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Vor einem Jahr schien das Verhältnis zwischen Donald Trump und Elon Musk endgültig zerrüttet. Die beiden einflussreichen Männer überzogen sich öffentlich mit Beschimpfungen.

Musk brachte sogar die Akten zu Jeffrey Epstein ins Spiel, während Trump damit drohte, die lukrativen Regierungsaufträge von Musks Unternehmen genauer prüfen zu lassen. Inzwischen hat sich die Lage vollständig gedreht.

Trump und Musk sprechen wieder regelmäßig miteinander, hinter den Kulissen ist ihre politische Zusammenarbeit wiederhergestellt. Nach Informationen des Wall Street Journal will Musk mindestens 100 Millionen Dollar einsetzen, um die Republikaner bei den Zwischenwahlen in den USA im November zu unterstützen. Damit erhält eine politische Beziehung, die im vergangenen Jahr völlig entgleist war, ein bemerkenswertes neues Kapitel.

Musk stellt Trump erneut viel Geld in Aussicht

Wie sehr sich das Verhältnis verändert hat, zeigte sich im Mai auf einem Flug nach Peking. Trump und Musk reisten gemeinsam nach China. Anwesende berichteten, von der früheren Feindseligkeit sei kaum noch etwas zu spüren gewesen.

Musk sprach mit Trump unter anderem über Pläne für neue Fabriken in den Vereinigten Staaten. Trump wiederum erwähnte ein Video eines Raketenstarts, das er gesehen hatte, und erkundigte sich nach einem von Musks kleinen Söhnen. Außerdem sprach Musk mit Mitarbeitern des Weißen Hauses über seine Erfahrungen während der Präsidentschaftswahl 2024.

Dann kam die Nachricht, auf die Trumps Team seit Monaten gehofft hatte. Musk ließ wissen, dass er erneut bereit sei, die Republikaner finanziell zu unterstützen.

Insidern zufolge will der Tesla- und SpaceX-Chef mindestens 100 Millionen Dollar in eine Kampagne stecken, die republikanische Wähler an die Urnen bringen soll. Ziel ist es, die republikanische Mehrheit im US-Kongress zu halten.

Das Geld soll an America PAC fließen, die politische Organisation, die Musk zuvor gegründet hatte, um Trump im Wahlkampf 2024 zu unterstützen. Sie soll mit MAGA Inc. zusammenarbeiten, dem wichtigsten politischen Unterstützungsfonds im Umfeld von Trump. Dieser Fonds verfügt der Quelle zufolge bereits über mehr als 400 Millionen Dollar.

Auch 2024 spielte Musk finanziell eine große Rolle. Damals gab er fast 300 Millionen Dollar aus, um Trump zur Rückkehr ins Weiße Haus zu verhelfen.

Diesmal scheint Musk allerdings weniger stark im Vordergrund stehen zu wollen. Im vergangenen Monat sagte er dem Economist, rückblickend habe er sich zu sehr in die Politik eingemischt.

„Ich glaube, ich habe mich etwas zu stark in die Politik hineinziehen lassen“, sagte Musk. „Ehrlich gesagt bin ich da mitgerissen worden.“

Streit zwischen Trump und Musk eskalierte völlig

Die erneuerte Zusammenarbeit ist bemerkenswert, weil das Verhältnis zwischen Trump und Musk im vergangenen Jahr noch vollständig zerbrochen schien.

Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2024 waren die beiden auffallend eng zusammengerückt. Nachdem Trump erneut Präsident geworden war, erhielt Musk eine wichtige Rolle bei den Bemühungen der Regierung, den Bundesapparat zu verkleinern. Er verbrachte so viel Zeit im Weißen Haus, dass er der Quelle zufolge mitunter sogar dort übernachtete.

Musks Vorgehen stieß jedoch zunehmend auf Widerstand. Minister und andere Regierungsvertreter waren mit seinem Einfluss auf ihre Ressorts unzufrieden. Gleichzeitig gerieten die Sparmaßnahmen, an denen Musk beteiligt war, stark in die Kritik.

Im Juni 2025 traten die aufgestauten Spannungen offen zutage. Der Streit entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einer öffentlichen Auseinandersetzung in den sozialen Medien.

Musk kündigte vor seinen Hunderten Millionen Followern auf X an, es sei Zeit, „die wirklich große Bombe“ platzen zu lassen. Anschließend behauptete er, Trump werde in Ermittlungsunterlagen zu Jeffrey Epstein genannt, und dies sei der Grund, warum diese Dokumente nicht veröffentlicht worden seien.

Trump schlug über Truth Social zurück. Unter anderem drohte er damit, Regierungsaufträge für Musks Unternehmen zu streichen. Außerdem erklärte er, Musk sei vor allem wegen eines wichtigen Steuer- und Haushaltsgesetzes verärgert, weil darin finanzielle Vorteile für Elektroautos gestrichen würden.

Musk wiederum bezeichnete den Gesetzentwurf als „widerwärtige Abscheulichkeit“ und warnte, er werde die amerikanische Staatsverschuldung weiter erhöhen.

Dabei blieb es nicht. Musk behauptete, Trump hätte die Wahl 2024 ohne seine Unterstützung nicht gewonnen.

„Ohne mich hätte Trump die Wahl verloren“, schrieb Musk. „Was für eine Undankbarkeit.“

Die politische Zusammenarbeit, die wenige Monate zuvor noch besonders eng gewesen war, schien damit beendet.

Hinter den Kulissen begann die Annäherung fast sofort

Auffällig ist, dass Personen aus Trumps Umfeld nahezu umgehend versuchten, den Schaden zu begrenzen.

Einen Tag nach der öffentlichen Eskalation nahmen Vizepräsident JD Vance und Stabschefin Susie Wiles Insidern zufolge Kontakt zu Musk auf. Die Lage war zu diesem Zeitpunkt so schlecht, dass sie nach Einschätzung Beteiligter kaum noch schlimmer werden konnte.

Das Gespräch verlief besser als erwartet.

Einige Tage später telefonierte Musk auch mit Trump. Auch dieses Gespräch soll positiv verlaufen sein. Kurz darauf schrieb Musk in den sozialen Medien, er bereue einige seiner Aussagen und sei zu weit gegangen.

Von einer vollständigen Versöhnung war man damit noch weit entfernt. Trump ließ intern noch Monate später erkennen, dass er Musk nicht wieder vollständig in seinen engsten Vertrauenskreis aufnehmen wolle.

Vor allem Vance hielt unterdessen den Kontakt zu Musk und dessen Umfeld aufrecht. Er soll überzeugt gewesen sein, dass Musk schlicht zu wichtig sei, um ihn vollständig von der Regierung zu entfremden.

Dahinter steht auch ein praktisches Interesse. Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hält wichtige Verträge mit der US-Regierung. Das Unternehmen spielt eine große Rolle für Verteidigung, nationale Sicherheit und Raumfahrtprogramme der NASA.

Auf dem Höhepunkt des Streits kam es selbst bei der NASA zu Unruhe, als Musk drohte, die Unterstützung für Missionen zur Internationalen Raumstation ISS zu beenden.

Nach dem Streit ließ die Regierung die Verträge von SpaceX mit dem Bund prüfen. Dabei zeigte sich früheren Berichten des Wall Street Journal zufolge, dass der Großteil dieser Verträge für das US-Verteidigungsministerium und die NASA von erheblicher Bedeutung war.

Auch andere Personen aus Trumps Umfeld hielten den Kontakt zu Musk. Donald Trump Jr. blieb mit dem Milliardär befreundet. Seine Investmentgesellschaft 1789 Capital investierte rund um die Zeit des Streits zudem in Musks Unternehmen xAI, SpaceX und Neuralink.

Der Tod von Charlie Kirk bringt Trump und Musk näher zusammen

Auch der konservative Aktivist Charlie Kirk spielte nach Angaben von Menschen aus seinem Umfeld eine Rolle bei der Annäherung. Er hatte bereits vor seinem Tod versucht, Trump und Musk wieder zusammenzubringen.

Nach dem Mord an Kirk im September begegneten sich Trump und Musk bei einer Gedenkveranstaltung in einem Footballstadion in Arizona.

Musk ging zu Trumps Platz, die beiden sprachen kurz miteinander. Beim Abschied tippte Trump Musk an den Ellbogen. Später am Abend veröffentlichte Musk ein Foto des Gesprächs in den sozialen Medien.

„Für Charlie“, schrieb er dazu.

Der kurze Kontakt war Teil einer breiteren Entspannung zwischen beiden Lagern. Auch Veränderungen innerhalb der Regierung trugen dazu bei.

Musk hatte etwa regelmäßig Konflikte mit Sergio Gor, einem langjährigen Trump-Mitarbeiter, der mit der Prüfung von Kandidaten für Regierungspositionen befasst war. Trump ernannte Gor im vergangenen Sommer zum US-Botschafter in Indien, wodurch eine wichtige Spannungsquelle aus Washington verschwand.

Einige Monate später nahm Trump zudem eine frühere Entscheidung zu Jared Isaacman zurück. Isaacman, ein Verbündeter Musks, wurde erneut als Kandidat für die Leitung der NASA ins Spiel gebracht. Personen, die mit dem Verhältnis vertraut sind, zufolge wusste Musk diese Entscheidung zu schätzen.

Im November erschien Musk anschließend wieder im Weißen Haus. Er nahm an einem Dinner teil, das Trump für den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ausrichtete.

Auch öffentlich änderte sich der Ton. Trump begann, Musk wieder zu loben, und gratulierte ihm, nachdem der Unternehmer die Marke von einer Billion Dollar Vermögen überschritten hatte.

Trump und Musk brauchen einander wieder

Dass die beiden Männer wieder zusammenarbeiten, bedeutet Beteiligten zufolge nicht, dass ihre frühere Freundschaft vollständig wiederhergestellt ist. Trump soll hinter verschlossenen Türen gesagt haben, er gehe davon aus, dass das Verhältnis nie wieder so eng werde wie früher.

Dennoch sprechen sie inzwischen etwa einmal im Monat miteinander. Dabei geht es Insidern zufolge unter anderem um künstliche Intelligenz, China und internationale Entwicklungen.

Für beide Männer steht bei den Zwischenwahlen zudem viel auf dem Spiel.

Sollten die Demokraten die Kontrolle über den Kongress zurückgewinnen, könnten sie Untersuchungen gegen Trump, seine Familie und seine Regierung einleiten. Auch Musk könnte davon betroffen sein. Seine Unternehmen sind stark von großen Verträgen mit der US-Regierung abhängig.

Damit haben Trump und Musk einen klaren Grund, ihren früheren Streit hinter sich zu lassen. Musk bringt Geld, Einfluss und eine enorme Reichweite mit. Trump und die Republikaner verfügen ihrerseits über politische Macht, die für Unternehmen wie SpaceX unmittelbar relevant sein kann.

Von der explosiven Auseinandersetzung des vergangenen Jahres ist daher vorerst wenig zu spüren. Das alte Vertrauensverhältnis ist vielleicht nicht vollständig zurück, die politische Zusammenarbeit aber schon.

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