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Die Nvidia-Aktie ist am Donnerstag um 8 Prozent gefallen. Technologieaktien verzeichnen am Nachmittag an der Wall Street massive Verluste. Anleger befürchten, dass der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen den Bau von KI-Rechenzentren bremsen wird. Besonders stark verlieren jene Unternehmen, die am meisten vom Bauboom profitieren.
In der ersten halben Stunde nach Handelsbeginn um 15.30 Uhr deutscher Zeit verloren US-Technologieaktien rund 1,3 Billionen Dollar an Börsenwert. Das entspricht mehr als 40 Milliarden Dollar pro Minute. Laut The Kobeissi Letter hatte der S&P 500 nach 40 Handelsminuten bereits 2 Billionen Dollar an Wert eingebüßt. Damit waren sämtliche Kursgewinne seit den Wahlen aufgezehrt.
Nvidia trifft der Ausverkauf besonders hart. Als größter Chiphersteller und wertvollstes Unternehmen der Welt steht der Konzern im Zentrum der Investitionswelle im KI-Sektor. Die Aktie hatte bereits am Mittwoch 2,8 Prozent verloren, während der übrige Technologiesektor noch zulegte. Am Donnerstag folgte ein weiterer Rückgang um 7,5 Prozent.
Auslöser ist das Wahlergebnis vom Dienstag. Die Demokraten errangen sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit. In mehreren US-Bundesstaaten wollen demokratische Politiker den Bau großer Rechenzentren stärker einschränken, unter anderem wegen ihres Strom- und Wasserverbrauchs.
Für die meisten Technologiekonzerne schien das am Mittwoch noch eine gute Nachricht zu sein. Microsoft, Amazon und Apple legten jeweils um mehr als 5 Prozent zu. Anleger setzten darauf, dass die Unternehmen weniger Geld für KI-Infrastruktur ausgeben müssten. Für deren Anbieter gilt das Gegenteil: Weniger Rechenzentren bedeuten weniger Nachfrage nach Chips, Servern und Rechenleistung. Neben Nvidia stehen deshalb auch AMD, CoreWeave, Nebius und Super Micro Computer unter Druck.
Hinzu kommt die hohe Bewertung. Die Nvidia-Aktie hat in diesem Jahr kräftig zugelegt, getragen von der Erwartung, dass die KI-Ausgaben der Technologiekonzerne noch über Jahre weiter steigen. Jedes Anzeichen für ein langsameres Wachstum belastet die Aktie daher stärker als den übrigen Markt.
Die Turbulenzen treffen auf einen ohnehin nervösen Markt. Chipaktien hatten in den vergangenen Wochen bereits wegen der Sorge vor einer Blase bei KI-Infrastruktur Verluste verzeichnet. Am Freitag erscheint zudem der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober.
Starke Zahlen würden eine Zinserhöhung der Fed im Dezember wahrscheinlicher machen. Laut dem CME FedWatch Tool veranschlagen Händler die Wahrscheinlichkeit dafür bereits auf knapp 80 Prozent. Höhere Zinsen belasten in der Regel hoch bewertete Technologieaktien.
Ob der Kursrutsch vom Donnerstag eine Korrektur oder der Beginn einer größeren Verkaufswelle ist, dürfte sich damit erst am Freitag zeigen.
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