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Nvidia hat der KI-Rally neuen Schub gegeben. Die Aktie legte am Donnerstag um knapp 9 Prozent zu, nachdem der Chipkonzern besser als erwartete Quartalszahlen vorgelegt und vor allem mit einem starken Ausblick überzeugt hatte. An einem einzigen Handelstag kamen damit rund 440 Milliarden Dollar an Börsenwert hinzu.

Das ist mehr als der gesamte Marktwert vieler großer börsennotierter Unternehmen. Der Anstieg ist bemerkenswert, weil Nvidia in den vergangenen vier Quartalen am Tag nach der Zahlenvorlage jeweils gefallen war, obwohl der Konzern die Erwartungen erfüllt oder übertroffen hatte. Diesmal reagierte der Markt anders. Anleger sahen genügend Hinweise darauf, dass der KI-Zyklus noch nicht vorbei ist.
Die größte Überraschung lag im Ausblick. Finanzchefin Colette Kress sagte, Nvidia rechne für das Geschäftsjahr 2028 mit einem Umsatzwachstum von 70 Prozent. Konzernchef Jensen Huang ergänzte, die Nachfrage liege sogar deutlich darüber, Nvidia werde jedoch durch die tatsächlich lieferbaren Kapazitäten begrenzt.
Genau das wollte der Markt hören. In den vergangenen Wochen hatten die Zweifel an den KI-Investitionen zugenommen. Anleger fragten sich, ob die Hyperscaler zu viel ausgeben, ob die Finanzierungsstrukturen zu zirkulär werden und ob die enormen Investitionen am Ende ausreichend Rendite bringen.
Nvidia gab darauf nun eine deutliche Antwort. Nach Einschätzung von Huang hat KI ihren Wendepunkt erreicht. Während im vergangenen Jahr noch ein großes KI-Labor den Ausbau dominierte, sieht er inzwischen mehrere führende KI-Labore, Start-ups, Open-Source-Modelle und physische KI-Anwendungen gleichzeitig skalieren.
Entscheidend ist, dass Nvidia zeigen will, dass das Wachstum nicht nur von einer Handvoll großer Cloudkonzerne abhängt. Der Umsatz mit KI-Clouds sowie Industrie- und Unternehmenskunden belief sich auf 40,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 138 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das ist zentral. Wenn sich die Nachfrage nach Nvidia-Chips über Amazon, Microsoft, Google und Meta hinaus verbreitert, bekommt der KI-Bullenmarkt eine solidere Grundlage. Dann geht es nicht mehr nur um einige Hyperscaler mit riesigen Investitionsbudgets, sondern um eine breitere Einführung von KI in der Wirtschaft.
Auch andere Aktien profitierten von der Stimmung. Chipwerte wie Broadcom und Intel legten ebenfalls zu, zugleich erhielten Neocloud-Anbieter wie Nebius Rückenwind.
Ganz ohne Risiken ist die Entwicklung dennoch nicht. Nvidia kämpft weiter mit Engpässen in der Lieferkette. TSMC, der wichtigste Produktionspartner von Nvidia, hat nach wie vor Kapazitätsprobleme. Auch Speicher bleibt knapp, obwohl er ein zentraler Bestandteil von Nvidias KI-Systemen ist.
Zudem nimmt der Wettbewerb zu. Große Kunden und KI-Labore arbeiten immer häufiger an eigenen Chips. Für Nvidias dominierende Stellung ist das noch keine unmittelbare Bedrohung, auf längere Sicht könnte es aber Margen und Marktanteile unter Druck setzen.
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