragen zum Handel mit diesen Aktien, zur Preisbildung und zu den Rechten der Anleger auf.
Nach den vorläufigen Regeln der US-Börsenaufsicht SEC dürfen Unternehmen Widerspruch einlegen, wenn ein unabhängiger Dritter ihre Aktien auf diese Weise handeln will.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Unternehmen die Tokenisierung grundsätzlich ablehnen.
JPMorgan hatte etwa erklärt, weiterhin Chancen in der Blockchain-Technologie zu sehen. Die Bank wolle jedoch sorgfältig darauf achten, in welcher Form ihre Aktien angeboten werden.
Andrew Cuomo, Co-Vorsitzender der gemeinsamen Handelsplattform und ehemaliger Gouverneur von New York, rechnet damit, dass die Zurückhaltung der Unternehmen mit der Zeit nachlässt.
Seiner Einschätzung nach wollen viele Unternehmen zunächst abwarten, wie der neue Handelsplatz funktioniert, bevor sie über eine Teilnahme entscheiden.
Trotz des wachsenden Widerstands haben einige große Unternehmen bislang keinen offiziellen Widerspruch eingelegt.
Aus der ursprünglichen Auswahl stehen noch 19 Unternehmen nicht auf der Liste der Widerspruchsführer. Dazu zählen bekannte Namen wie Apple, Amazon, Tesla, Netflix und Palantir. Auch Kryptounternehmen wie Coinbase, Circle und Robinhood haben bislang keinen Widerspruch eingelegt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Unternehmen die Pläne unterstützen. Ebenso wenig steht fest, ob ihre Aktien zum Start tatsächlich verfügbar sein werden.
Nach den Regeln der SEC haben Unternehmen nach der offiziellen Benachrichtigung über die Pläne 30 Tage Zeit, Widerspruch einzulegen.
Für Unternehmen, die am 4. Oktober benachrichtigt wurden, dürfte die Frist etwa am Dienstag, dem 3. November, ablaufen. Da nicht alle Unternehmen zum selben Zeitpunkt informiert wurden, gelten unterschiedliche Fristen.
Zudem muss ein eingereichter Widerspruch erst innerhalb von fünf Werktagen veröffentlicht werden. Die Zahl der Unternehmen, die sich gegen die Pläne stellen, könnte daher weiter steigen. Wann genau OKX und ICE ihre neue Handelsplattform starten wollen, ist noch nicht bekannt.
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