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Die US-Aktienmärkte haben ihre Gewinne am Dienstag ausgebaut. Der S&P 500 erreichte erstmals seit August ein neues Rekordhoch. Auch die Nvidia-Aktie stieg auf einen Höchststand. Sinkende Ölpreise und etwas niedrigere US-Anleiherenditen stützen die Kurse. Zugleich bleibt der Optimismus rund um künstliche Intelligenz ein wesentlicher Treiber der Börsenrally.
Der S&P 500 legte kurz nach Handelsbeginn um rund 0,6 Prozent auf mehr als 7.800 Punkte zu. Damit erreichte der wichtigste US-Aktienindex erstmals seit August ein neues Rekordhoch. Der Nasdaq Composite gewann ebenfalls rund 0,6 Prozent und markierte einen Höchststand. Der Dow Jones stieg um etwa 0,5 Prozent.

Neun der elf Sektoren im S&P 500 lagen im Plus. Besonders gefragt waren Versorger und Technologieaktien. Auch die gleichgewichtete Variante des S&P 500, in der große Unternehmen weniger Gewicht haben, hielt mit dem Kursanstieg des regulären Index weitgehend Schritt.
Das deutet auf eine breitere Nachfrage hin. Lange hatten vor allem wenige große Technologiekonzerne die Börsenrally getragen. Am Dienstag griffen Anleger auch bei anderen Aktien zu.
Unterstützung kam vom Anleihe- und Ölmarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um gut zwei Basispunkte auf 5,28 Prozent. Gleichzeitig fiel der Ölpreis um mehr als zwei Prozent.
Diese Kombination begünstigt Aktien: Niedrigere Ölpreise entlasten Verbraucher und Unternehmen. Sinkende Anleiherenditen machen Aktien im Vergleich attraktiver.
Auch Nvidia setzt seinen Rekordlauf fort. Die Aktie legte am Dienstag um mehr als ein Prozent zu und erreichte im Handelsverlauf einen Höchststand von 243,37 Dollar. Damit nähert sich der Börsenwert des US-Chipkonzerns der Marke von 6 Billionen Dollar.
Nvidia zählt in diesem Jahr zu den wichtigsten Treibern des Kursanstiegs im S&P 500. Seit Jahresbeginn 2026 hat die Aktie rund 28 Prozent zugelegt. Der Börsenwert wuchs damit um etwa 1,2 Billionen Dollar.
Die Entwicklung der Nvidia-Aktie unterstreicht die anhaltende Bedeutung künstlicher Intelligenz für die Wall Street. Anleger setzen darauf, dass die Milliardeninvestitionen in Rechenzentren und Chips letztlich zu einem kräftigen Gewinnwachstum bei den Technologiekonzernen führen.
Auch andere Chiphersteller profitieren von diesen Erwartungen. Die AMD-Aktie lag am Dienstag im Plus, nachdem Konzernchefin Lisa Su erklärt hatte, die Nachfrage nach Chips dürfte in den kommenden Jahren sehr hoch bleiben.
Zusätzliche Unterstützung liefern die Erwartungen an die bevorstehende Berichtssaison. Laut Daten von LSEG rechnen Analysten bei den Unternehmen im S&P 500 mit einem Gewinnwachstum von rund 30 Prozent. Ein großer Teil davon entfällt auf das Geschäft mit künstlicher Intelligenz.
Der S&P 500 liegt inzwischen rund 14 Prozent über seinem Stand zu Jahresbeginn. Allerdings zeigen sich auch Hinweise darauf, dass nicht alle Anleger von weiteren Kursanstiegen überzeugt sind.
Nichtkommerzielle Marktteilnehmer verkauften in den vergangenen sechs Wochen Terminkontrakte auf den S&P 500 im Wert von fast 70 Milliarden Dollar. Laut Bloomberg gehört dieser Positionsabbau zu den größten seit etwa 15 Jahren. Vergleichbare Entwicklungen gab es zuvor in turbulenten Börsenjahren wie 2020 und 2022.
Das Bild ist jedoch nicht durchweg negativ. Nach Angaben der Citigroup verbesserte sich die Positionierung bei Terminkontrakten auf den Nasdaq 100 in der vergangenen Woche stärker als an anderen großen Aktienmärkten. Bei kleineren US-Unternehmen nahm dagegen der Pessimismus zu. Anleger bauten verstärkt Positionen auf, die von einem Rückgang des Russell 2000 profitieren.
Auch die Zinspolitik der Federal Reserve bleibt ein wichtiger Faktor. Schwächere US-Arbeitsmarktdaten haben die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung gedämpft. Händler beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank die Zinsen in diesem Monat unverändert lässt, auf rund 78 Prozent.
In den kommenden Wochen rücken vor allem die Unternehmensergebnisse in den Fokus. Sie müssen zeigen, ob weiteres Gewinnwachstum die hohen Erwartungen an künstliche Intelligenz und die kräftigen Kursanstiege von Aktien wie Nvidia rechtfertigt.
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