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Die Wall Street startet auffallend ruhig in die neue Woche. Die Futures auf den S&P 500 notieren leicht im Minus, während die Nasdaq-100-Futures unverändert bleiben. Am Freitag hatten die Aktienmärkte noch kräftig zugelegt.
Der Dow Jones gewann 0,5 Prozent, der S&P 500 legte um 0,7 Prozent zu und der Nasdaq Composite stieg um 1,2 Prozent. Der Technologieindex erreichte im Handelsverlauf sogar ein neues Rekordhoch.

Ein Belastungsfaktor bleibt jedoch bestehen: die extrem hohen Renditen amerikanischer Staatsanleihen.
Am Freitag sorgten die Arbeitsmarktdaten endlich für etwas Entlastung. Der US-Arbeitsmarktbericht blieb hinter den Erwartungen zurück. Anleger rechnen deshalb weniger mit einer weiteren Zinserhöhung der Federal Reserve im Oktober.

Für den Aktienmarkt kam das zur rechten Zeit. Die Wirtschaft scheint sich abzukühlen, bislang aber nicht so stark, dass unmittelbar Rezessionsängste aufkommen.
Damit ergibt sich vorerst eine günstige Konstellation: Der Druck auf die Notenbank, die Zinsen weiter anzuheben, lässt nach. Gleichzeitig bleiben Unternehmensgewinne und Wirtschaftsaktivität vergleichsweise robust.
Das größte Problem ist damit noch nicht gelöst. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegt sich weiterhin nahe dem höchsten Stand seit mehr als zwanzig Jahren. Die Finanzierungskosten für Verbraucher, Unternehmen und den amerikanischen Staat bleiben entsprechend hoch.
Für den Aktienmarkt ist das besonders relevant, weil Staatsanleihen wieder eine ernsthafte Anlagealternative darstellen. Warum sollten Anleger hohe Risiken eingehen, wenn US-Staatsanleihen bereits deutlich mehr als 5 Prozent Rendite bieten?
Bei Technologieunternehmen gleicht das starke Gewinnwachstum die hohen Zinsen bislang aus. Die Nvidia-Aktie erreichte am Freitag sogar ein neues Rekordhoch.

In dieser Woche stehen vergleichsweise wenige Konjunkturtermine an. Andere Entwicklungen dürften deshalb stärker auf das Marktgeschehen einwirken. Am Montag wird der ISM-Index für den US-Dienstleistungssektor veröffentlicht.
Am Mittwoch folgt das Protokoll der Zinssitzung vom September. Es könnte Aufschluss darüber geben, wie groß die Unterstützung innerhalb der Federal Reserve für weitere Zinserhöhungen ist.
Für Anleger ist vor allem entscheidend, ob sich die Notenbanker so zurückhaltend zeigen, wie es der Markt nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht zunehmend eingepreist hat.
Anschließend richtet sich der Blick allmählich auf die neue Berichtssaison. Den eigentlichen Auftakt macht JPMorgan am 13. Oktober. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf Anleiherenditen, geopolitische Ereignisse und Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen reagieren.
Die aktuelle Lage ist bemerkenswert: Die Nasdaq notiert auf Rekordniveau und Technologieaktien bleiben stark. Gleichzeitig liegen die Zinsen auf einem Niveau, das in den vergangenen Jahrzehnten nur selten erreicht wurde.
Bislang wiegt das Gewinnwachstum schwerer als die Belastung durch hohe Zinsen. Wie lange das so bleibt, ist die zentrale Frage dieser Woche.
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