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Nordkorea hat jahrelang russische Mittelsmänner eingesetzt, um Kryptowährungen im Wert von mehreren Millionen Dollar in Bargeld umzuwandeln. Das geht aus einer Untersuchung des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis hervor.
Die Vereinigten Staaten haben neue Sanktionen gegen Personen und Unternehmen verhängt, die nach Angaben Washingtons zur Finanzierung des nordkoreanischen Waffenprogramms beitragen.
Die US-Sanktionsbehörde OFAC teilte am Mittwoch mit, zehn Personen und ein Unternehmen auf eine Sanktionsliste gesetzt zu haben. Sie sollen an einem Netzwerk nordkoreanischer IT-Mitarbeiter beteiligt sein, die unter falschen Identitäten für ausländische Unternehmen arbeiten.
Zu den Betroffenen gehören die beiden Russen Ilja Bojkow und Witold Obertas.
Nach Angaben des US-Finanzministeriums hat Bojkow seit 2024 Kryptowährungen im Wert von rund 3,5 Millionen Dollar für das mit Sanktionen belegte Unternehmen Alis umgetauscht. Obertas soll seit Januar 2025 Kryptotransaktionen im Wert von fast 2 Millionen Dollar für nordkoreanische Funktionäre abgewickelt haben.
Chainalysis rekonstruierte die Geldflüsse. In einem untersuchten Fall erhielt ein nordkoreanischer IT-Mitarbeiter regelmäßig Zahlungen in Stablecoins. Diese wurden anschließend in Ethereum (ETH) umgetauscht und über mehrere Krypto-Wallets an Bojkow weitergeleitet. Er nutzte die russische Kryptobörse Garantex, um sich das Geld auszahlen zu lassen.
Nordkorea setzt seit Längerem IT-Spezialisten ein, die sich mit gefälschten Identitäten von ausländischen Unternehmen anstellen lassen, darunter auch Kryptoprojekte.
Auf diesem Weg erzielt das Regime Einnahmen, die nach Angaben der US-Behörden in sein Waffenprogramm fließen. Die Risiken gehen über Gehaltszahlungen hinaus. Über ihre Tätigkeit können die Mitarbeiter auch Zugang zu sensiblen Unternehmenssystemen und Kryptoguthaben erhalten.
Im Juni 2025 erhob das US-Justizministerium Anklage gegen vier Nordkoreaner. Ihnen wurden betrügerische IT-Tätigkeiten und der Diebstahl von mehr als 900.000 Dollar bei Kryptounternehmen in den Vereinigten Staaten und Serbien vorgeworfen.
Nach Angaben von Chainalysis ist das russische Netzwerk Teil einer umfassenderen Operation, mit der Nordkorea weltweit Geld zu beschaffen versucht.
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