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Die US-Statistikbehörde hat soeben den Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Für die Finanzmärkte bedeutet er einen weiteren Rückschlag.

Während sich die Kurse noch vom gestrigen Einbruch erholen, preisen Anleger angesichts überraschend starker Arbeitsmarktdaten nun eine straffere Geldpolitik ein.

Überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten

Der US-Arbeitsmarkt ist deutlich robuster als erwartet. Das zeigen die Daten des Bureau of Labor Statistics (BLS). Der Arbeitsmarktbericht übertrifft die Erwartungen in nahezu allen Punkten:

  • Im Oktober entstanden 165.000 neue Stellen, deutlich mehr als die erwarteten 59.000 bis 65.000.
  • Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 auf 4,1 Prozent. Ökonomen hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet.
  • Die Löhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent statt der erwarteten 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich legten sie um 3,1 Prozent zu. Ökonomen hatten 2,9 Prozent erwartet.
  • Die Erwerbsquote, also der Anteil der Erwachsenen, die arbeiten oder eine Stelle suchen, stieg von 61,8 auf 61,9 Prozent.

Auch die beiden Vormonate fielen besser aus als zunächst gemeldet. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen im August und September wurde insgesamt um 84.000 nach oben korrigiert. Für September stehen damit nun 60.000 statt 29.000 neue Stellen zu Buche.

Dadurch steigt der durchschnittliche monatliche Stellenzuwachs der vergangenen drei Monate deutlich von 51.000 auf 137.000.

Der Rückgang der Arbeitslosenquote geht diesmal zudem auf einen tatsächlichen Beschäftigungszuwachs zurück. Im Juli war die Quote ebenfalls auf 4,1 Prozent gesunken, vor allem aber deshalb, weil Menschen die Arbeitssuche aufgegeben hatten. Nun stieg die Zahl der Erwerbstätigen dagegen um 463.000.

Der Stundenlohn erhöhte sich um 14 US-Cent auf 38 Dollar. Das ist der stärkste Anstieg in diesem Jahr. Für Beschäftigte ist das eine gute Nachricht, doch höhere Löhne können die Inflation weiter antreiben.

Allerdings zeigt der Bericht auch eine Schwachstelle: Die Zahl der Menschen, die unfreiwillig in Teilzeit arbeiten, stieg um 339.000. Hauptgrund waren Arbeitszeitkürzungen durch die Arbeitgeber.

Dadurch stieg die weiter gefasste Arbeitslosenquote U-6, die auch Teilzeitbeschäftigte mit dem Wunsch nach längeren Arbeitszeiten erfasst, von 7,6 auf 7,9 Prozent.

Arbeitsmarktbericht bestärkt Fed in ihrem Zinskurs

Der US-Arbeitsmarkt kühlt sich demnach nicht ab, sondern gewinnt wieder an Dynamik. Für die Federal Reserve (Fed) ist das ein klares Signal, die Zinsen im Dezember weiter anzuheben.

Fed-Chef Kevin Warsh hatte bereits im vergangenen Monat betont, dass sich der Arbeitsmarkt robust entwickle. Die Notenbank könne sich deshalb ganz auf die Inflationsbekämpfung konzentrieren. Der neue Arbeitsmarktbericht bestätigt seine Einschätzung deutlich.

Vor der Veröffentlichung der Daten lag die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im kommenden Monat bei rund 72 Prozent. Inzwischen ist sie auf 77 Prozent gestiegen.

Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die besonders stark auf die Erwartungen an die Fed reagiert, ist deutlich um 1,48 Prozent gestiegen. Auch der US-Dollar legt kräftig zu. Aktien, Bitcoin und Gold bewegen sich dann häufig in die entgegengesetzte Richtung.

Bislang halten sich die Verluste allerdings in Grenzen.

  • Bitcoin (BTC) gab zunächst um 0,55 Prozent nach, hat sich inzwischen aber wieder deutlich erholt. Im Tagesvergleich liegt die Kryptowährung noch leicht im Minus.
  • Gold verlor 0,82 Prozent und hat ebenfalls bereits einen Teil der Verluste aufgeholt. Gestern gehörte das Edelmetall zu den wenigen Anlagewerten mit Kursgewinnen, heute gibt es etwas nach.
  • Die Futures auf den Nasdaq 100 gaben um 0,25 Prozent nach, die auf den S&P 500 um 0,19 Prozent.

    Im Tagesvergleich liegen die Indizes aber weiterhin im Plus. Vor allem die Technologiewerte entwickeln sich heute gut. Chipaktien, die gestern die größten Verluste erlitten hatten, erholen sich am stärksten: Nvidia legt im vorbörslichen Handel bereits um 4,44 Prozent zu, Micron sogar um 9 Prozent. Die gestrigen Verluste sind damit allerdings noch nicht ausgeglichen.

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