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Der US-Technologiesektor steht stark unter Druck. Nvidia-Chef Jensen Huang blickt dennoch gelassen auf die Zukunft der künstlichen Intelligenz.

Während Anleger im großen Stil Technologieaktien verkaufen und Chipunternehmen ihre längste Verlustserie seit 2008 verzeichnen, bleibt Huang auffallend optimistisch. Die Vorteile von KI werden seiner Einschätzung nach letztlich schwerer wiegen als die Sorgen, die derzeit an der Wall Street dominieren.

Nvidia-Chef erwartet neues Vertrauen in KI

Bei einer Veranstaltung in Berlin äußerte sich Huang gegenüber Bloomberg zur jüngsten Verkaufswelle bei KI-Aktien. Die Unruhe an den Börsen ändere nichts am enormen Potenzial der Technologie.

Huang zeigte sich überzeugt, dass die Turbulenzen vorübergehen werden. Seine Begründung: KI werde nahezu jede Branche und jedes Land grundlegend verändern. Diese Entwicklung stehe zudem erst am Anfang.

Seine Aussagen folgen auf eine besonders schwierige Woche für Chiphersteller und Unternehmen, die KI-Infrastruktur aufbauen. Der Philadelphia Semiconductor Index, der die Kursentwicklung großer US-Chipunternehmen abbildet, ist inzwischen acht Handelstage in Folge gefallen. Das ist die längste Verlustserie seit 2008.

Auch Nvidia bleibt von der Verkaufswelle nicht verschont. Die Aktie gab an sieben der vergangenen acht Handelstage nach. Zugleich hinterfragen Anleger zunehmend die milliardenschweren Dollar-Investitionen der Unternehmen in KI.

Für Unsicherheit sorgen vor allem die hohen Finanzierungskosten. Technologiekonzerne investieren enorme Summen in Rechenzentren, Chips und weitere Infrastruktur. Offen bleibt jedoch, wie schnell diese Investitionen ausreichende Gewinne abwerfen werden.

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KI-Aktien an der Wall Street unter starkem Druck

Zu den am stärksten betroffenen Unternehmen zählt CoreWeave, ein US-Anbieter von Rechenleistung für KI-Anwendungen. Nvidia gehört zu den wichtigsten Investoren des Unternehmens.

Die CoreWeave-Aktie verlor in dieser Woche rund ein Viertel ihres Werts. Auch die Anleihen des Unternehmens gerieten unter Druck. Ihre Kurse fielen auf Niveaus, die üblicherweise auf erhebliche Sorgen der Anleger um die Finanzlage hindeuten.

Das zeigt, wie empfindlich Unternehmen im KI-Sektor inzwischen auf Zweifel an ihrer finanziellen Stabilität reagieren. Der Bau neuer Rechenzentren erfordert enorme Investitionen, denen nicht immer unmittelbar Einnahmen gegenüberstehen.

Nvidia selbst spielt bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle. Das Unternehmen ist der weltweit größte Anbieter spezialisierter KI-Chips, die zur Entwicklung und zum Betrieb von KI-Modellen eingesetzt werden. Daneben erzielt Nvidia Einnahmen mit ergänzender Hardware, Software und Dienstleistungen.

Das rasante Wachstum der KI hat in den vergangenen Jahren eine enorme Nachfrage nach diesen Produkten ausgelöst. Dennoch befürchten Anleger zunehmend, dass die Ausgaben der großen Technologiekonzerne schneller steigen als die Erträge.

Huang hält Börsenturbulenzen für vorübergehend

Huang räumt ein, dass die Nachrichtenlage im KI-Sektor derzeit für Unruhe sorgt. Anleger konzentrierten sich jedoch zu stark auf kurzfristige Entwicklungen.

Die laufenden Nachrichten änderten nichts an den fundamentalen Rahmenbedingungen, sagte er im Interview.

Nach Einschätzung des Nvidia-Chefs werden sich die enormen Investitionen in KI letztlich auszahlen. Er erwartet, dass Unternehmen nahezu aller Branchen durch die Technologie produktiver werden. Damit würden die wirtschaftlichen Vorteile mit der Zeit deutlicher sichtbar.

Huang rief Anleger deshalb dazu auf, über die kurzfristigen Kursschwankungen hinauszublicken und sich auf die fundamentalen Faktoren zu konzentrieren.

Ob sein Optimismus ausreicht, um das Vertrauen an der Wall Street wiederherzustellen, bleibt offen. Vorerst achten Anleger vor allem auf die Rentabilität von KI-Projekten, die hohe Verschuldung einiger Infrastrukturunternehmen und die Folgen der anhaltend hohen Zinsen.

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